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Eine ganz andere Lebensphilosophie

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Hausbau - Projekt in Tansania von Maximilian Lawall

Endlich bin ich in Tansania! Nach dem Abitur musste ich einfach mal raus aus der Heimat, ab ins Ausland, selbstständig in die Fremde! Schließlich am Kilimandscharo Airport angekommen, wurde ich von einem Projects Abroad Mitarbeiter abgeholt und nach Arusha zunächst für eine Nacht zu einer netten Gastfamilie gebracht. Dort wurde ich mit Essen versorgt und konnte mich erst einmal ordentlich ausschlafen. Am nächsten Tag wurde ich von meinem Betreuer eingewiesen. Er gab mir Informationen zum Projekt, führte mich durch Arusha und zeigte mir das Wichtigste, um sich hier zurechtzufinden. Am Nachmittag ging es mit einem zweiten Neuling nach Norden in die Massai-Steppe, wo das Bauprojekt stattfand.

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Etwa eine Stunde nördlich von Arusha, auf halbem Weg nach Kenia, liegt Engikaret. Das winzige Dorf besteht hauptsächlich aus einer alten Missionsstation des römisch-katholischen Ordens der Spiritaner (Holy Ghost Fathers), einem Wohnhaus, einer Kirche und einer Sekundarschule. Drumherum gibt es noch eine staatliche Grundschule und eine kleine Ansammlung von Häuschen. Das Gebiet wird von den Massais und deren umliegenden Dörfern dominiert. Man hat einen grandiosen Blick auf den Kilimandscharo und den Mount Meru, sowie eine weite sandige Ebene, Ziegenherden und eine karge, dornige Pflanzenwelt.

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Der Ort ist eine kleine Oase, voll mit fröhlichen Schülern und Schülerinnen, Arbeitern, Freiwilligen, zwei Priestern und jeder Menge Tieren. Bei der Begrüßung standen zwei fröhlich lachend Männer im Fußball-Outfit vor mir. Die beiden Priester waren immer für die Freiwilligen da, stets sehr herzlich und obendrein noch die Organisatoren des Bauprojektes. Es gab immer reichlich Gesprächsstoff und gute Stimmung. Die Freiwilligen kamen aus aller Welt und genossen das Leben in Engikaret meist so sehr, dass sie lieber im „Outback“ blieben, als am Wochenende in die Stadt zu reisen. Nicht nur die Priester und das rege Leben im Dorf überraschten mich sehr positiv, sondern auch das Essen! Die beiden Haushälterinnen/Köchinnen leisteten großartige Arbeit. Es gab Salat, Obst, Fleisch, Bohnen, Reis, Pommes Frites, geröstete Bananen, Chapati (Fladenbrot), Ugali (ein Gericht aus Maismehl), Suppen und mehr. Ich bin also trotz der harten Arbeit keineswegs vom Fleisch gefallen!

tansania-hausbau-holz

Das Projekt war wirklich sehr bereichernd! Die Arbeit war mit einem Bau in Deutschland nicht zu vergleichen. Die wenigen Werkzeuge, die es gab, waren alt, klapprig oder schon kaputt. Alles lief per Handarbeit: Sandsieben, Betonmischen mit der Schaufel, Ausheben von Fundamenten mit Hacke und Schaufel, Steine schleppen, Eimer voll Beton schleppen, Mauern, Stahlgitter für Stahlbeton flechten, Holz sägen und den Dachstuhl zimmern, Fenster und Türen einsetzen, das Dach decken, Fenster verglasen oder Wände verputzen und streichen. All das kann zur Arbeit für die Freiwilligen werden, wenn diese lange genug vor Ort sind, um mehrere Phasen des Hausbaus zu durchlaufen.

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In den vier Monaten, in denen ich in Engikaret lebte, habe ich quasi an einem Haus vom Fundament bis zum Dach mitgearbeitet. Auch die Freiwilligen, die hier nur für einen Monat waren, hatten einen erfüllten Aufenthalt. Doch je länger man bleibt, umso vielfältiger wird das Erleben vor Ort. Die Arbeit an sich ist durch die fehlenden Hilfsmittel und das heiße Klima in der Steppe körperlich meistens ziemlich hart. Doch die afrikanische Arbeitsmentalität zwingt einen, nicht ans Äußerste zu gehen. Mit genug Wasser zu trinken, einigen Pausen und sehr netten Kollegen lässt es sich mit viel Spaß arbeiten!

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Was ich an dem Projekt sehr genossen habe, war die Dynamik zwischen den Freiwilligen und den Arbeitern. Da deren Englisch nicht das Beste ist, lernte ich schnell die wichtigsten Floskeln in Swaheli und die Arbeiter verbesserten ihr Englisch. In ihnen habe ich wirklich gute neue Freunde gefunden. Besonders befriedigend war der Erfolg der eigenen Arbeit, den wir direkt vor Augen hatten. Schon nach wenigen Tagen stellten wir fest: wieder ein paar Meter gegraben, wieder eine Wand mehr! Und es war ein wunderbares Gefühl, als am Ende eine fröhliche Gruppe Schülerinnen in den mit eigenen Händen und Schweiß errichteten Schlafsaal einzogen!

Eine Abwechslung zum Projekt und dem Leben in Engikaret boten die Mitarbeiter von Projects Abroad, die versuchten, so viele Angebote wie möglich für die Freiwilligen zu schaffen. So organisierten sie beispielsweise wöchentliche Treffen, wo wir zusammen aßen und feierten, Sporttage, Ausflüge, Seminare zu vielen interessanten Themen und vieles mehr.

Mit der Gastfamilie in Engikaret hatte ich besonders Glück. So nahm mich einer der Priester auf eine Reise in die Usambaraberge mit, wo er ein Kloster besuchte, der andere fuhr mit mir zu einem Treffen über ein Wasserversorgungsprojekt, was von unserer Bundesregierung unterstütz wird. Wir gingen mit auf Hochzeiten, nutzten häufig eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt etc. Bei diesen Reisen bekam ich einen ganz anderen Eindruck vom alltäglichen Leben in Tansania, als ich es auf einer organisierten Tour bekommen würde. Es waren Erlebnisse und Eindrücke, die ich nie wieder vergessen werde!

Wie alle Freiwilligen nutzte ich meinen Aufenthalt natürlich auch zum Reisen. So machte ich zusammen mit anderen Freiwilligen eine Safari im Ngorongoro-Krater und der Serengeti und bestieg den Kilimandscharo. Richtig realisiert, in welchen Umständen ich dort gelebt und was ich alles erlebt habe, habe ich erst wieder zu Hause. Es ist wirklich ein interessantes Gefühl, nach vier Monaten wieder vor einem Kühlschrank zu stehen oder eine heiße Dusche zu nehmen!

Tansania hat eine atemberaubende Naturlandschaft, freundliche Menschen und versetzt einen in eine ganz andere Lebensphilosophie und Kultur. Es war toll, dies alles zu erfahren und obendrein noch mein Englisch auszubauen, neue Freundschaften zu schließen und mich körperlich für die Menschen einzusetzen, die es wirklich nötig haben!

Maximilian Lawall

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