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Geschichten, die die Welt erklären

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19. Dezember 2014Unterrichten
von Hanni Heinrich


Shasha Seakamela mit einem Schulkind, “Rural in the Citi”

Die Sprache ist ihm heilig. Sie ist sein Arbeitszeug, seine Muse und Kunst. Über den Künstler Shasha Seakamela

Shasha Seakamela kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf names Bochum (kein Witz!) in der südafrikanischen Provinz Limpopo. Jetzt lebt er in Kapstadt und bringt mit seiner Organisation “Rural in the Citi” die Sprache zum Leuchten. Er beschreibt den Alltag und lässt ihn neu erscheinen. Seine Beobachtungen verwandelt er in Sprache, schreibt sie in Sepedi (oder Nord-Sotho - eine Sprache im südlichen Afrika, die von lutherischen Missionaren aus Berlin verschriftlicht wurde) und Englisch.

“Ich möchte über Bücher, über Geschichten, ja über Storytelling Workshops vielen Kindern zeigen, dass sie sich durch Lesen bilden können, dass es Spaß macht, zu lesen und dass sie so auch ein Stück Kultur erfahren”, sagt der Autor, der in seiner Muttersprache Sepedi das Lesen gelernt hat. “In vielen afrikanischen Ländern gibt es die Tradition, der mündlichen Überlieferung. Viele Geschichten sind nicht aufgeschrieben worden und so wurde wenig gelesen.”

Heute allerdings, in einer globalen Welt, wo im südlichen Afrika viele Menschen zwei, drei oder sogar vier Sprachen sprechen, bestehe in Limpopo häufig eine Leseschwäche bei vielen Erwachsenen, die ihren Kindern kein Vorbild sein können. “Wir müssen alle Englisch lernen und können uns nicht in unserer eigenen Muttersprache ausdrücken”, kritisiert er und kam auf die Idee mit seiner Bewegung “Rural in the Citi” Zugang zu Literatur und Kunst in indigenen Sprachen zu bieten – wie etwa Sepedi. “Sie verstehen Englisch, sprechen einmal die Woche im Schulunterricht, können sich aber in ihrer Muttersprache nicht gut ausdrücken, die sie schließlich täglich nutzen”, sagt der Seakamela.

Der Autor beschreibt es so: Beim gemeinsamen Betrachten von Bilderbüchern lernen Kinder die Welt kennen und benennen, beim Vorlesen lernen sie neue Wörter und Ausdrucksmöglichkeiten, die sie für das Leben und die Schule brauchen können. “Und je mehr man ihnen vorliest, desto eher entwickeln sie den Wunsch, selber lesen zu können."

Das Problem gehe aber viel tiefer, denn wer nicht richtig lesen kann, lernt schlechter. Lernen funktioniere vor allem über Nachahmung und Wiederholung.

“Beim Lesen ahmen die Kinder sozusagen nach, was der Autor gedacht und geschrieben hat: Wir sehen die Buchstaben und Wörter mit den Augen, sprechen sie innerlich nach, hören sie dabei und versuchen das Gelesene zu verstehen.” So sollen Schüler ein Gefühl für Sprache entwickeln, ihre eigene Muttersprache ausbilden, um darauf aufzubauen, um weitere Fremdsprachen zu lernen.

“Andere zu inspirieren, inspiriert mich”

Shasha Seakamela mit einem Schulkind, “Rural in the Citi”

„Rural in the Citi“ bietet Leseclubs an, ältere Kinder lesen jüngeren vor. Eine Lesung wird zu einem interaktiven Event. Am Wilhelm Gymnasium in Hamburg hat er sein Kinderbuch „Neo and Lesedi form Nature Club“ vorgestellt. „Die Schüler waren so neugierig und haben viele Fragen zu Südafrika gestellt. Es hat mich gefreut, der Klasse meine Kultur näher zu bringen,“ sagt er. „Einige Schüler wollten das Buch auch in Sepedi lesen und gleich die Sprache lernen, das hat mich emotional berührt.“

Was den Autoren Seakamela auch innerlich bewegt hat, war eine Schulklasse in Polokwane, einer Stadt im Nordosten Südafrikas. Die Schüler seien von seinen Leseworkshops sehr begeistert gewesen. Leider konnte sich die Schule keine Bücher mehr leisten, so dass Shasha Seakamela einige seiner privaten Ausgaben der Klasse gespendet hat. „So habe ich gesehen, dass meine Geschichten überall auf der Welt positiv ankommen.“

Die Sprache und Geschichten sind seine Leidenschaft. Für ihren Erhalt kämpft er – und zwar kreativ. Künstler oder Musiker heuert er an, um in den ländlichen Gegenden Südafrikas Veranstaltungen zu initiieren und die Gemeinden zusammenzubringen, um zu lesen und zu lernen – “ein Workshop, nur nicht in der Stadt, sondern auf dem Land”, sagt er, “direkt dort, wo es die Menschen brauchen.” Und mutig findet er alle, die vor eine Klasse treten und Freude an der Arbeit mit Kindern haben.

Shasha Seakamela sieht sich selbst eher als Aktivist denn als Künstler. Er ist Produzent, Filmemacher, Fotograf und Autor. Mit diversen Organisationen hat er bereits zusammen gearbeitet und setzt sich für Menschenrechte und Bildung ein. Seine Inspiration holt er sich, indem er anderen Menschen hilft.

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