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„Vamos Joanna!“

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Journalismus in Bolivien von Joanna Filejski

Das waren im ersten Monat stets die letzten Worte meiner Gastmutter, nachdem sie mir verzweifelt versucht hatte zu erklären, was als Nächstes passiert. Nach 5-minütiger Erklärung auf Spanisch und meinem verwirrten Blick, seufzte sie und sagte einfach nur „Komm, Joanna!“, woraufhin ich ihr folgen würde. Gut, vielleicht hätte ich mich ein wenig mehr mit der Sprache auseinandersetzen sollen, bevor ich mich dafür entschied, ein 6-monatiges Journalismus-Praktikum in Bolivien zu machen, aber meine Idee war es einfach hinzufahren- der Rest wird schon.

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Und so kam ich Ende September nach Cochabamba, anstatt, wie all meine Freunde, das Studium ihrer Wahl in einer deutschen Stadt anzufangen. Ich hatte mich schon seit Längerem für Journalismus interessiert, hatte aber die Sorge, dass die Realität sich in diesem Feld sehr von meinen Vorstellungen unterscheidet. Außerdem wollte ich schon immer Spanisch lernen, hatte diese Möglichkeit aber nicht an meiner Schule, und nachdem ich schon verschiedene Kontinente bereist hatte, stand Südamerika als nächstes Ziel auf meiner Liste. Und fürs Studium war ich noch nicht bereit.

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All diese Faktoren führten mich zum Cocha-Banner, einem monatlichen Magazin auf Englisch, das von Projects-Abroad herausgebracht wird und umsonst in verschiedenen kulturellen Einrichtungen und Cafés ausgelegt wird. Inhalte sind Kultur und Leben in Bolivien - es soll zum einen Bolivianern helfen, ihr Englisch zu bessern. Zum anderen Touristen helfen, mehr über das Land lernen. Meine Chefin Ximena und ich wurden schnell Freunde. Nach einigen Monaten hatte sie so großes Vertrauen in mich und meine Arbeit, dass sie mich zweimal den „Supporting Editor“ sein ließ, was bedeutet, dass ich unter ihrer Aufsicht alle Entscheidungen zur Ausgabe machen durfte. Ich entschied über Artikel, Bilder, Layout, Deckblatt, Überschriften etc. Somit entstanden zwei Ausgaben ganz nach meinen Vorstellungen, was mich ein wenig stolz macht.

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Zu meinen sonstigen Aufgaben gehörten Artikel und Übersetzungen schreiben, Interviews führen und die Ausfuhr des Magazins an die unterschiedlichen Einrichtungen. In meinen sechs Monaten hatte ich insgesamt fünf Kollegen zu denen zwei Dänen, zwei Deutsche und ein Japaner gehörten. Die Dänin, mit der ich am Anfang arbeitete, wurde zu einer meiner engsten Freundinnen und führte mich in ihren Freundeskreis ein. Die ersten drei Monate entstand so meine Clique, die sich aus vier Dänen, zwei Franzosen, zwei Bolivianern und einer Holländerin zusammensetzte. Wir machten oft Dinge zusammen in der Stadt wie Essen gehen, Kinobesuche oder auch exotische Dinge wie Paintball. Natürlich waren auch immer noch andere Volontäre dabei, denn es wurden nie Leute ausgeschlossen, was ich sehr positiv fand.

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Am Wochenende verreiste ich auch oft mit anderen Freiwilligen, um so viel wie möglich von Bolivien kennen zu lernen. Außerdem bekam ich die Chance, mit meiner Gastfamilie zu verreisen und besuchte wahrscheinlich alle wichtigen Orte in diesem Land, was ich noch nicht einmal von Deutschland behaupten kann. Meine Reisen führten mich nach Salar de Uyuni, der größten Salzwüste der Welt; Potosi, der höchstgelegenen Stadt der Welt (4000m!); Oruro, eine Stadt deren Karneval zum UNESCO Weltkulturerbe gehört; Rurrenabaque, ein Ort, von dem aus man Ausflüge in den Dschungel startet; Titicaca-See, der höchstgelegene See der Welt und viele andere Orte, die zwar keine Rekorde vorweisen, aber trotzdem einen Besuch wert sind.

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Meine Gastfamilie stellte sich als riesig heraus und ständig war jemand zu Besuch, was ich klasse fand, da ich nicht nur reisen, sondern auch erleben wollte wie der Durchschnitts-Bolivianer lebt. Ich lebte mit meiner Gastmutter und ihrer Enkelin zusammen, aber täglich kam ihre Tochter mit ihrem Söhnchen vorbei und auch der Rest der Kinder und Enkelkinder waren mindestens wöchentlich da, sodass meine Gastfamilie aus ca. 20 Leuten bestand, mit denen ich auch viel unternahm. Mein Highlight war die Hochzeit, auf die sie mich einluden, wo ich der einzige Kaukasier war und trotz Sprachbarriere viel Spaß hatte. Obwohl am Anfang viele der anderen Hochzeitsgäste eher schüchtern waren, merkten sie schnell, dass ich nicht so sehr anders bin und wir tanzten alle zusammen bis spät in die Nacht.

Nach den sechs Monaten fuhr ich nach Hause mit guten Spanisch Kenntnissen, einer Menge Lebenserfahrung, genaueren Vorstellungen der Arbeit im Journalismus und einem Haufen Freunde, die rund um den Globus verstreut leben. Ich empfehle jedem im Laufe seines Lebens Zeit im Ausland zu verbringen, denn man lernt Dinge, die einem an keiner Schule dieser Welt beigebracht werden können und sammelt Erfahrungen, die unvergleichbar sind mit Allem, was man im eigenen Land erleben kann.

Joanna Filejski

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