Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

"Shanghai - Lebensgefühl der Superlative"

Das moderne Shanghai entsteht

Journalismus in China von Marco Perschon

Essen mit Stäbchen, permanentes Gehupe, Menschengedränge, eine fast fühlbare Abgasbelastung, das selbstverständliche Spucken auf die Strasse und der ewige Kampf um die besten Plätze in der Shanghaier Metro: Das Leben in einer 20- Millionen- Metropole erfordert sowohl Toleranz und Anpassungsfähigkeit als auch Durchsetzungsvermögen. Insbesondere letzteres ist von Bedeutung und steht zugleich symbolisch für das Alltagsleben im heutigen China. Nur Leistung und Erfolg scheinen zu zählen. Der Ehrgeiz, Produktivität und Wirtschaft voranzutreiben, wird der jüngsten Generation geradezu in die Wiege gelegt; Experten und Wirtschaftsforscher vermuten, dass es unter gleich bleibenden Bedingungen nur noch eines Zeitraumes von etwa 35 Jahren bedürfe, bis der Aufschwung im Reich der Mitte und seine stetig wachsende Wirtschaftskraft das Niveau der USA erreicht haben dürfte.

Ich als Zuschauer bei gymnastischen Übungen

Zurück zur Stadt "am Meer", Herkunft und Bedeutung dieses Namens "Shanghai" liegen nur Vermutungen zu Grunde: Es waren wohl die ersten Siedler, einfache chinesische Fischer, die der Stadt ihren Namen gegeben haben.

Nachtleben in Shanghai

Das vielschichtige Angebot dieser Stadt lässt kaum Wünsche offen. Alles geht. Von der Kultur des traditionellen China und seiner fassettenreichen Geschichte bis hin zu einer nächtlichen Clubszene, die selbst der von Chicago in nichts nachsteht.

Die Eindrücke, die hier täglich auf mich herabprasseln sind oft nur schwer einzuordnen. So steht dem rasanten Aufschwung und seiner wachsenden Schicht von Bankiers, Firmenbesitzern und Investoren eine Armutsschicht gegenüber, die es sehr schwer hat, sich in diesem Umfeld auch nur einen kleinen Teil zum Leben zu erhaschen. Die einfachen, meist ungelernten Arbeiter fungieren hier im Wesentlichen nur als Werkzeuge des industriellen Aufschwungs. Es fällt schwer, gegen die zum Teil unzumutbaren Arbeitsbedingungen Protest einzulegen. In Extremfällen arbeiten Menschen hier 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, für weniger als 100,- Euro monatlich. Und diese Stadt schläft nicht. In der Vorstellung über China fallen zuerst die uralten Traditionen und die dreitausendjährige Geschichte dieses Landes ins Gewicht. Ein altes chinesisches Sprichwort unterstreicht aber genau das, was in diesem Lande gegenwärtig vor sich geht. "Wenn das Alte nicht verschwindet, kann das Neue nicht kommen."

Dies kann man fast täglich beobachten, wenn rücksichtslos alte Gebäude und ganze Siedlungen niedergewalzt werden, um neuen, immer größeren und schöneren Hochhäusern Platz zu machen. Für mich als Besucher ist das Leben und Zurechtfinden in Shanghai eine permanente Herausforderung. Viele der Menschen hier sind den Umgang mit Menschen aus anderen Ländern und insbesondere aus Europa nicht gewohnt.

Es ist faszinierend zu betrachten, mit welch einer Hingabe sich viele Menschen hier dem Sport - Praktikum widmen und ihn regelrecht "leben"; insbesondere die Kunst des Tai Chi (Schattenboxen) erfreut sich sehr vieler Anhänger. Dabei hat dies mit Boxen nichts zu tun, sondern ist eher eine Art sehr langsamer Gymnastik, die zwar einfach aussieht, aber für den ungeübten Neuling überraschend anstrengend ist. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der älteren Menschen. So lernte ich Huáng Méi Zhén kennen. Sie wurde vor 58 Jahren in Shanghai geboren und begeistert sich für diese altchinesische Tradition. Für sie ist es eine ideale Abwechslung zum Alltagsleben und gibt ihr die Möglichkeit sich mit Altersgenossen sportlich zu betätigen. Stark und insbesondere fit zu bleiben liegt vielen Chinesen der älteren Generation sehr am Herzen. Was Huáng Mèi Zhen an ihrer Stadt besonders liebt und sie mit Stolz erfüllt, sind die zahlreichen wunderschönen Seiten dieser Stadt, ihre Internationalität und der ständige ökonomische Wachstum.

Mit Rückblick auf ihre Jugend sagt sie aus vollster Überzeugung, dass sich Shanghai mit einem atemberaubenden Tempo zu einer Weltmetropole entwickelt hat. Auch andere Sport - Praktikumarten und Freizeitaktivitäten finden in der großen Auswahl an Parkanlagen ihr zu Hause und werden von vielen Menschen wahrgenommen. Ob Kampfstort, Badminton, Brettspiele, Tanzen, Bootsfahrten, Meditationsübungen oder sogar Kalligraphie, die uralte Technik chinesische Schriftzeichen in künstlerischer Darstellung zu gestalten, dem bunten Treiben in den Parks sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

Bei der jüngeren Generation hingegen steht Erfolg im Alltags- und Berufsleben an erster Stelle. Und Erfolg will man natürlich vorzeigen. Hierzu gehört auch sich ständig mit den neuesten Trends auseinander zu setzen. Sorgfältig aufgetragenes Make-up, eine sehr überlegte Garderobe und das unglaublich große Angebot an Modemagazinen sind Indiz für das sehr ausgeprägte Modebewusstsein vieler junger Chinesinnen.

Besondere Schwierigkeiten bereitet die eigene Verpflegung, da viele der Restaurants und Imbisse nicht mit englischsprachigen Speisekarten ausgestattet sind. Man lernt daher sehr schnell, sich mit Händen und Füssen zu verständigen. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Insbesondere Mimik und Gestik gehören zu den stärksten Eigenschaften, die alle Menschen gemein haben. Man muss sich eben nur zu helfen wissen und sich in Momenten, in denen eine Situation nicht zu bewältigen scheint, stets die Kontenance bewahren.

Marco Perschon

Mehr zum Journalismus - Praktikum in China

Mehr zum Journalismus - Praktikum

Mehr zu China.

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Sommer mal anders: Als Volunteer ins Ausland
Nach oben ▲