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Ein völlig unbekanntes Land von einer ganz besonderen Seite kennenlernen

rumanien-archaologie-freiwillige

Archäologie - Praktikum in Rumänien von Clarissa Quint

Ich hatte eine Liste von Ideen für meine Zukunft. Der Plan, nach dem Abitur eine Zeit lang im Ausland zu verbringen, sollte im Idealfall also eine Möglichkeit sein, etwas davon auszuprobieren. So landete ich auf der Internetseite von Projects Abroad und war begeistert! Drei Monate Archäologie - Praktikum in Rumänien – kaum hatte ich das gelesen, war es auch schon entschieden. Bald schon saß ich im Flugzeug nach Bukarest.

Von dort über Deva bis zu meinem ersten Aufenthaltsort begleiteten mich verschiedene nette Mitarbeiter von Projects Abroad. Meine erste Nacht verbrachte ich sogar bei der Mutter von Alex, des Büroleiters in Brasov, die mir all meine Fragen geduldig beantwortete und mir meine erste rumänische Mahlzeit kochte – sehr lecker!

rumanien-archaologie-ausgrabung

Meine erste Ausgrabung startete gleich einen Tag später in Sarmizegetusa, unter Aufsicht des Archäologen Kornel, der für Projects Abroad als Projektbetreuer tätig ist. Wir arbeiteten mit einer Gruppe rumänischer Forscher an einem Sonnentempel: Rumänen, Ungarn, Amerikaner, Franzosen und Deutsche schleppten Steine, säuberten Mauern, machten Fotos und gruben die Reste des Gebäudes Stück für Stück aus. Die Abende verbrachten wir mit den Nachbarn beim Schmausen, Lachen und Kartenspielen am Lagerfeuer.

rumanien-archaologie-kochen

Nach drei Wochen, meine Zimmergenossinnen fuhren nach Hause und zwei neue Kolleginnen kamen dazu, war die Grabung beendet und wir fuhren mit Kornel zu unserem nächsten Einsatzort: Porollisum, ein römisches Kastel. Hier hatten wir die Gelegenheit für drei Wochen an der dritten Kampagne einer deutsch-ungarisch-rumänisch Lehrgrabung teilzunehmen. Im Gegensatz zu den Studenten, die im Tal in der Stadt in ein Hotel einquartiert waren, hatten wir das Privileg, direkt neben unserem Arbeitsplatz auf dem Berg zu campieren. Die Aussicht war grandios und die Abende völlig ruhig – im Nebel und Mondschein...

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In den Dörfern rundherum wurden wir bei Wanderungen an den Wochenenden mit grenzenloser Gastfreundschaft empfangen, und die Professoren ließen uns auch an den Vorlesungen teilnehmen, die die Kampagne theoretisch begleiteten. So lernten wir nicht nur die praktische Arbeit kennen (Graben, Dokumentieren, Sichern, Säubern, Restaurieren); wir bekamen auch Einsicht in die Ergebnisse von biologischen, statischen und geologischen Untersuchen sowie der theoretischen Rekonstruktion mit Hilfe eines Architekten.

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Leider konnten wir aufgrund einer Absage nicht direkt nach Porolissum auf eine andere Grabung wechseln. Kornel brauchte Zeit, etwas Neues zu organisieren und wir bekamen „Zwangsurlaub“. Ich fuhr mit einer Kollegin nach Cluj, wo wir zusammen vier Tage im Hotel verbrachten, Massen an Nudeln und Fisch aßen (beides selten in der rumänischen Küche), Eis und heiße weiße Schokolade schlemmten und Attraktionen in und um die Stadt herum besuchten. Wir hatten einen riesen Spaß und genossen die viele Freizeit.

Mit den neu angereisten Freiwilligen fuhren wir dann nach Alba Julia: hier arbeiteten wir an einer römischen Generalsvilla für das städtische Museum. Wir wohnten in einem Studentenwohnheim und verbrachten die Abende in den Restaurants der Studentenstadt. An den Wochenenden fuhren wir in Nachbarstädte oder besuchten die Kulturstätten der Umgebung.

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Nachdem meine letzte Kollegin nach Hause geflogen, und die Grabung in Alba Julia beendet war, fuhr ich – als letzte Freiwillige – mit Kornel nach Timishoara zu einer Notausgrabung. Einige meiner rumänischen „Kollegen“ aus vorherigen Grabungen waren auch hier dabei. Wir lebten auf einem Campinggelände in Blockhütten, von dem wir morgens mit Auto und Traktor ca. eine Stunde zum Grabungsgebiet fuhren. Dort sollte eine Autobahn gebaut werden, und unsere Aufgabe war es, das Gelände vorher zu überprüfen.

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Hier hatten wir es nicht mit Mauern und Böden zu tun. Die Häuser, die wir fanden, waren sogenannte Grubenhäuser aus der Zeit der Daker: die Menschen vertieften eine Grube, die dann zum Raum wurde, und überdachten sie – daher konnten wir im Nachhinein nur die Spuren des Grabens nachvollziehen, sowie Feuerstellen entdecken. Aber wir fanden auch Töpfe, Schmuckstücke aus Glas, Siebe und Vasen. Außerhalb der Arbeitszeiten erkundeten wir die Stadt und spielten Federball.

Meine letzten zwei Wochen verbrachte ich in Cluj, traf mich mit den neugefunden Freunden, und Kornel führte mich durch die Museen der Stadt – ich konnte sogar die Universität besuchen! Auf meinem Weg zurück zum Flughafen Bukarests sah ich mir nochmal die touristische Attraktion „Puppenstadt Sigishoara“ an und verbrachte meine letzte Nacht in Rumänien wieder bei Alex und seiner Mutter, die sich furchtbar freute, mich vor meinem Abflug nochmal zu sehen.

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Fazit: Ich habe ein völlig unbekanntes Land von einer ganz besonderen Seite kennengelernt, Freundschaften geschlossen, wunderschöne Landschaften gesehen, beeindruckende Städte besucht und tolle Erfahrungen gesammelt. Sprachprobleme gab es nie, alle meine Kollegen konnten Englisch, Französisch oder Deutsch und mit der Zeit lernte ich auch ohne Vorkenntnisse kleine Sprachfloskeln.

Es war eine großartige Reise – ich würde mich immer wieder dafür entscheiden!

Clarissa Quint

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