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Äthiopien, ein Land mit vielen Facetten

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Journalismus in Äthiopien von Mirjam Zehnder aus Eriswil (Schweiz)

Nachdem ich das Gymnasium in der Schweiz beendet hatte, wollte ich die große weite Welt etwas besser kennen lernen und dabei nicht nur als Tourist ein Land bereisen. Da kam mir Projects Abroad gerade gelegen, denn die lokalen Mitarbeiter helfen einem, sich in einem unbekannten Land zurechtzufinden und wohlzufühlen und dabei sehr prägende Erfahrungen fürs Leben zu sammeln. Ich ging also für drei Monate nach Äthiopien, um bei einer Zeitung zu arbeiten, da ich später in der Schweiz im Journalismus tätig sein wollte, und mittlerweile arbeite ich auch in diesem Bereich.

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Ich wusste nicht sehr viel über Äthiopien, bevor ich dorthin reiste, nur dass es ein sehr armes Land ist, und dass sich die Hauptstadt auf über 2000 Meter über dem Meer befindet. Als ich dann dort war, stellte ich fest: Die Landschaft ist sehr eindrucksvoll, die Leute sind offen und gastfreundlich, und ich fühlte mich sofort wohl. Auch der Austausch mit anderen Freiwilligen war wertvoll, zudem konnte ich viele Freundschaften mit internationalen Leuten aufbauen, die ich auch heute noch pflege.

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Das Leben bei der Gastfamilie, bei der ich untergebracht war, gefiel mir sehr gut. Ich wurde herzlich aufgenommen und war von der ersten Sekunde an ein Teil der Familie. Die Kinder, drei, neun und zwölf Jahre alt, waren immer für einen Spaß zu haben. Ich war so richtig im äthiopischen Leben drin, wozu auch zahlreiche Strom- und Wasserausfälle gehörten, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war, nach einer gewissen Zeit aber normal wurde.

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Vor allem zu Beginn war der öffentliche Verkehr eine Herausforderung. Es gab große Busse und Minibusse (mit 12 Plätzen, wo gut und gerne 20 Leute darin Platz finden können...), allerdings funktionierte das Ganze ohne Fahrpläne. Die Taxi Assistenten riefen zum Fenster hinaus, wohin sie fahren, und wenn man die Stadt nicht kannte, konnte dies durchaus ein Problem darstellen. Als ich es dann aber mit der Zeit verstanden hatte, fühlte ich mich schon ziemlich gut, lässig und cool einzusteigen, am richtigen Ort anzukommen und auch noch den richtigen Betrag bereitzuhalten und nicht nur fragend durch die Gegend zu schauen.

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Die Arbeit bei der Zeitung gefiel mir sehr gut. Ich hatte viel Freiraum über was ich berichten wollte, und kam auch mit anderen Leuten in Kontakt, die in der Redaktion arbeiteten. Es gab weitere Journalisten, dann waren etliche Sekretärinnen im Büro, hinter meinem Arbeitsplatz arbeiteten sogenannte „Typists“, welche handgeschriebene Texte der Journalisten abtippten, und schließlich kamen jeden Morgen und Nachmittag zwei Frauen vorbei, die Tee und Kaffee servierten.

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Meine Arbeit war von etlichen Stromausfällen und sehr langsamem Internet geprägt, was die Aufgabe manchmal nicht gerade leicht machte. Eine weitere Herausforderung war, nicht zu kritische Berichte zu verfassen. Die Medien in Äthiopien werden von der Regierung genau unter die Lupe genommen, was schon mehrere Gefängnisaufenthalte für den Besitzer der Zeitung zur Folge hatte. Die Verantwortlichen schauten mir also genau auf die Finger, und zwischendurch musste ich Textstellen auch abändern, weil ich gewisse Sachen im Land kritisch hinterfragend darstellte. Die interessantesten Artikel für die Äthiopier, ließ ich mir sagen, waren aber diejenigen, in denen ich über meine Erfahrungen in ihrem Land schrieb, denn es ist ihnen wichtig, sich gut zu repräsentieren gegenüber Fremden.

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An den Wochenenden und in der Freizeit lernten wir die Hauptstadt Addis Abeba näher kennen, unternahmen Ausflüge in den Norden und Osten des Landes und erkundeten andere Regionen, die viele neue Seiten von Äthiopien zeigten.

Als ich nach drei Monaten in die Schweiz zurückkehrte, wusste ich, dass ich um eine wertvolle Erfahrung reicher geworden war. Mein Weltbild hatte sich verändert, da ich vorher nie so weit gereist war, weil ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und wir kaum Gelegenheit hatten, die Welt zu entdecken. Ich lernte andererseits das Leben in der Schweiz sehr schätzen, sei es das warme Wasser beim Duschen oder den Strom, der im Gegensatz zu Äthiopien nie ausfällt. Ich habe mich selber verändert, habe Selbstvertrauen gesammelt und kann meinen Freunden spannende Geschichten über ein in der Schweiz ziemlich unbekanntes Land erzählen. Äthiopien mit seiner reichhaltigen Kultur ist eine Art Heimat in Afrika für mich geworden, mittlerweile weiß ich bedeutend mehr darüber als das zu Beginn erwähnte. Und ich habe bemerkt, dass sich ein Praktikum dieser Art bei einer Bewerbung für einen Job besonders gut macht!

Mirjam Zehnder

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