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Meine Arbeit als Menschenrechtler

Ghana, Menschenrechte, Freiwilliger

Menschenrechts-Projekt in Ghana von Maximilian Dyck

„Obruni, obruni, where are you going, obruni?“ „I’m looking for Tudu station and a tro tro to Hohoe.“ „I will take you.“ 30 Minuten später und nach einigen Diskussionen mit anderen Einheimischen in der Nähe finden wir dann den richtigen Kleinbus an der Tudu Station. Unser ghanaischer Freund hat alles stehen und liegen gelassen, um uns zu helfen. Nach ein paar weiteren Wortwechseln mit dem Tro Tro Fahrer bestätigt er, dass wir 9 Cedi zahlen müssen, um nach Hohoe zu gelangen – den Preis den alle Einheimischen in unserem Tro Tro auch bezahlen. Er verabschiedet sich noch kurz und geht wieder weiter. Dies klingt zwar nach einer unglaublichen Geschichte, trifft aber voll und ganz auf die Menschen zu, die ich in Ghana getroffen habe. Noch nie habe ich in meinem Leben hilfreichere, freundlichere und offenere Menschen kennengelernt.

Ghana, Menschenrechte, Freiwilliger

Als ich an meinem ersten Tag aus dem Flieger stieg und die Grenze Ghanas überquerte, wurde ich gleich von Nyame, einem Mitarbeiter von Projects Abroad begrüßt. Er empfing mich und einen weiteren Freiwilligen aus England mit offenen Armen, erzählte uns mit größter Begeisterung von anderen Freiwilligen und deren Arbeit in Ghana und gab uns ghanaische Namen. Als ich 40 Minuten später dann bei meiner Gastfamilie ankam, war ich sehr überrascht, da ich mitten in eine Feier des lokalen Fußballvereins hineinplatzte und mir ein wenig fehl am Platze vorkam. Dies änderte sich jedoch schnell, als ich von meiner Gastmutter Gertrude, meinem Gastbruder Nii und einem weiteren Freiwilligen begrüßt wurde, die mir so gleich viele Geschichten erzählten und mir etwas vom angerichteten Essen anboten.

Ghana, Menschenrechte, Kollegen

Meine Gastfamilie war einer der für mich persönlich wichtigsten Teile meines Aufenthaltes in Ghana. Gertrude und Nii waren sehr freundlich und offen. Ich erinnere mich an viele tolle Unterhaltungen mit Nii, an viele lustige Dinge, die wir gemacht haben und die Tatsache, dass er stets gerne Geschichten über Ghana erzählte. An einem meiner letzten Abende hat er mich in seine Lieblingsbar mitgenommen und mir einen Drink spendiert. Diese Bar haben wir nur durch mehrere Gassen und Hinterhöfe erreicht. Als wir ankamen, waren dort einige Ghanaer, die um einen relativ alten Fernseher saßen und sich einen sehr alten Kung Fu Film anschauten. Nii meinte, dass er nur Freiwillige dort hin mitnimmt, wenn sie ihm viel bedeuten. Ich fühlte mich sehr geehrt.

Ghana, Menschenrechte, Quiz

Ein weiterer bedeutender Teil war meine Arbeit als Menschenrechtler. Meine Hauptaufgabe war die Vorbereitung von Präsentationen zur Aufklärung über das Thema Menschenrechte. Auch hier habe ich mich als 19-Jähriger sehr privilegiert gefühlt, da sowohl Lehrer, Schüler, Polizisten als auch Richter und Anwälte sehr respektvoll mit uns umgingen und stets viel auf unseren Unterricht setzten. Das schönste Projekt war wohl der Human Rights Club an der Accra High School, den einige Freiwillige und ich mit Ebens, einem Mitarbeiter vom Projects Abroad Human Rights Office, gemeinsam aufbauten. Dort sprachen wir mit den Schülern über unterschiedliche Menschrechtsthemen, wie zum Beispiel Kinderarbeit, die Rechte der Frauen, das African Charter on Human Rights etc. Ihre anfängliche Schüchternheit verschwand schnell und sie beteiligten sich lebhaft an den Diskussionen.

Ghana, Menschenrechte, Freiwillige

Der tollste Moment während diesem Projekt war ein Vormittag, an dem wir den neuen Schulsprechern Unterricht zum Thema Führungsqualitäten gaben. Später nahmen wir an ihrer Einweihung als Ehrengäste teil und schüttelten jedem der neuen Schulsprecher und Schulsprecherinnen die Hand. Das wahrhaftig Tolle an diesem Projekt war es, die Entwicklung und den Lernprozess der Schüler zu beobachten und zu sehen, wie sie mit immensem Respekt und großer Begeisterung das von uns Gelernte an ihr Leben anzupassen versuchten.

Ghana, Menschenrechte, Waisenkinder

Der wohl beste Tag meines Aufenthaltes war ein Samstag Morgen, an dem Fynn, der regionale Koordinator für Accra, einen Gesundheitsmarsch vom Büro von Projects Abroad zu einem Waisenhaus in Osu organisierte. Alle Freiwilligen in ganz Ghana kamen zusammen und wir liefen ungefähr drei Stunden bis wir das Waisenhaus erreichten. Anfänglich war unsere Freude gering, aber als wir feststellten, dass Fynn eine Marschband organisierte hatte, die ständig ghanaische Marschmusik spielte, fanden auch wir unsere Freude an dem Marsch. Wir tanzten und sangen mit den Ghanaern und ich war, als wir das Waisenhaus erreichten, überglücklich. Dort trafen wir dann die Kinder, die trotz ihres harten Lebens glücklich und zufrieden schienen. Wir tanzten mit ihnen, spielten Fußball mit Plastikflaschen und bejubelten ihren Tanzwettbewerb.

Insgesamt bin ich sehr froh über meine drei Monate in Ghana. Ich habe vieles über mich selbst gelernt, die ghanaische Lebensfreude erlebt und ein Stück weit selbst übernommen. Ich habe gelernt, das zu schätzen, was ich habe. Dabei habe ich festgestellt, dass anderen Menschen zu helfen eine immense Freude mit sich bringt. Da ich im Oktober mit meinem Jurastudium beginne, hat mir mein Projekt als Menschenrechtler sehr viel geholfen. Ich durfte ein komplett anderes Rechtssystem kennenlernen und erhielt einen guten Einblick in menschenrechtliche Arbeit.

Maximilian Dyck

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