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„Ankunft in einer anderen Welt – Ich bin mir nun sicher, das Richtige studieren zu wollen”

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Jura und Menschenrechte in Südafrika von Anouck Ewerling aus Luxemburg

Die Frage “Was machen nach dem Abitur?” stellt sich immer wieder wohl bei jedem und so auch bei mir. Da ich aus einem sehr kleinen Land stamme, war für mich von Anfang an klar, dass ich die Welt sehen möchte. Für dieses Vorhaben gab es nur ein Ziel: Kapstadt, ans andere Ende der Welt. Als ich von der Möglichkeit hörte, mich gleichzeitig sozial engagieren zu können, wusste ich: da will ich hin. Die beiden Zielsetzungen “Jura und Menschenrechte” schienen optimal für mich zu sein, da ich nach dem Abitur Jura studieren wollte. Dies bot mir die Möglichkeit, vor meinem Studium in die „Jurawelt“ einzutauchen und gleichzeitig eine mir fremde Kultur kennenzulernen. Mit meinem Gepäck und der Angst, was mich dort erwartet, machte ich mich auf den Weg in das Abenteuer Südafrika.

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Die Angst, mit der ich reiste, wurde mir schnell genommen, als ich bei meiner Gastfamilie ankam. Sie empfingen mich mit offenen Armen und behandelten mich wie ein Mitglied der Familie. Dass andere Volontäre im gleichen Haus wohnten wie ich, erleichterte mir das Einleben.

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Das “Human Rights Office” wurde also für die nächsten fünf Wochen mein Arbeitsplatz. Meine Arbeit bestand aus einem juristischen und einem sozialen Teil. Was den juristischen Teil anbelangt, arbeitete ich mit Flüchtlingen, die aus Kriegsregionen kamen und hofften, in Südafrika eine neue Heimat zu finden. So bekam ich die Möglichkeit, Betroffene zum „Home Affaire Office“ zu begleiten, wo diese darauf hofften, die Bestätigung zu bekommen, in Südafrika leben zu dürfen. Was mich dort erwartete, konnte ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht ausdenken. Hunderte Menschen, die auf engstem Raum stundenlang warten mussten, um vielleicht ihre Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Viele von ihnen warteten den ganzen Tag, ohne Erfolg. Desweiteren begleitete ich einen Klienten zu einem Gefängnistermin in Wynberg, da seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war. Meine Aufgabe bestand darin, aufzupassen, dass das Gericht ihn sich erklären lies und ihm auch zuhören würde. Allein durch meine Anwesenheit und durchaus auch meine Hautfarbe, gaben sie ihm die Möglichkeit, neue Papiere zu bekommen. Obwohl mich diese Ereignisse schockierten, waren diese Erfahrungen notwendig, denn so wurde mir die Problematik der Flüchtlingsfamilien vor Augen geführt.

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Was den sozialen Teil meiner Arbeit betraf, arbeitete ich hauptsächlich in einer Kindertagestätte in dem Township Vrygrond / Capricorn. Zusammen mit anderen Volontären besuchten wir zweimal die Woche die Kinder dort, um mit ihnen zu spielen. Das Hauptziel bestand darin, Freude in ihren Alltag zu bringen. Die Lehrer, die dort arbeiteten, waren uns für jede Hilfe dankbar und freuten sich jedes Mal, wenn wir kamen und den Kindern Brot und „peanuts butter“ mitbrachten. Mir wurde sehr schnell klar, was man als Freiwillige alles erreichen kann. Ich freute mich jedes Mal, wenn die Kinder lachend auf mich zugelaufen kamen. Desweiteren arbeitete ich in einer Untersuchungshaftanstalt für Jugendliche. Wir berichteten den Jugendlichen jede Woche über ein anderes Thema und versuchten sie so auf ihre Pflichten, aber auch auf ihre Rechte aufmerksam zu machen.

Neben meiner Arbeit blieb mir genügend Zeit die andere Seite von Kapstadt zu sehen. Als Touristen gingen wir an den Wochenenden los, um die Sehenswürdigkeiten zu bestaunen und damit auch die Kontraste kennenzulernen.

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Was mir meine Reise nach Kapstadt brachte, wurde mir schon nach einigen Tagen bewusst. Das Kennenlernen einer anderen Kultur vom touristischen Standpunkt aus; doch als Volontärin bot sich mir auch die Möglichkeit, alle Seiten dieser Stadt kennenzulernen und zu lieben. Ich werde auf jeden Fall zurück nach Kapstadt gehen, denn ich bin mir nun sicher, das Richtige studieren zu wollen, um Menschen Unterstützung bieten zu können und ihnen, wie in diesem Fall, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Annouck Ewerling

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