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Sri Lanka: Farbenfroh, laut, geruchsintensiv und ganz anders als Deutschland!

Medizin - Praktikum in Sri Lanka von Toril Frederichs

Freiwilligendienst in Sri Lanka, Projects Abroad

Farbenfroh, laut, geruchsintensiv, hektisch und ganz, ganz anders als Deutschland! So habe ich mir Sri Lanka vorgestellt, bevor ich in Frankfurt vom Flughafen abhob und mich auf die lange Reise in diese völlig neue Kultur, elf Stunden von zu Hause entfernt, begab. In Colombo gelandet, war es als erstes das tropische Klima, das mir auffiel – und, auch nach vermeintlicher Gewöhnung, laufend Sturzbäche in Form von… nun ja Schweiß hervorrief. Auch alle anderen Erwartungen bestätigten sich, manche auf angenehmere, manche auf nicht so angenehme Weise. Geruchsintensiv… Ja, allerdings eher nicht unbedingt im positiven Sinne. Müllverbrennung scheint hier immer noch sehr hoch im Kurs zu sein, von Partikelfiltern haben viele Kraftfahrer auch noch nicht gehört. Das ist aber ehrlich gesagt auch wirklich schon der einzige Kritikpunkt. Trotz vermeintlicher Hektik und Lautstärke lebt man in Sri Lanka wie in einer Blase aus Ruhe, Entschleunigung und Entspannung. Alle hupen, aus Prinzip und eigentlich die ganze Zeit, und die Busfahrer heizen mit komplett überfüllten Fahrzeugen über Huckelpisten. Doch als Buddhisten bremsen die Singhalesen sogar für Geckos auf der Straße.

Freiwilligendienst in Sri Lanka, Projects Abroad

Ich habe vier Monate in diesem wundervollen Land verbringen dürfen, in zwei verschiedenen Gastfamilien gewohnt und in ebenso vielen Krankenhäusern gearbeitet. Nachdem ich meine Gasteltern in Horana, der ersten Stadt, in der ich lebte, anfangs fälschlicherweise aufgrund ihrer Größe, oder sagen wir Kürze, für meine Gastgeschwister hielt, wurde schnell klar, dass das bei diversen Menschen noch öfter passieren sollte. Das Alter eines Singhalesen oder einer Singhalesin zu schätzen ist nahezu unmöglich, denn sie wirken jünger als sie sind. Die drei Monate in meiner ersten Gastfamilie waren absolut traumhaft! Trotz manchmal auftretender Kommunikationsschwierigkeiten, die dann auch gerne mal durch Anrufe bei unsern Projektleitern, die als Dolmetscher hinhielten, aufgehoben wurden, fühlte ich mich super gut untergebracht.

Während meines gesamten Aufenthaltes funktionierte eigentlich alles reibungslos. Unsere Betreuer hatten immer ein offenes Ohr und statteten uns regelmäßig Besuche ab, um sich nach unserem Befinden zu erkundigen. Meine anfänglichen Bedenken, bezogen auf das singhalesische Essen, waren völlig überflüssig. Es geht nichts über „rice and curry“ und besseres, als das von meiner Gastmutter gibt es nirgendwo! Auch mit dem Krankenhaus hatte ich es erstklassig getroffen! Ich konnte auf fast allen Stationen des Krankenhauses tätig sein und auch wenn es eigentlich nur ein Pflegepraktikum war, durfte ich viel mehr machen, als ich je gedacht hätte. Trotzdem bestand meine Arbeit im Krankenhaus vorwiegend im Beobachten, weshalb die sozialen und medizinischen Outreach- Kampagnen immer von besonderer Bedeutung waren. Hier haben wir nicht nur die Freiwilligen aus anderen Städten getroffen, sondern auch wirklich aktiv etwas an die Bevölkerung geben können, ein schönes Gefühl.

Die wirklich sehr einfachen und in meinen Augen auch recht unhygienischen Verhältnisse im Krankenhaus sind zunächst vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber es gehört dazu, genauso wie das obligatorische Zuspätkommen! „20 minutes late is on time“, erst dann heißt es überhaupt unpünktlich.

Freiwilligendienst in Sri Lanka, Projects Abroad

Meine letzten fünf Wochen wohnte ich in Balapitiya bei einer nicht minder wundervollen Gastfamilie. Der Strand war direkt auf der anderen Seite der Straße, sodass wir nachmittags an unserem Teint arbeiten und das Meer genießen konnten und vormittags im Krankenhaus waren. Ich muss sagen, dass ich hier die Ärzte leider als nicht ganz so engagiert empfunden habe, wie in Horana, aber dennoch konnte ich viel lernen.

Zum alltäglichen Kartenspielen am Nachmittag mit den anderen Freiwilligen durfte natürlich der berühmte Ceylon-Tea nicht fehlen. Die Singhalesen trinken ihren Tee eigentlich grundsätzlich mit sehr viel Zucker und Milch, dabei ist er pur natürlich am leckersten.

Obwohl ich fast ausnahmslos jedes meiner 16 Wochenenden durch das Land gereist bin, habe ich sicherlich nicht mal die Hälfte aller sehenswerten Dinge gesehen. Sri Lanka ist ein so vielfältiges Land, man hat das Gefühl sich nicht nur in einem einzigen aufzuhalten, sondern sogar in verschiedenen Klimazonen zu leben. Strand und Sonne satt versus stickige und trubelige Stadt versus kühles, verregnetes, saftig grünes Bergland.

Ich muss sagen, Sri Lanka ist einzig und allein schon deswegen eine Reise wert, weil die Lebenseinstellung und Haltung zu vielen Dingen komplett in Frage gestellt wird. Ich kann immer noch nur staunen, wie viel mir dieser, im Endeffekt viel zu kurze, Aufenthalt gegeben, geschenkt und mich gelehrt hat.

Toril Frederichs

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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