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Künftige Psychologin auf Station

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Medizin – Praktikum in Ghana von Christine Steinböck

Als ich am Frankfurter Flughafen bereits hauptsächlich mit Ghanaern im Warteraum meines Gates saß und im Bus, der mich zum Flugzeug brachte, schon den ersten Heiratsantrag bekam, fühlte ich mich mitten drin im Abenteuer! In Kumasi angekommen, lebte ich mich – besonders durch die freundlich-unterstützende Art meiner Gastmama und meiner holländischen Gastschwester – schnell ein. Während meine Gastmama uns jeden Abend ein anderes landestypisches Gericht zubereitete, leisteten wir ihr in der Küche Gesellschaft und führten anregende Gespräche, die mir das Gefühl gaben, in gewisser Weise Teil der Familie zu sein. Mein Gastbruder nahm uns ab und zu mit zu Spaziergängen in die umliegenden Nachbarschaft oder zu einem Besuch zu Freunden: seine „Lektionen“ über das hiesige Leben, wie er es nannte.

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Da ich Psychologiestudentin bin, stellte mich mein Chef auf der Physiotherapiestation des Nkawie Krankenhauses gleich als künftige Psychologin auf der Station vor und ermutigte die Patienten, bei Problemen auf mich zuzugehen. Zwar habe ich mich mit den meisten doch eher über kulturelle Unterschiede oder Alltäglichkeiten ausgetauscht, konnte jedoch mit zwei Patienten sehr spannende psychologische Gespräche führen. Dabei wurden mir zunächst die kulturellen Unterschiede und die dadurch entstehenden Missverständnisse recht deutlich bewusst, danach konnte ich aber sogar gewisse Erfolgserlebnisse mitnehmen. Das machte mich sehr glücklich!

ghana-medizin-schule

Zweimal begleiteten Enoch und Anthony, zwei Projects Abroad Mitarbeiter, uns zu Outreach-Projekten: einmal in eine Grundschule und einmal zu einer Gemeinde in einem Randbezirk von Kumasi. Als wir die Schule betraten, streckten uns die Kinder begeistert ihre Hände durch die offenen Fenster entgegen und riefen „Obruni, Obruni!“, um uns zu begrüßen. Dann stellten sie sich in einer riesigen Schlange vor uns auf, damit wir ihre Wunden desinfizieren und von Ringwürmern befallene Kopfhautstellen mit einer Salbe eincremen konnten. In der Gemeinde bestand die Hauptarbeit darin, mit den Erwachsenen Malariatests durchzuführen sowie Blutdruck, Blutzucker, Größe und Gewicht zu messen. Besonders spannend für mich war der Besuch in der psychiatrischen Station des Tafo Krankenhauses. Da es sich dabei nur um eine kleine ambulante Anlaufstelle handelte, lag der Schwerpunkt auf anamnestischen Aufnahmegesprächen und Medikamentenvergabe. Für die konkrete diagnostische Abklärung oder für psychotherapeutische Behandlungen werden die Patienten (hauptsächlich mit Schizophrenie und Epilepsie) in die großen psychiatrischen Krankenhäuser nach Accra oder Cape Coast verlegt.

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Nicht nur in der Klinik, sondern auch im alltäglichen Leben lernte ich sehr offene, freundliche und hilfsbereite Menschen kennen. Besonders, wenn ich alleine unterwegs war, gesellte sich oft der eine oder andere dazu und erkundigte sich neugierig, was ich denn hier machte, wo ich herkäme und wie es mir in Ghana gefiele. Nach einem sehr netten, unkomplizierten Gespräch trennten sich die Wege wieder.

Was mich auch sehr faszinierte, war die Geduld, die hier oft herrschte: Einmal war ich während eines ghanaischen Fußballspiels unterwegs, wodurch die Straßen noch mehr verstopft waren, als ohnehin schon. Für eine Strecke, für die man normalerweise gerade mal 15 Minuten braucht, saß ich fast 1 Stunde fest. Allerdings schien mir, dass ich die Einzige war, in der sich die Frustration allmählich aufstaute; meine Leidensgenossen blieben völlig ruhig. Erst als der Verkehr zunehmend unübersichtlicher wurde, und sich die Verkehrsteilnehmer gegenseitig die Vorfahrt zu nehmen schienen, begannen meine Mitfahrer, aufgebrachter zu werden und die jeweiligen Situationen zu diskutieren.

Für mich war es wirklich eine faszinierende Erfahrung und eine sehr schöne Zeit. Besonders die Freundlichkeit und positive Lebenseinstellung, die ich in Ghana erfahren habe, werde ich sehr vermissen!

Christine Steinböck

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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