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"90 Tage auf dem Dach der Welt"

Das bin ich

Medizin - Praktikum in Nepal von Anna Ströhle

"Namaste didi", ich drehe mich um und sehe eine Schar Kinder, die lachend hinter mir herlaufen und mit ihren paar Brocken Englisch fragen, wie ich heiße. Ich antworte, dass mein Name Anna ist, woraufhin sie freudestrahlend wieder zurück zu ihren Müttern gehen.

Kurz nach meinem Abitur entschloss ich mich, mein Pflegepraktikum in Nepal zu machen. Mit Hilfe von Projects Abroad war ich innerhalb von drei Monaten startklar und machte mich im September 2008 auf den Weg zum "Dach der Welt". Bei meiner Ankunft in Katmandu wurde ich im wahrsten Sinne des Wortes von der Stadt verschlungen. Zu viele Eindrücke, Menschen, Gerüche, die alle neu und ungewohnt waren, strömten auf mich ein und es blieb mir nichts anderes übrig, als mit staunendem und offenem Blick soviel wie möglich aufzunehmen.

"Die Stadt greift an. Der ganze Körper jammert, die Augen die Trommelfelle, die Nasenlöcher. An jedem drittem Eck steht ein Misthaufen, die kleine Kunst sich vorbei zu drängen. Am Mist, an sieben Mopeds, an den schwarzschmierigen Narben einer Droschke, an dem Bauchladen-Zahnschmerztablettenverkäufer, an zwei Nebelkerzen und an einem halben dutzend Laufburschen, die mit vier Meter hohen Schaumstofftürmen auf dem Buckel unter den lässig herabhängenden Stromkabeln hindurchwetzen." (Andreas Altmann)

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Impression

Nepal ist ein Land voller Liebenswürdigkeit, tausend unterschiedlichen Gerüchen, Farben und dem absoluten Chaosverkehr. Ein Land, in dem Arm und Reich Tür an Tür leben, die Straßenkindern sich mit den Hunden abends am offenen Feuer auf der Strasse die Hände wärmen und, bestückt mit abertausenden der tibetischen Gebetsfahnen, eingebettet in den sich immer wieder wiederholenden Gesang "Om mani padme hum" der Mönche - ein Land, indem man immer mit offenen Armen und einem Lächeln auf den Lippen begrüßt wird.

In diesen drei Monaten mitten im Himalaja-Gebirge wohnte ich in einer Gastfamilie mit insgesamt sieben anderen Freiwilligen zusammen. Dort lernte ich viel vom alltäglichen Leben in Nepal kennen. So gab es zum Frühstück schon das traditionelle Dal Bhat (Reis mit Linsen) und den mit Zucker überhäuften "milktea". Die Religion, sei es Hinduismus oder Buddhismus, bestimmt in Nepal den gesamten Alltag, in jedem Haus gibt es einen kleinen Altar, man zündet Duftstäbchen an und preist bei den vielen Festivals die verschiedenen Götter. Auch im Krankenhaus spürte man viel von der spirituellen Lebensweise der Menschen.

Meine Haupttätigkeit bestand aus einem zwei monatigen Krankenhauspraktikum. Das "Nepal orthopaedic hospital" ist ein Krankenhaus am Rande von Kathmandu. In diesen 10 Wochen durfte ich viel lernen, sehen und helfen. Ich hatte meinen eigenen Arzt, dem ich auf Schritt und Tritt folgte, und der mich in die Grundlagen der Orthopädie einwies, mich mit in den Operationsraum nahm und mir auch mal das Kommando über den "Emergency room" überlies. In einem Nepali-Krankenhaus wird es einem nie langweilig, es ist die Aufgabe der Familie, sich um den Patienten zu kümmern, ihn zu pflegen, essen zu bringen und das Bett zu machen. Daher wimmelt es immer von einer ganzen Reihe sehr unterschiedlichen Menschen, die sich unterhalten, lachen oder einem sanft die Hand tätscheln und immer guten Mutes sind, auch wenn man ein paar Anläufe braucht um die Spritze richtig zu setzen.

Kinder in Nepal

Es war eine sehr interessante, faszinierende aber zugleich auch sehr schockierende Zeit für mich. Obwohl es eines der besseren Krankenhäuser ist, sah man Verletzungen in einem Stadium, die es bei uns kaum noch zu sehen gibt. Die Patienten kommen, sei es aus Geldmangel oder aufgrund des langen Weges, erst nach Tagen, Wochen oder sogar Jahren ins Krankenhaus, so dass den Ärzten oft nichts anderes übrig bleibt als die betroffenen Körperteile zu amputieren, wegen den zu weit fortgeschrittenen Infektionen. Trotz allem versuchen die Ärzte mit den sehr wenigen Mitteln die ihnen zu Verfügung stehen das bestmöglichste zu erreichen und das war für mich das bewundernswerteste was ich erleben durfte.

In meiner freien Zeit lies ich es mir nicht nehmen und erkundete das Land, soweit es mir möglich war. So besuchte ich nicht nur den Nationalpark in Chitwan, sondern auch die wunderschönen Städte Pokhara und Bhaktapur, Nagarkot und das Last Resort, welches nur 10km von der Grenze zu Tibet entfernt liegt. Obwohl jede Reise eine mehrstündige Busfahrt in uralten, verrosteten, quietschenden und wackeligen Bussen mit sich brachte, auf Strassen, welche nur teilweise geteert aber dafür alle mit zahlreichen Löchern versehen sind, über ungesicherte Brücken, Wasserfälle, mit einem großen Bogen um die Kuh, die natürlich mitten auf der Strasse liegt und immer die waghalsigen Serpentinen in einer doch eher überhöhten Geschwindigkeit rauf und runter, war es immer das Highlight meiner Wochen.

Nepal ist ein traumhaft schönes Land und kann vom Dschungel mit seinen Elefanten, Nashörnern und Tigern bis hin zu acht der 14 achttausender dieser Erde, darunter dem höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest, einfach alles bieten. Trotz all der Armut, dem vielen Smog und der instabilen Regierung, ist Nepal mit seiner atemberaubend schönen Natur, der freundlichen und herzlichen Art der Menschen und der Nähe der schneebedeckten Riesen vielleicht doch das Shangri La- das Paradies auf Erden.

Anna Ströhle

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