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Vom heimwehkranken, ziemlich verlorenen Mädchen zur zweiten Hausmami

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Sport– und Journalismus – Praktikum in Südafrika von Christine Kolland aus Graz (Österreich)

Wie wohl fast jeder Schüler war ich wahnsinnig glücklich, als ich den Abschluss in der Hand hatte. Und wie so viele hatte ich relativ wenig Ahnung, was ich danach beruflich machen wollte. Eine Infomesse, ein bisschen Zufall und Google haben mich dann auf Projects Abroad und Südafrika gebracht. Ich war davor zwar immer wieder kurzzeitig für irgendein Studium begeistert, aber keines hat so viel Vorfreude und Enthusiasmus geweckt wie der Auslandsaufenthalt.

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Trotzdem, als die Abreise bevorstand, fiel es mir unheimlich schwer, mich von Familie und Freunden zu verabschieden. Ich hab’s nicht mal geschafft, meine Socken in den (gigantischen…) Koffer zu packen, ohne ziemlich emotional zu werden! Fünf Monate allein auf einem fremden Kontinent, was zur Hölle hatte ich mir nur gedacht?

Ich geb’s zu, denselben Gedanken hatte ich in den ersten Tagen noch öfter. Aber nachdem ich großes Glück mit meiner Gastfamilie und auch den anderen Freiwilligen hatte, mit denen ich zusammenwohnte, und sich mein Betreuer von Projects Abroad ziemlich lieb um mein Heimweh gekümmert hat, konnte ich bald nicht anders, als mich Hals über Kopf in Kapstadt zu verlieben. Eingewöhnungsschwierigkeiten beiseite: An meinem ersten Wochenende stand ich mit meinen Mitbewohnern schon am Tafelberg!

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Die ersten zwei Monate arbeitete ich mal mit 3, dann mit 4 anderen Freiwilligen als Sportlehrerin an einer Grundschule. Die Kleinen (die ab der 3. Stufe sowieso schon größer waren als ich, und mich liebend gern einfach hochhoben) hatten am Anfang ein bisschen Schwierigkeiten, auf das etwas hilflos dreinschauende, blonde Mädchen zu hören. Irgendwann leitete ich dann meine eigene Fußball-Stunde mit den kleinen Jungs und hatte ordentlichen Spaß mit tanzenden und singenden Mädchen. Wahnsinn, was die für ein Rhythmusgefühl haben! Ich habe mich selten mehr wie ein unbeweglicher Besen gefühlt!

Die Nachmittage und Abende hab ich anfangs hauptsächlich mit „Englischkursen“ mit meiner amerikanischen Mitbewohnerin verbracht – und jeder Menge Spaß. Aus uns vier wurden bald acht unter einem Dach, immer was los und ein voller Minibus, egal wohin es ging.

Zehn Tage vor Weihnachten brachen dann vier große Rucksäcke und ihre dänischen, deutschen, französischen und österreichischen Träger Richtung Norden auf. Wir hatten große Pläne, es bis Weihnachten bis Johannesburg und wieder zurück entlang der Küste zu schaffen. Um die lange Reisegeschichte etwas kürzer zu fassen: Trotz einiger Schwierigkeiten der Sorte „Verdammt, wir hätten uns das vorher überlegen/ früher planen sollen!“, hatten wir jede Menge Spaß, surften, ritten, überlebten diverse Kochexperimente und abenteuerliche Rad- und Wandertouren. Die größte Überraschung war letztlich, dass wir es pünktlich vor Weihnachten nach Hause schafften. Denn das war Kapstadt und meine Gastfamilie besonders nach dieser Reise für mich: Ein Zuhause.

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Ich erlebte mein erstes sommerliches Weihnachten mit gleich zwei Festessen und Feiern: einmal mit der Familie der Lehrerin, mit der meine Mitbewohner zusammenarbeiteten und die uns drei auch gleich als ihre Kinder adoptiert hatte, und einmal mit unserer Gastfamilie. Von der Weihnachtsdisko, die wir am 24. Dezember ab 7 Uhr früh hatten, über den Strandbesuch tagsüber… es war definitiv anders und sehr besonders!

Der Umstieg vom Sportprojekt, meinem lauten und lebendigen Tag im Freien zum Journalismus Projekt war nicht so einfach. Das Stillsitzen im Büro fiel mir nicht so leicht, bis ich die fantastische Möglichkeit der Außenrecherche entdeckte: Welches Café in Kapstadt bietet den besten Kaffee, welche Brauerei das beste Bier und den gesprächigsten Braumeister?

Dreieinhalb Monate nach meiner Ankunft und bereits viele traurige Abschiede später, bekam ich auch Elternbesuch, die mich dann mit zum Kruger Nationalpark nahmen. Nilpferde auf der Straße, ganz viele Tierbabys, Elefantenherden, die den Weg blockieren, und eine mitten im Busch mit vielen Spinnen verbrachte Nacht machten auch diese 5 Tage zu einem Wahnsinnserlebnis.

Es fällt mir noch heute schwer, Highlights zu nennen – es gab viel zu viele davon. Alle 3 Besteigungen des Tafelbergs waren eindrucksvoll, ebenso die Vollmondbesteigungen vom Lionshead mit Ausblick über Kapstadt und das Meer, das Paragliden vom Lionshead oder einfach die „Familienausflüge“ (meine Mitbewohner plus unsere Nachbar- Freiwilligen) zur Biscuit Mill, einem samstäglichen Essensmarkt, wo ich schätzungsweise 4,8 meiner 5 Kilo mehr her habe.

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An meinem letzten Tag, als ich endlich meinen Koffer fertig gepackt hatte, saß ich noch eine Weile auf unserem Balkon und dachte über meine Reise nach. Vom heimwehkranken, ziemlich verlorenen Mädchen bin ich zur zweiten Hausmami geworden, die eigentlich nicht zurück nach Österreich wollte. Ich hab dort eine zweite, große Familie gefunden, Curry kochen, surfen und „braaien“ gelernt, ebenso wie schmutziges Amerikanisch und halbwegs brauchbares britisches Englisch. Braaien heißt grillen, Friday war Braaiday bei uns, und ich sag’s euch, ich habe diese Freitagabende geliebt, ob das Hühnchen nun angebrannt war oder ausnahmsweise mal nicht!

Was ich berufsmäßig machen will, weiß ich immer noch nicht so genau, aber mit der dort gewonnenen Selbstsicherheit und all den Erfahrungen, find ich’s bestimmt heraus!

Christine Kolland

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