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Roger Bruget: Vom Freiwilligen zum Projektleiter im Meeresschutz-Projekt in Kambodscha für Projects Abroad


Interview von Samantha Evans

Projektleiter Roger Bruget auf einem Boot im Naturschutz – Programm in Kambodscha mit Projects AbroadWas für Roger Bruget als „Abendteuer Freiwilligendienst“ begann hat sich nun zu einer waschechten Karriere mit Projects Abroad entwickelt. Vor ein paar Jahren engagierte sich der gebürtige Norweger Roger als Freiwilliger im Naturschutz – Projekt in Thailand – und zwar ohne jegliche Taucherfahrung. Heute ist er Projektleiter des Meeresschutz – Projekts auf der Insel Koh Sdach in Kambodscha! Während meines Besuchs in Kambodscha hatte ich Gelegenheit, etwas Zeit mit dem mutigen Projektleiter zu verbringen. Wenn wir grade nicht getaucht haben oder den Strand von Plastikmüll befreiten, sprachen wir über seine Arbeit als offizieller Mitarbeiter bei Projects Abroad und seinen Weg dahin. Hier sind seine Antworten…

Du warst damals Freiwilliger in unserem Naturschutzprojekt in Thailand – warum hast du dich angemeldet und warum in diesem speziellen Projekt?

Ich habe Projects Abroad durch eine Freundin kennengelernt. Ich sprach über meinen Plan, Freiwilligenarbeit zu leisten und sie empfahl mir darauf hin Projects Abroad. In der selben Woche schaute ich mir die Webseite an und war hin- und hergerissen zwischen dem Archäologie – Projekt in Peru und dem Naturschutz – Projekt in Thailand. Ich war noch nie tauchen gewesen und der Gedanke daran machte mir ein wenig Angst. Ich war immer schon fasziniert vom Ozean und habe immer versucht, mich meinen Ängsten zu stellen um sie zu überwinden. Nach einer kurzen Bedenkzeit entschied ich mich darum für das Naturschutz-Projekt in Thailand als ultimative Herausforderung für mich. 

Wo hast du gelebt bevor du als Freiwilliger mit Projects Abroad nach Thailand gereist bist und was hast du gemacht?

Ich habe in Oslo, Norwegen gelebt und als Elektriker im größten Hotel in Nordeuropa gearbeitet. Es heißt Oslo Plaza und ist gigantisch mit 36 Stockwerken, 670 Zimmern, Swimmingpools, Pumpen, Belüftungssystem, Küchen, Restaurants, Ballsälen und so weiter. Ich habe mich darum gekümmert, dass alle technischen Systeme gut funktionieren. Ich kam im Laufe des Tages immer mit vielen verschiedenen Leuten in Kontakt und habe auch ein paar Prominente gesehen, das war die schöne Seite am Job. Aber letztendlich wurde der Job ziemlich monoton und ich wollte mich weiterentwickeln. 

Hattest du schon immer eine Leidenschaft für Meeresschutz oder hast du diese erst später für dich entdeckt?

Von Freiwilligen gesammelter Müll nach einer Strandsäuberung im Naturschutz – Programm in Kambodscha mit Projects Abroad

Nein, der Ozean hat mich schon immer fasziniert dank meines Vaters, der mich als Kind auf viele Angelausflüge entlang der norwegischen Küste mitnahm. Das Meer war voller Leben und ich konnte stundenlang am Pier sitzen und den Krabben und Fischen beim Herumwuseln im Wasser zuschauen. Wenn wir kleine Fische fingen, haben wir sie immer zurück ins Meer geworfen, damit sie wachsen und sich vermehren konnten. Und Plastiktüten oder andere Sachen ins Meer zu werfen war für uns schon immer ein absolutes No-Go. Ich denke mein Vater gab mir ein paar gute Grundwerte mit, obwohl er mir auch beibringen wollte, dass Fische keinen Schmerz empfinden und wir sie deshalb ohne bedenken fischen können. Nur fürs Protokoll: doch, Fische empfinden Schmerz!

