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Gesalzener Tee mit Milch

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Jura-Praktikum in der Mongolei von Juliane Henkes

Nach einem 8-stündigen Direktflug von Berlin-Tegel landete ich morgens in Ulan Bator. Dort wurde ich von einer sehr netten Mitarbeiterin von Projects Abroad abgeholt und zu meiner Gastfamilie gebracht. Der Flughafen liegt ein kleines bisschen außerhalb der Stadt, weshalb wir eine etwa 20-minütige Autofahrt vor uns hatten.

Meine Gastfamilie bestand aus der etwa 35-jährigen Tochter Jargalsaixhan und ihrer Mutter Tseso. Tseso war früher Erdkunde-Lehrerin und ist jetzt im Ruhestand. Jargalsaixhan ist Ärztin in einem der staatlichen Krankenhäuser. Sie spricht außerdem sehr gut Englisch, weshalb ich mich immer gut mit ihr unterhalten konnte. Die beiden haben sofort verstanden, dass ich Vegetarierin bin, was in einem Land wie der Mongolei, wo Fleisch das Grundnahrungsmittel ist, normalerweise sehr schwierig ist.

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Sie wohnten in einer 3-Zimmerwohnung, die sehr ordentlich und sauber war, sodass ich mich gleich wohlfühlte. Zur Begrüßung bekam ich typisch mongolische Kekse und selbstgemachten Käse. Fast jeder der 1,1 Mio Einwohner von Ulan Bator hat Verwandte, die auf dem Land in Jurten wohnen – so auch meine Gastfamilie. Sie waren vor meiner Ankunft für ein paar Wochen bei Verwandten auf dem Land und hatten von dort sehr viele Milchprodukte und traditionelles Essen mitgebracht. Ich durfte alles probieren. Dazu gab es den mongolischen Suutei Tsai. Es ist gesalzener Tee mit Milch. Am Anfang war er sehr gewöhnungsbedürftig, doch mit der Zeit fand ich ihn von Tag zu Tag leckerer. Zur Feier des Tages gab es außerdem Airag, vergorene Stutenmilch, die sehr streng und alkoholisch schmeckt.

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Am Nachmittag kamen dann sehr viele Verwandte zu Besuch, die auch in Ulan Bator lebten. Die Mongolen sind Familienmenschen. Auch sehr weit entfernte Verwandte (Großnichten etc.) treffen sich mindestens einmal pro Woche.

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Am Tag darauf holte mich Magnai, ein Mitarbeiter von Projects Abroad, ab und zeigte mir die Stadt und meinen Arbeitsplatz. Ich absolvierte ein Jura-Praktikum und arbeitete im State Social Insurance General Office of Mongolia (Generalbüro für die gesetzliche Sozialversicherung) in der Rechtsabteilung. Ich las viele mongolische Gesetze auf Englisch und verglich diese mit den deutschen Gesetzen. Zu Beginn des Praktikums übernahm ich hauptsächlich Botengänge, bei denen ich wichtige Dokumente meiner Supervisorin Odmaa in andere Abteilungen brachte. Odmaa ist Juristin und prüft somit alle Entscheidungen der anderen Abteilungen auf ihre Rechtskonformität und -gültigkeit.

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Nach und nach bekam ich immer mehr Aufgaben zur Recherche. Ich recherchierte viel über das Sozialrecht in der Mongolei. Da meine Kollegen sehr an dem deutschen Sozialrecht interessiert waren, verfasste ich viele Texte, in denen ich das deutsche und das mongolische Recht miteinander verglich, damit sie die bestehenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede leichter erkennen konnten.

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Das Highlight meines Praktikums war ein Besuch im Polizeibüro für Strafverfolgung. Es war wie eine Gerichtsverhandlung in einem kleinen Büroraum. Es waren lediglich der Angeklagte, ein Polizist, Odmaa und ich anwesend. Der Angeklagte hatte Krankengeld beantragt und bekommen, obwohl er kerngesund ist. Odmaa, als Vertretung des State Social Insurance General Office, musste nun unterschreiben, dass der richtige Angeklagte vor ihr sitzt. Der Mann gestand und wurde nun dazu verurteilt das Geld zurückzuzahlen, nebst einer hohen Geldstrafe.

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An den Wochenenden reiste ich sehr viel mit anderen Freiwilligen. Die Mongolei ist ein traumhaft schönes Land. Die Natur ist völlig unberührt. Weit und breit sind keine Menschen, nur hin und wieder eine Jurte mit weidenden Tieren. Wir haben sogar einmal bei einer mongolischen Familie in der Jurte übernachtet. In dieser Nacht wurde die Schafherde von Wölfen angegriffen, was ein sehr lautstarkes Spektakel war, da die Hunde die Wölfe bellend vertrieben. Auf dem Land war es als Vegetarier schon schwieriger, da es dort fast kein Gemüse gibt, sondern nur Fleisch. Die Familie hat dann extra für mich ein paar der seltenen Kartoffeln gemacht. Viele Familien auf dem Land bieten einem außerdem an, auf den Pferden oder Kamelen zu reiten. Besonders das Kamel-Reiten war ein einmaliges Erlebnis, das ich jedem empfehlen kann.

Ich bin sehr froh über alle Erfahrungen die ich dort gesammelt habe und freue mich schon sehr, wieder einmal in die Mongolei zu fahren.

Juliane Henkes

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