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Uhren als Dekoration und Fladenbrot als Teller

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Krankenpflege in Äthiopien von Sabrina Stecher

Als der Pilot die Landung nach Addis bekannt gab, wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich nun wirklich alleine nach Afrika gereist bin. Zum ersten Mal alleine in einem fremden Land, dachte ich und wusste gleichzeitig, dass ich mir nun endlich meinen Traum verwirklicht habe.

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Ein Mitarbeiter von Projects Abroad holte mich um Mitternacht vom Flughafen ab. Über meinen ersten Eindruck der Stadt war ich geschockt, die vielen ungewohnten Bilder in meinem Kopf waren für mich schwer einzuordnen.

„Try to forget your country and try to love ours“– nach diesem Motto versuchte ich Addis zu akzeptieren.

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Mit Hilfe von Projects Abroad und der Herzlichkeit meiner Gastfamilie schaffte ich es, mich in die Kultur zu integrieren und den Alltag zu meistern und am Ende die Kultur zu lieben.

Ich habe im Sante Medical Center als Krankenschwester gearbeitet, und der Weg zum Krankenhaus dauerte meist über eine Stunde. In Addis fanden genau zu dieser Zeit gewaltige Straßenumbau-Arbeiten statt.

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„The street is very crowded“, hörte ich täglich von verschiedensten Taxifahrern, für die das Wort „Verkehrsregeln“ wohl ein Fremdwort ist. An das Chaos im Verkehr musste ich mich auch erst gewöhnen.

Die Stadt wächst rasant, doch noch immer herrscht eine große Armut in Addis. Straßenkindern und unzähligen Bettlern begegnete ich jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit. Viele haben lediglich einen Sack zum Schlafen, und verbringen ihr Leben irgendwie auf der Straße.

Das Krankenhaus Sante war eine Privatklinik und demnach fortschrittlich: Notaufnahme, Dialysezentrum, Röntgenabteilung, Intensivzimmer, und Bettenstation. Alles war den Umständen entsprechend sehr gut organisiert, das Team, sowohl Ärzte als auch Pfleger verfügten über ein professionelles Wissen und versuchten es so gut es ihnen möglich war umzusetzen. Die hygienischen Bedingungen sind natürlich mit denen hier in Europa nicht zu vergleichen. Oft hatten wir auch Stromausfall und Wasserknappheit. Ich habe miterlebt, wie Patienten häufig ihre Therapie abbrechen mussten, weil sie sich nicht mehr leisten konnten.

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In der Gastfamilie fühlte ich mich vom ersten Tag an wie zu Hause und willkommen. Mama Aster lud uns zu jedem Familienfest ein, und bereitete ab und zu eine traditionelle Coffee-Ceremony für die ganze Familie vor. Durch meine Gastmutter konnte ich viele traditionelle Speisen genießen. Die Nationalspeise ist Injera, ein weiches gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl. Injera wird gemeinsam mit anderen Speisen wie Fleischragout oder Gemüse verzehrt. Dazu reißt man Stücke vom Injera mit der rechten Hand ab und greift sich eine mundgerechte Portion des Ragouts. Injera ist also Speise und Teller zugleich.

In der Gastfamilie lernte ich andere Freiwillige von Projects Abroad kennen, mit denen ich an den Wochenenden viele Ausflüge unternommen habe - etwa: Das Fussballspiel am Meskel-Platz angucken als Äthiopien gegen Nigeria für die WM Qualifikation spielte. Die ganze Stadt war in Feierstimmung, bunt geschmückt und im Fußballfieber. Leider hat Äthiopien verloren, so blieb die erwartete Megaparty im Anschluss aus.

Des Weiteren durfte ich einen Tag in einem Waisenhaus mithelfen, ich besuchte ein Kinderdorf und eine Schule in Fiche, im Norden Äthiopiens. Ich wurde dabei immer von meiner Gastfamilie und vom Team des Krankenhauses unterstützt.

Als meine vier Wochen zu Ende waren, war ich sehr traurig. Ich hatte mich so gut eingelebt und eine grossartige Gastfreundschaft erlebt, wie ich sie aus Europa nicht kenne. Ich habe Äthiopien lieben gelernt. „Wir sind arm aber wir haben ein großes Herz“ sagte meine Gastmutter. Und sie hatte Recht. Die Menschen sind zufrieden und das soziale Zusammenleben hat einen großen Stellenwert.

Nun zurückgekehrt in meine hektische Welt in Europa denke ich jeden Tag an meine neuen Freunde aus Äthiopien zurück. Ich sehne mich nach deren Freundlichkeit und respektvollen Umgang. Vor allem vermisse ich das einfache Leben. Eine Uhr dient dort mehr als Dekoration und bestimmt nicht so sehr den Alltag wie in Europa.

Es war die beste Erfahrung, die ich in meinem Leben bisher machen durfte und darüber bin ich sehr glücklich. Ich hoffe, dass ich irgendwann wieder die Chance habe nach Afrika zu reisen. Mit Projects Abroad fühlte ich mich sehr sicher und in besten Händen.

Sabrina Stecher

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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