Er erzählte mir auch, dass es viel mehr Fisch im Meer gab, als er jung war. Und er machte sich Sorgen, dass es fast keinen Fisch mehr geben wird, wenn ich mal erwachsen bin. Dieses Problem hat er genau richtig erkannt. Ich weiß nicht, ob ich mir über Naturschutzkonzepte im Klaren war, bevor ich das Projekt in Thailand besucht habe. Freiwilligenarbeit hatte für mich mehr was mit Hilfe für andere Menschen zu tun, nicht so sehr Teil einer wissenschaftlichen Studie zu werden und Daten über Umweltverschmutzung zu sammeln. Das war definitiv etwas, das ich erst entdeckte, als ich nach Thailand kam.

Dein Freiwilligendienst hat die Weichen für deinen aktuellen Job als Projektleiter im Meeresschutz – Projekt in Kambodscha gestellt. Wie kam es dazu?

Eine Gruppe von Freiwilligen auf einem Boot kurz vor einem Tauchgang im Naturschutz – Programm in Kambodscha mit Projects Abroad

Als ich meinen Freiwilligendienst in Thailand begann, traf ich auf Menschen mit einer tiefen Leidenschaft für unsere Natur. Für jeden einzelnen von ihnen war die Arbeit im Umweltschutz eine echte Herzensangelegenheit. Das war eine sehr inspirierende Erfahrung für mich und ich wollte irgendwie daran teilhaben.

Das Projekt weckte in mir eine neue Leidenschaft fürs Tauchen und ich wollte so viel lernen wie ich konnte. Darum nahm ich nach dem Projekt in Thailand weiterhin Tauchkurse. Nach einem halben Jahr, in dem ich fast jeden Tag tauchen war, bekam ich meine Lizenz als Tauchlehrer. Das war einer der stolzesten Momente in meinem Leben.

Ich begann dann als freischaffender Tauchlehrer für verschiedene Tauchläden in Ao Nang zu arbeiten. Gleichzeitig bewarb ich mich bei Projects Abroad als selbständiger Tauchlehrer und setzte diese Arbeit auf Platz 1 in meinem Zeitplan, so dass ich immer verfügbar war, wenn Projects Abroad mich braucht. Irgendwann arbeitete ich dann fast jede Woche als selbstständiger Tauchlehrer für Projects Abroad. In dieser Zeit habe ich eine Menge über das Tauchen und die Unterwasserwelt gelernt!

Eines Tages traf ich auf einem Boot Florencia Bibbo, die frühere Projektleiterin des Naturschutzprojektes in Kambodscha. Sie kam zu Besuch, um unsere Fortschritte und Entwicklungen im Projekt zu sehen. Wir haben uns ganz normal unterhalten und ein halbes Jahr später rief sie mich an und fragte mich, ob ich nach Kambodscha kommen und sechs Wochen als Lehrer im Projekt arbeiten möchte. Dieses Angebot nahm ich natürlich an und kam im Juni 2015 ins Projekt nach Koh Sdach in Kambodscha. Das Leben auf der Insel unterschied sich sehr von meinem bisherigen Leben in Thailand aber ich genoss meine Zeit auf der Insel und kam super mit allen Mitarbeitern aus. 

Nach meiner Rückkehr erwähnte ein Kollege, dass die Projektleiterstelle für das Meeresschutz – Projekt in Kambodscha ausgeschrieben wird. Er ermutigte mich, eine Bewerbung einzureichen, da ich die Insel und die Mitarbeiter schon kannte und mich sehr gut mit ihnen verstanden hatte. Und hier bin ich jetzt!

Es war also eine Abfolge glücklicher Umstände, die mich hierhergebracht haben. Ich denke es geht darum etwas zu machen, das einem wirklich am Herzen liegt, am richtigen Ort dafür zu sein und gute Kontakte mit den Menschen zu knüpfen, die dir auf deinem Weg begegnen. Ich glaube Woody Allen hat mal gesagt, 80% des Erfolges hat man dadurch, dass man Präsenz zeigt und der Rest sind Arbeit und eine Prise Glück. Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht offen für die Chancen gewesen wäre, die sich mir bieten und noch wichtiger, wenn ich es nicht versucht hätte.

Wie hat dich der Job inspiriert? Hast du durch ihn deine eigenen Ziele im Leben überdacht?

Am Job inspiriert mich am meisten zu sehen, wie positiv sich viele unserer Freiwilligen während ihrer Zeit auf der Insel entwickeln, besonders die jüngeren Freiwilligen, die auf der Suche nach einer Richtung in ihrem Leben sind. Viele Freiwillige durchbrechen Mauern und überwinden persönliche Grenzen während sie im Projekt arbeiten. Sie erreichen Sachen, die sie sich nie zugetraut hätten! Sie sammeln Erfahrung, finden neue Freunde, lernen neue Kulturen kennen und finden Inspiration für ihre weiteren Pläne im Leben. Das ist für mich persönlich die größte Erfüllung, die ich im Job finde.

