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Meine Nachbarn: Hyäne, Elefant und Nashorn

Südafrika-Naturschutz

Naturschutz in Südafrika von Leon Pauleikhoff

Nach knapp vier Jahren als Tierpfleger im Zoo, wollte ich einen Neuanfang wagen: Abitur nachholen und in Afrika in einem Reservat arbeiten.

Zusammen mit Projects Abroad plante ich einen zwei monatigen Aufenthalt in Südafrika. Mir war schnell klar, dass für mich nur das Naturschutz Projekt in Frage kommt. Das Projekt befindet sich an der Grenze zwischen Südafrika und Botswana.

Ich konnte es kaum erwarten als es endlich los ging. Und als ich dann im Flugzeug nach Johannesburg und Polokwane saß, war ich schon voller Vorfreude.

In Polokwane traf ich zwei weitere Freiwillige, die zusammen mit mir anfingen. Wir wurden in Empfang genommen und dann zur Grenze zwischen Südafrika und Botswana gebracht. Dort hatten wir schon unser erstes kleines Abenteuer. Da die Fluten während der Regensaison die Brücke der Grenze zerstörten, überquerten wir den Grenzfluss Limpopo mit einer Gondel.
In Botswana angekommen, brachte uns unsere Betreuer zum Camp. Eine weitere Betreuerin führte uns herum und erklärte uns alles. Wir lernten die anderen Freiwilligen kennen und kamen alle bestens mit einander aus.

Südafrika-Naturschutz

Eine unserer Aufgaben in meiner ersten Woche war: "Bridge Repair", die Grenzbrücke zwischen Botswana und Südafrika zu reparieren. Wir schaufelten extrem viel Sand, den wir zum Betonmischen benötigten und halfen am zweiten Tag, dabei den Beton zu mischen und damit eine neue Fahrbahndecke zu schaffen. Am Ende des Tages waren wir alle ziemlich fertig, aber auch sehr stolz auf uns, da es mit unserer Hilfe nun wieder möglich ist, die Grenze zu passieren.

Als Dankeschön durften wir uns in der Brücke verewigen. Die nächsten Aktivitäten waren nicht weniger spannend und interessant. Wir reparierten unter anderem die "Straßen" im Reservat mit Spitzhacke und Spaten. Da die Büsche immer weiter wachsen, stutzten wir die Büsche in Straßennähe mit Macheten, damit uns keine Äste im Gesicht trafen.

Im KwaTuli Reservat gibt es relativ viele Elefanten, die während der Trockenzeit sich gerne an den Affenbrotbäumen bedienen. Diese Bäume sind beliebtes Futter, da diese viel Wasser enthalten.

Doch da es kein Gleichgewicht zwischen den Bäumen und den Elefanten im Reservat gibt, würde der Bestand dieser Affenbrotbäume zurückgehen. Deshalb beschützten wir die Bäume mit verschiedensten Dingen, wie zum Beispiel Steinumrandungen, welche ungern von Elefanten überstiegen werden, da diese wackelig und spitz sind. Für die Elefanten gibt es genug Wasserlöcher im Reservat.

Südafrika-Naturschutz

Die Kontrolle von Schutzwällen war auch eine sehr interessante Aufgabe. Wir gingen den Wall, der das Reservat umgibt, ab, und notierten jedes Loch mit GPS-Koordinaten, damit dieser bald möglichst repariert wird. Jeder Tag ist so aufgeteilt, dass höchstens eine körperlich anstrengende Aktivität ansteht. Danach geht man auf einen der Aussichtspunkte, um Vögel und Säugetiere zu zählen und zu notieren. Meine zwei beliebtesten Aktivitäten waren Spurenlesen und "Anti-Poaching" - gegen Wilderei. Dabei war ich zu Fuß im Reservat unterwegs. Ich fühlte mich der Natur noch um einiges näher. Außerdem ist man wortwörtlich auf den Spuren der Tiere. Beim "Anti-Poaching" sucht man nach Drahtfallen, die von Wilderern gestellt wurden, um diese dann einzusammeln. Wir fanden einige dieser Fallen und retteten damit pro Falle einem Tier das Leben.

