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"Mit dieser Arbeit können wir viel erreichen"

Ghana Community Schaufeln

Hausbau - Projekt und Farming - Projekt in Ghana von Markus Brinker

Angefangen hatte es mit dem Wunsch, in dem nächsten Urlaub zusammen mit meiner Partnerin etwas Sinnvolles zu tun und anderen Menschen zu helfen. Nach dem Infotag in Berlin entschieden wir uns für Ghana, und eine Weile später landeten wir auf dem Flughafen in Accra. Bereits hier konnten wir viel ghanaische Freundlichkeit und Gelassenheit erleben, als wir nämlich einige Zeit auf eine andere Freiwillige warten mussten und dabei viel Spaß hatten.

Ghana Community Mittagspause

In unserer Gastfamilie wurden wir freundlich aufgenommen und lernten die Familienmitglieder kennen. Unsere Unterkunft war ein einfaches Doppelzimmer mit zwei abschließbaren Kisten. Unsere Gastfamilie hat sich im Laufe der Jahre auf die Gäste eingestellt und so gab es abwechslungsreiches Essen. Dies bestand aus einer Mischung traditioneller ghanaischer Gerichte und einem "europäischem" Frühstück mit Bifarella, dem ghanaischen Nutella, sowie eher geschmacksneutralem Weißbrot. Extra für uns Gäste gab es auch regelmäßig Salat und jeden Tag frisches Obst, je nach Saison Mangos, Papayas, Bananen, Ananas usw.

Beim House-Building Projekt halfen wir zusammen mit anderen Freiwilligen aus England, Australien, Südafrika, Dänemark, Italien und Deutschland bei der Erweiterung der Apostolic Early Childhood and Preparatory School in Mamfe mit. Mit einfachsten Mitteln verputzen wir die Wände, strichen sie an und verzierten sie danach noch mit lustigen Bildern; das alles unter der Anleitung und Mithilfe eines einheimischen Vorarbeiters.

Ghana Community Wand

Die Kinder, die in den Schulferien an der Schule vorbei kamen, wollten alle gern mitmachen und so hatten wir manchen Spaß mit ihnen, wenn sie beim Verputzen und Anstreichen "mithalfen". Eine Lehrerin brachte uns in den Ferien zwei mal pro Woche selbst gekochtes Essen in Töpfen auf die Baustelle. Diese Art der Anerkennung unserer Arbeit hat uns besonders gefreut und es schmeckte wirklich gut. Ende September waren die neuen Räume dann soweit fertig gestellt, dass dort wieder unterrichtet werden konnte.

Auf der Farm neben der Methodist Highschool in Mamfe bauten wir biologisch Obst, Gemüse, Heilpflanzen und Blumen an. Die Ernte wird regelmäßig Kinderheimen und Schulen gespendet, doch der eigentliche Sinn ist es, den Kindern zu zeigen, wie sie selber biologisch und mit den einfachsten Mitteln Obst und Gemüse anbauen können.

Ghana Community Gemusespende

Leider ist das Bewusstsein für gesunde Ernährung bei vielen Ghanaern auf dem Rückzug, weil die von den Industrieländern geprägte Fernseh- und Radiowerbung ständig Fast Food und Süßigkeiten anpreist. So ernähren immer mehr Ghanaer ihre Kinder mit industriell hergestelltem und teuer importiertem Kinderbrei und kochen Suppe mit Maggi-Brühwürfeln statt mit gesunden, natürlichen Zutaten. Um dieser Entwicklung etwas entgegenzustellen, war ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit, die Aufklärung in den Schulen und Kindergärten.

So hielten wir Vorträge über gesunde Ernährung und biologischen Anbau vor Schulklassen und die älteren Kinder durften uns danach auf die Farm begleiten, um sich vor Ort alles anzusehen. In einem Kindergarten machten wir mit den Kindern Lernspiele und verteilten frisches Obst. Es war unglaublich, wie sehr die Kinder nach anfänglichem Zögern das Obst mochten. Dieses Obst wächst zwar wild vor ihrer Haustür, wird jedoch nicht geerntet. Durch diese Informationsveranstaltungen sollen die Kinder, und dadurch auch deren Eltern, für eine gesunde Ernährung und einen biologischen Anbau begeistert werden. Mit etwas Eigeninitiative, und der immer vorhandenen Unterstützung von Projects Abroad, konnten wir unsere eigenen Ideen umsetzen. Ich denke mit dieser Arbeit konnten und können wir viel erreichen.

Ghana Community Chiefs

Eine Kombination von Housing Projekt und Demonstrations-Farm kann ich wirklich empfehlen. Derzeit wird sogar schon eine zweite Farm neben einem Kinderheim angelegt.

Neben der Arbeit kam aber auch die Freizeit nie zu kurz. So nahmen wir zum Beispiel Trommelunterricht bei "King", einem Musiker aus Mamfe oder fuhren an den Wochenenden mit andern Freiwilligen im Tro-Tro zu den Wli-Falls, und nach Cape Coast. Diese Reisen waren jedes Mal aufregend, allein schon wegen der gnadenlos überfüllten Vehikel. Da die meisten Ghanaer aber gelassen, freundlich und hilfsbereit sind, waren selbst 7-stündige Fahrten eher eine schöne Erfahrung als Stress. Diesen scheint es in Ghana sowieso nicht zu geben.

An unserem letzten Wochenende hatten wir sogar noch das Glück, das Festival in Akropong besuchen zu können, bei dem sich die Chiefs aus der Region versammelten und Reden hielten. Vor der Versammlung zogen diese mit ihrem Gefolge in einem großen Umzug durch das Dorf, immer begleitet von Trommlern und bejubelt von den Zuschauern. Die Chiefs wurden dabei in Sänften getragen. Uns kam es vor, als wären wir nicht nur in einer anderen Welt, sondern auch in eine andere Zeit zurückversetzt worden.

Ich bin aus Ghana mit dem befriedigenden Gefühl abgereist, etwas Sinnvolles getan zu haben. Meine Zeit in Ghana hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich möchte unbedingt Projects Abroad weiterhin unterstützen und den Menschen in Ghana und anderswo helfen. Ich denke, wir aus den Industrieländern können in Ghana nicht nur Helfen, sondern auch Vieles von den Menschen dort lernen. Der Umgang untereinander ist in Ghana friedlicher und das Leben entspannter. Einfach irgendwie menschlicher.

Markus Brinker

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