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"Abenteuer im afrikanischen Busch"



Naturschutz in Südafrika / Swasiland von Kathrin Loos

Als ich mich dazu entschlossen hatte, Freiwilligenarbeit in Afrika zu leisten, wusste ich noch nicht, was mich dort erwarten würde. Nachdem ich nun 2 Monate in Swasiland gelebt und gearbeitet habe, kann ich sagen, dass es das Abenteuer meines Lebens war!

Das Königreich Swasiland beherbergt in seinen Naturreservaten eine beeindruckende Vielfalt an Tierarten. In diesen Reservaten durfte ich 2 Monate lang an den unterschiedlichsten Projekten mitarbeiten, die der Erforschung und dem Schutz der dort lebenden bedrohten Tierarten dienen.

Unsere Unterbringung im Busch war einfach und praktisch zugleich: Das Aufstellen der Zelte ging schnell von der Hand und auch an das Kochen über dem Feuer oder dem Gaskocher habe ich mich rasch gewöhnt. Eine besonders interessante Erfahrung war es, für eine warme Dusche Holz hacken zu müssen, um ein Feuer zu entfachen. Dabei konnte man sich wunderbar fit halten und hatte am Ende wirklich einen Grund für die hart erarbeitete Waschaktion.

Sehr viel mehr Spaß hat mir dann die Forschungsarbeit gemacht: So haben wir unter anderem Fledermäuse katalogisiert, Erdwölfe beobachtet und nachts mit Peilsendern versehene Hyänen verfolgt.

Ganz besonders aufregend war für mich das Fangen von Geiern: Um 6.30 Uhr früh beginnt unser Job; einige Stunden zuvor haben wir eine Fangkonstruktion errichtet, die aus einem an Speeren befestigten Netz und einem Katapult mit einem Schaltmechanismus besteht. Die Falle haben wir mit einem Antilopen-Kadaver als Köder versehen. Nun sitzen wir Freiwilligen erwartungsvoll hinter Büschen versteckt auf der Lauer. Alle sind nervös und angespannt und nach wenigen Minuten sehen wir die ersten Aasfresser schon über unseren Köpfen kreisen.

Nach einer halben Stunde setzen die Tiere endlich zur Landung an und wir hören den Wind über ihre gewaltigen Flügel brausen. Dann kommt unser Signal: "RUN!!!" Wir springen aus unserem Versteck und rennen so schnell wir können zu der Falle. "Jeder schnappt sich so viele Geier wie möglich und hält sie am Boden fest!" Der Schaltmechanismus wurde ausgelöst und tatsächlich haben sich einige der Geier im Netz verfangen. Wir stürzen uns auf die Tiere und hindern sie unter größter Kraftanstrengung am Davonfliegen.

Es ist unbeschreiblich. Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an jenes Erlebnis denke. Diese Tiere sind unglaublich faszinierend und haben enorme Kräfte - vor allem in ihrem Hals. Darum ist es besonders wichtig, den Kopf der Geier gut festzuhalten, weil sie sich dann schwerer befreien können. Das klingt leichter, als es tatsächlich ist: "Haltet ihn gut fest, aber erwürgt ihn nicht!". An dieser Stelle sei erwähnt, dass es den von uns gefangenen Geiern immer noch gut geht. Sie tragen nun an jedem Fuß einen Ring, über den sie jederzeit identifiziert werden können, wurden darüber hinaus fachmännisch gewogen und vermessen und stehen unter regelmäßiger Beobachtung. Schließlich war das Ziel unserer Fangaktion, das Verhalten dieser Tiere zu studieren.

Doch unser Kontakt zur einheimischen Tierwelt Swasilands beschränkte sich längst nicht nur auf die oben genannten Tiere, mit denen wir in den jeweiligen Projekten arbeiteten. So konnten wir während unserer Fahrten durch die Reservate mehrfach Nashörner am Straßenrand beobachten. Auch Elefanten und Giraffen kreuzten unsere Wege und beäugten uns neugierig. Als ich dann auch noch Löwen und Leoparden in freier Wildbahn erleben durfte, war ich endgültig und restlos davon überzeugt, dass meine Entscheidung nach Swasiland zu gehen, genau richtig gewesen ist.

Nachdem ich nun wieder in Deutschland bin, vermisse ich die Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, mit der mir die Menschen in Swasiland begegnet sind. Auch die atemberaubende Landschaft und die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt werden mir fehlen. Es war ein Abenteuer durch und durch: Antilopen und Strauße haben uns regelmäßig im Camp besucht, freche Paviane stibitzten uns unser Brot und Puffottern und Skorpione haben mir nicht selten einen Schrecken eingejagt. Die gelassene und fröhliche afrikanische Mentalität in einem Land, in dem die HIV-Rate bei 43% und die durchschnittliche Lebenserwartung bei 26 Jahren liegt, hat mich sehr beeindruckt!

Es gibt noch viel zu entdecken und zu helfen in diesem armen und doch so wunder- schönen Land. Ich werde wiederkommen, denn wenn man einmal der Faszination Afrikas erlegen ist, kann man sich ihr nur schwer wieder entziehen...

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