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„Der Höhepunkt für mich war, als die Hebamme mich mein eigenes Baby zur Welt bringen ließ“

Tansania, Sozialarbeit Kilimanjaro

Sozialarbeit und Medizin – Praktikum in Tansania von Siobhan Maatz

Tansania, Sozialarbeit Waisenhaus

"Karibu Ndizi!" (=Banane gefällig?), "Hello Mzungu!!!" (=Weiße), "Schickamoo" (ein SEHR höfliches “Guten Tag”), aber auch "Money! Money! Give me my money!" - diese Ausrufe, die mir täglich begegneten, werde ich wohl mein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen und immer mit meiner Zeit in Afrika assoziieren. Für ein halbes Jahr war ich in Tansania, 20 km von Arusha entfernt. Nach dem Abi nutzte ich die Chance, mir vor meinem Medizinstudium eine Auszeit zu nehmen, um noch einmal ins Ausland zu gehen. Entwicklungsländer kannte ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht und ich dachte mir, um die Welt als Ganzes kennenzulernen, muss ich unbedingt auch diese Seite von ihr sehen. Und Tansania speziell habe ich mir ausgesucht, weil es schon immer ein Land für mich war, das einen gewissen Zauber mit sich brachte. Ich hatte abenteuerliche Vorstellungen von unberührter Natur, endlosen Weiten, wilden Tieren, buntem Markttreiben, freundlichen Menschen.

Tansania, Medizin Patientin

Mir war es ganz wichtig, Einblicke in möglichst viele verschiedene Facetten des Landes und damit des Lebens in Tansania zu erlangen. Aus diesem Grund habe ich drei Monate in einem Waisenhaus und drei Monate in einem Krankenhaus gearbeitet. Durch meine Arbeit mit den Kindern habe ich auch sehr viel für mich persönlich dazugelernt: Ich habe u.a. Einzelunterricht in englischem Lesen und Schreiben gegeben. Oft ging es nur sehr, sehr langsam voran, da viele der Kinder durch ihre dramatischen Vorgeschichten sowohl physisch als auch psychisch zurückgeblieben waren. So musste ich mich sehr in Geduld üben. Umso größer war dann aber die Freude über die kleinsten Fortschritte. Und selbst wenn diese nicht offensichtlich waren, so tat es den Kindern trotzdem gut, ein wenig Aufmerksamkeit extra geschenkt zu bekommen; und sei es nur, um ein bisschen zusammen zu malen.

Tansania, Medizin Krankenhaus

Das Krankenhaus war in gewisser Hinsicht “aufregender”. Ich durfte viel mehr machen, als ich mir je vorgestellt hatte. Gerade für mein Medizinstudium, denke ich, werden die praktischen Erfahrungen, die ich sammeln durfte, von großem Vorteil sein. So habe ich selber Gipse angelegt und entfernt, Fäden gezogen, bei kleineren OPs assistiert, sogar Betäubungsspritzen gegeben. Auf der Entbindungsstation, wo ich die meiste Zeit verbrachte, habe ich bei Geburten assistiert, die Babys versorgt und auch oft helfen müssen, sie wiederzubeleben. Der Höhepunkt für mich war, als die Hebamme mich mein eigenes Baby “zur Welt bringen” ließ. Während all dieser schönen und intensiven Momente war aber die Armut und Rückständigkeit des Landes doch allgegenwärtig. Es war nicht leicht, miterleben zu müssen, wie oft wichtige Instrumente oder Medikamente fehlten. Gleichzeitig war ich jedoch schwer beeindruckt von der Art und Weise, wie die Menschen im Krankenhaus mit diesem Mangel umgingen. Mir sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen, als ich eine selbstgebastelte Drainage aus einem Katheter, ein bisschen Tape und einem Gummihandschuh als Auffangbeutel sah. Aber es funktioniert. Irgendwie. Diese Kreativität und Autonomie wollte ich mir auf jeden Fall mit zurück nach Hause nehmen, ebenso die Ruhe und Gelassenheit, mit denen die Menschen selbst extremen Stresssituationen gegenübergetreten sind.

Tansania, Sozialarbeit Gastmutter

Wofür ich ebenfalls sehr dankbar bin, ist, dass ich bei einer Gastfamilie wohnen konnte. Das gemeinsame Kochen mit "Mama", das Herumtollen mit meiner kleinen "Dada", der allabendliche gemeinsame Chai und Familienausflüge sind Dinge, die ich nicht missen möchte und die sehr zu meinem Gesamtverständnis des Landes und ihrer Kultur beigetragen haben. Und dann gabe es das übrigens supernette, hilfsbereite und unkomplizierte Betreuungsteam, das wirklich 24 Stunden am Tag für uns da war, egal um welche Fragen es ging. Während meiner Zeit in Tansania habe ich langsam mehr und mehr meines Herzens an dieses Land verloren. Jetzt, wo ich wieder in Deutschland bin, halte ich manchmal inmitten meines stressigen Alltags inne und suche meine in Afrika erlangte innere Ausgelassenheit. Und manchmal, wenn mir der Duft meiner mitgebrachten Gewürze in die Nase steigt, hüllt mich gleichzeitig ein leiser Hauch staubig, heißen Tansaniawindes voller Erinnerungen ein...

Tansania, Sozialarbeit Elefant

Siobhan Maatz

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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