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„Die einzigen Blutsauger, vor denen man sich in Acht nehmen muss, sind winzig und haben kein Problem mit Knoblauch“

Praktikum Rumänien Archäologie Simone

Archäologie in Rumänien von Simone Kölbl

Ich hatte mir für meine letzten Sommersemesterferien etwas Besonderes vorgestellt. Das Archäologie Projekt in Rumänien von Projects Abroad bot ALLES, was ich gesucht habe: Rumänien interessierte mich sofort und die Arbeit an archäologischen Ausgrabungsstätten war nicht nur etwas, das ich schon immer erleben wollte, sondern sich auch noch hervorragend als Praktikum für meinen Studiengang verkaufen ließ.

Praktikum Rumänien Archäologie Bran Castle

Die ersten Tage in Brasov verbrachte ich damit, mich in den wunderbar urigen Gassen von Brasov zu verlaufen und die Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die schwarze Kirche, die eine deutschsprachige Gemeinde beherbergt, und die mittelalterliche Befestigungsanlage begeisterten mich auf meinen Streifzügen durch die Stadt sehr und ich bin froh, dass ich genügend Zeit hatte, mich gründlich umzusehen. Nach diesem Wochenende ging es Richtung Konstanza, wo eine neolithische Ausgrabungsstätte auf einer Insel in der Donau, auf mich wartete. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Gruppe des Archäologie-Projekts aus vier Freiwilligen und dem Projektleiter. Sie waren aus sehr unterschiedlichen Ländern, wie Frankreich, den USA und Deutschland und nahme mich allesamt sehr freundlich in ihren „Familienkreis“ auf.

Praktikum rumänien archäologie graben

Wir haben zusammen an zwei sehr unterschiedlichen Ausgrabungsstätten, Bordusani-Popina und Porolissum, gearbeitet. Die ersten zwei Wochen verbrachten wir in Bordusani, das sich auf der Insel Ialomita befindet, etwa auf halber Strecke zwischen Bukarest und Konstanza. Die Ausgrabungsstätte und das Camp der Archäologen liegen auf einem Hügel, der eine 20minütige Pferdekarrenfahrt von der Donau entfernt ist. Die neolithische Siedlung wurde 1968 von der Rumänischen Akademie entdeckt und seitdem finden hier regelmäßig Ausgrabungen statt. Das Archäologenteam um Professor D. Popovic hat sich von Anfang an fürsorglich um uns gekümmert. Ein typischer Tag in Bordusani sah ungefähr so aus: Um halb acht kam man in der, aus Bambusstangen errichteten, Küche zusammen, um gemeinsam Kaffee oder Tee zu trinken und die Aufgaben zu verteilen. Danach arbeiteten wir in der Grabungsstätte bis ca. halb zehn – Frühstückszeit. Die Phase zwischen Frühstück und Mittagessen war meistens recht anstrengend, weil die Temperaturen schnell anstiegen. Unsere Arbeit bestand im Abtragen der einzelnen Erdschichten, deren Bestandteile gesäubert und später analysiert wurden. Nachmittags gab es eine lange Pause zum Ausruhen, die aufgrund der Hitze sehr gut tat. Gegen fünf Uhr begann die zweite Arbeitsphase, die jeden Abend gegen sieben Uhr endete, da dann die Moskitos ein sinnvolles Arbeiten unmöglich machten. Die Abende in Bordusani waren immer sehr gesellig und gemütlich. Nach dem Abendessen saßen wir oft um ein großes Lagerfeuer und lauschten auf die Geräusche aus dem Wald.

Praktikum Rumänien Archäologie Schwarze Kirche

In Bordusani habe ich viel über die Arbeit in einer archäologischen Ausgrabungsstätte gelernt und war überrascht, wie viele verschiedene Aufgaben anfallen. Da wir unter ständiger „Aufsicht“ standen und deshalb immer nachfragen konnten, durften wir sämtliche Tätigkeiten ausüben und uns alle Aufgabenbereiche anschauen. Wir haben gelernt, wie man Zeichnungen von einzelnen Teilen der Grabungsstätte anfertigt, wie man Fisch- und Säugetierknochen voneinander unterscheidet und Keramikscherben beschriftet und sortiert.

Praktikum Rumänien Archäologie Porolissum

Nach zwei Wochen auf der Insel machten wir uns auf den Weg nach Siebenbürgen, wo sich unsere nächste Ausgrabungsstätte, nämlich Porolissum, befand. Wir sind mit dem Zug einmal quer durch Rumänien gefahren. Der Sprung von der Donauküste in die Karpaten machte mir erneut deutlich, wie stark sich die Regionen Rumäniens landschaftlich und kulturell voneinander unterscheiden. Porolissum ist eine römische Befestigungsanlage auf einem Hügel der Karpaten. Die Römer wählten diesen Platz, um den Weg durch Transsilvanien vor Eindringlingen schützen zu können. Jeden Morgen, wenn ich den Aufstieg zur Ausgrabungsstätte hinter mir hatte, konnte ich die unglaubliche Aussicht bewundern. In Porolissum haben wir nicht im Basislager der Archäologen gewohnt, sondern hatten ein eigenes kleines Haus, ca. 20 Minuten zu Fuß von der Grabungsstätte entfernt. Man hat uns eine eigene Grabungsfläche zugeteilt, wo wir selbständig arbeiten konnten. Wir haben die meiste Zeit damit verbracht, kleinere bis riesige Gesteinsbrocken, Tonscherben und Unmengen von Erde aus unserer Grube zu entfernen. Unser Ziel war das Freilegen von Mauerresten. Wir haben auch eine Mauer gefunden, und das war mit Sicherheit die schönste Mauer, die je von Römerhand gebaut wurde.

Praktikum Rumänien Archäologie Amphitheater

Wieder im Flugzeug fiel mir auf: Die Zeit muss im letzten Monat gesprintet, sein aber seltsamerweise habe ich so viel erlebt, dass es bestimmt für drei Monate reicht.

Simone Kölbl

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