Eine der weiteren spannenden Aktivitäten war auch "Camera-Traps". Dazu platzierten wir im Reservat ein paar Kameras, die anhand eines Bewegungssensor Fotos schießen. Wir suchten verschiedene Stellen, wo wir bestimmte Tiere vermuteten. Damit versuchten wir gerade nachtaktive Tiere wie Wildkatzen oder Stachelschweine zu sehen. Es hilft, einen kleinen Überblick auf die Tierwelt zu bekommen. Nach ca. zwei Wochen sammelten wir die Kameras wieder ein und waren jedes Mal sehr gespannt, was uns auf den Bildern erwartete. Wir freuten uns sehr über einen Leoparden mit Welpen, Hyänen, oder afrikanische Wildkatzen. Zweimal haben wir die Nacht auf einem Aussichtspunkt verbracht. Dort haben wir Teams gebildet und uns abgewechselt, Tiere am Wasserloch zu beobachten.

Südafrika-Naturschutz

Manchmal verbringt man ein bis zwei Nächte außerhalb in einer Lodge zum entspannen. Wir fuhren auch zweimal zur benachbarten Limpopo Lipadi Lodge, wo wir morgens auf eine Safari fuhren. Danach konnten wir uns am Pool und an der Bar entspannen. Dort sah ich auch mein erstes neugeborenes Breitmaulnashorn, sowie afrikanische Wildhunde. Es war jedem selbst überlassen, ob man mitkommen wollte, doch niemand wollte sich das entgehen lassen.

Die Samstage verbrachten wir oft an besonders schönen Orten im Reservat - am liebsten mit einem Picknick.

Im Camp gab es nichts, was ich vermisste. Wir hatten warmes Wasser zum Duschen, das durch ein Feuer erhitzt wurde. Mir gefiel dieser einfache Lebensstil sehr gut. Ich fühlte mich der Natur viel näher, vor allem, da der nächste Ort ca. 45 Autominuten entfernt liegt. Ich fühlte mich zwei Monate lang wie in einem Abenteuer. Vor allem, weil man Nachts nichts hört, außer Hyänen, Elefanten, Leoparden und natürlich viele Vögel. All die Mitarbeiter und Betreuer waren sehr nett und wir hatten extrem viel Spaß.

Südafrika-Naturschutz

Die absoluten Highlights für mich waren, dass wir rund vier Stunden durch den Busch liefen und die Spuren von Löwen verfolgten, die wir nachts zuvor hörten. Manchmal sind wir für Sonnenuntergänge auf "Kopjes" (Hügel) geklettert und hatten von dort einen atemberaubenden Blick auf die Natur. Womit ich nicht gerechnet hatte, ist, dass wir doch tatsächlich eines Abends auf dem Rückweg zum Camp einen Leoparden sahen, der vermutlich zum Wasserloch ging, um zu trinken. Wir konnten unser Glück kaum fassen.

Es gibt noch so viel mehr zu erzählen, ich könnte versuchen, es als Roman zu verkaufen. Ich kann auch all das nicht in Worte fassen, was ich erleben durfte. Sowas kann man nicht erzählen, man kann es nur erleben.
Ich dachte erst zwei Monate würden reichen, doch die sind wie im Flug vergangen. Viel zu schnell kam der Tag meiner Abreise. Mir hat es so gut gefallen, dass ich lieber geblieben wäre. Die Erlebnisse und Erfahrungen, die ich gesammelt habe, werde ich sicherlich nie vergessen. Afrika hat mein Herz voll erwischt. Außerdem hat ich diese Zeit darin bestärkt, über eine Ausbildung als "Field-Guide" nachzudenken. Für all die neuen Freundschaften, die ich geschlossen habe, bin ich sehr dankbar. Es war eine Super-Zeit.

Leon Pauleikhoff

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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