Ich muss hier auch mein Team erwähnen. Jeder von ihnen ist mit Engagement und Leidenschaft bei der Sache und das inspiriert mich, jeden Tag mein Bestes zu geben. Meine Ziele im Leben sind eigentlich ziemlich bodenständig – ich versuche, aus jedem Tag einen guten zu machen und ein gutes Leben zu leben. Der Job hilft mir definitiv dabei!

Wie lange hast du als Projektleiter gearbeitet und wie findest du das Leben auf Koh Sdach im Vergleich zu Thailand?

Ich bin jetzt für acht Monate im Job. Als ich ankam, erwartete ich ein Leben vergleichbar zu dem in Thailand. Da habe ich mich ziemlich geirrt!

Dorfkinder bereiten sich mit Freiwilligen auf eine Müllsammelaktion im Ort vor

Man kann es wirklich nicht mit dem Leben in Thailand vergleichen, wo man auf dem Festland lebt und der Tourismus einen großen Stellenwert hat. Hier in Kambodscha leben wir in einem authentischen Fischerdorf auf einer Insel, auf die sich so gut wie keine Touristen oder Fremde verirren. Wir arbeiten zwar nahezu an den selben Aktivitäten wie in Thailand aber wir gehen ganz anders an die Sache ran.

In Thailand gibt es viel Ablenkung. Hier auf der Insel hat man mehr Zeit zum Ausruhen und Nachdenken. Alles ist sehr nah also verlieren wir keine Zeit, um irgendwo hin zu fahren. Andererseits müssen wir viele Sachen gut vorplanen, zum Beispiel, wenn wir spezielle Ausrüstung benötigen. Alles hat hier seine Zeit, und wenn ich was Spezielles brauche kann ich nicht einfach aus dem Haus gehen und es besorgen. Die Atmosphäre auf der Insel ist sehr vertraut, gesellig und „echter“, wenn man so sagen will. Unser Projekt ist definitiv eine Art „kleiner Bruder“ des Thailand – Projekts.

Erzähl uns noch ein bisschen mehr aus dem Projekt, worauf können sich Freiwillige freuen, wenn sie kommen?

Erstens können sie sich darauf freuen, das Tauchen in unseren PADI Kursen zu lernen. Das machen alle Freiwilligen als erstes, wenn sie im Projekt ankommen. Danach werden sie eine Menge über Meereslebewesen und das marine Ökosystem lernen und Fische, Wirbellose und Korallen identifizieren und beurteilen lernen. Nach ein wenig Training helfen sie uns dann in unserer Riff - Studie, in der Seepferdchen - Studie und im DAD – Projekt (Dive Against Debris, in dem man das Meer von Müll und Treibgut säubert).

Sie werden außerdem mindestens einmal die Woche Englisch in der Schule unterrichten, sich bei Reinigungsaktionen am Strand und in der Gemeinde beteiligen, bei verschiedenen Workshops und Kochkursen helfen und den Mangrovenwald besuchen. Im Mangroven – Projekt fallen sehr verschiedene Arbeiten an von Datenanalyse über Arbeit an unserer Liste gefundener Spezies bis hin zu künstlerischen Projekten.

Im Moment baut einer unserer Freiwilligen ein Floß aus leeren Flaschen und anderen Materialien, die wir am Strand gefunden haben. Auf der Insel gibt es viel zu tun und deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt im Einsatz für das Projekt, für das Koh Sdach Archipel und die Inselbewohner!

Du wirst schnell neue Freunde finden und Erfahrungen machen, von denen du für den Rest deines Lebens zehren kannst.

Wie soll sich das Projekt in Zukunft entwickeln?

Ein Freiwilliger hat beim Tauchgang ein Seepferdchen entdeckt

Florencia Bibbo hat im ersten Jahr den Grundstein für das Projekt gelegt und es auf einen guten Weg gebracht. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und ich möchte viele laufende Programme gerne weiterführen. Wir arbeiten eng mit der Schule zusammen und können durch unseren Einfluss hoffentlich Ideen und Konzepte vermitteln, die langfristig positive Auswirkungen auf den Umgang der Anwohner mit der Natur haben werden.

Als größeres Ziel des Projektes wollen wir gerne Teile des Archipels auf der Basis unserer Daten zum marinen Naturschutzgebiet ernennen lassen. Wir möchten außerdem ein solides System zur Müllentsorgung auf der Insel einführen. Es ist wichtig, den Inselbewohnern zu vermitteln, wer wir sind und warum wir hier arbeiten.

Und ich möchte mir durch meine Arbeit sicher sein können, dass meine Kollegen und Freiwilligen in einem entspannten und positiven Umfeld arbeiten können und sich wohlfühlen.

Wie sieht ein normaler Tag für dich aus?

Der Tag startet mit einem gemeinsamen Frühstück um 7 Uhr. Danach bespreche ich mit dem Team und den Freiwilligen, was an dem Tag ansteht. Um 12 Uhr gibt es Mittagessen und danach machen wir eine Stunde Mittagsruhe, während es besonders heiß draußen ist. Um 13:30 nehmen wir unsere Arbeiten wieder auf und sind normalerweise gegen 18 Uhr fertig. Dann gibt es ein gemeinsames Abendessen, entweder in der Unterkunft oder in einem der drei Restaurants auf der Insel.

Jeder Tag ist ein bisschen anders aber ich versuche immer, an einer der Aktivitäten vormittags oder nachmittags teilzunehmen. Den Rest der Zeit verbringe ich im Büro, beantworte E-Mails oder mache andere Verwaltungsaufgaben. An manchen Tagen gebe ich den ganzen Tag Tauchunterricht, an anderen Tagen sitze ich auch mal den ganzen Tag im Büro. Ich kann die Frage schwer beantworten, denn mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich und das ist toll!

Was motiviert dich?

Meine Kollegen, die Freiwilligen, das leckere Essen, das Tauchen, das Meer, Mathematik (ja wirklich!), Musik, Kunst, Wissenschaft und Liebe.

Was macht dir in deinem Job am meisten Spaß?

Das ist einfach zu beantworten! Jedes mal, wenn ich die Gelegenheit habe, tauchen zu gehen. Egal ob für die Studie, das DAD – Programm oder für Tauchkurse. Wir haben großes Glück in einer Zeit zu leben, in der wir uns einfach eine Pressluftflasche auf den Rücken schnallen können und die Unterwasserwelt für eine Stunde oder sogar länger besuchen!

Am liebsten bringe ich Freiwilligen das Tauchen bei, die noch nie vorher getaucht haben. Zu beobachten, wie sie ängstlich ins Wasser steigen und dann am Ende ihres ersten Tauchgangs mit Selbstvertrauen und einem lachenden Gesicht wieder auftauchen ist wunderbar!

Welche Herausforderungen bringt dein Job als Projektleiter im Naturschutz – Projekt mit sich?

Es gab zum Glück noch keine schwerwiegenden Probleme. Die Sprache und Integration in der örtlichen Gemeinschaft sind definitiv die größte Herausforderung. Und all die Sachen aus Plastik! Die Leute hier benutzen sehr gerne Wegwerfartikel und Tüten aus Plastik und es bricht mir das Herz, das ganze Zeug im Meer landen zu sehen. Diesem Problem müssen sich alle Menschen stellen und es darf nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden!

Welchen Rat gibst du Freiwilligen, die sich für das Naturschutz – Projekt in Kambodscha interessieren?

Wenn du die Natur liebst, eine Herausforderung suchst und einzigartige Erfahrungen in der Unterwasserwelt machen möchtest, dann melde dich in unserem Projekt an. Wir empfangen dich sehr gerne hier auf der Insel!

Rogers Erfolgsgeschichte, die mit Freiwilligenarbeit im Ausland begonnen hat, ist wirklich inspirierend. Wie hat dein Freiwilligendienst deinen weiteren Lebensweg oder Berufsweg beeinflusst? Teile deine Erfahrungen mit uns! Du kannst unserem  Ehemaligen – Netzwerk oder unserer Projects Abroad Alumni-Gruppe auf Facebook beitreten, eine Mail an alumni@projects-abroad.de schreiben oder uns mit dem  Ehemaligen Update Formular kontaktieren. Eine Übersicht zu allen Alumni-Aktivitäten findest du auch HIER.

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