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Physiotherapie in der Mongolei von Johannes Kraus

Johannes mit seinem Kumpel

Die Mongolei - ein Land fern ab von jeder Zivilisation und Vorstellungskraft, und dennoch begeistert es auf seine ganz eigene charmante Weise. Auf der Suche nach besonderen Ländern auf dieser Erde, konnte ich dem Charme des Landes nach meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten nicht widerstehen und meldete mich für ein Physiotherapie – Projekt in der Mongolei an.

Feiertag Nadam

Zu meiner Erleichterung waren nur englische Sprachkenntnisse gefordert, wie ich aber schnell feststellen sollte, halfen die mir nicht sonderlich viel weiter. Angekommen auf dem einzigen internationalen Flughafen in der Hauptstadt Ulan-Bator beschränkte sich die Kommunikation schnell auf Hände und Füße. Doch an meine Grenzen stieß ich zum Glück nie, denn die Betreuung durch das Projects Abroad Team vor Ort war ausgezeichnet und sie erklärten alles in gut verständlichem Englisch und wenn es sein musste auch mehrmals.

Angekommen in meinem ersten Apartment, ich teilte es mit einem Mongolen in meinem Alter, lernte ich die Kultur des Landes sehr gut kennen. So wirken die Menschen zuerst einmal unfreundlich, unterkühlt und vielleicht sogar etwas abweisend. Hat man diese Phase erst einmal überwunden, entdeckt man das wahre Gesicht der Mongolen, die wohl zu den herzlichsten, dankbarsten und hilfsbereitesten Menschen gehören die ich je kennenlernen durfte.

Zwei Personen werden physiotherapeutisch behandelt

Ähnlich erging es mir an meinem ersten Arbeitstag, meine Betreuerin war noch im Urlaub und sie sprach mit Abstand am besten Englisch. Also wieder umgeschwenkt auf die schon vom Flughafen bekannte Hand und Fuß Kommunikation sammelte ich erste Erfahrungen mit den neuen Arbeitskolleginnen. Wie ich herausfand, waren es 4 junge Frauen, die erst vor 2 Jahren ihr Physiotherapiestudium abgeschlossen hatten. Auch sie waren - typisch mongolisch - am Anfang sehr distanziert und ängstlich. Wie mir später einige Mongolen erklären ist dieses Verhalten ganz normal, da auf einer Fläche von fast vier Mal Deutschland nur 3 Millionen Menschen wohnen, trifft man nicht so oft andere Nationen und Leute und ist erst einmal ängstlich. Doch keine Sorge, auch hier entwickelte sich schnell eine sehr warme und herzliche Freundschaft. In den ersten Tagen konnte ich sehr viel zusehen und mir die mongolische Art zu therapieren näher bringen. Besonders faszinierend war, dass auch wenn die Physiotherapie dort noch nicht sehr alt und etabliert ist, mit wenigen Ausnahmen die ‚evidence based‘ Therapie genutzt und hoch professionell gearbeitet wurde. Im weiteren Verlauf meines Aufenthalts erarbeitete ich mir durch viel Engagement ein großes Vertrauen bei meiner Betreuerin so dass ich, da ich meine Ausbildung schon abgeschlossen hatte, meine eigenen Patienten bekam und die auch therapieren durfte. Das war eine grandiose Erfahrung. Für meine berufliche Zukunft habe ich vor allem gelernt, wie viel man mit Mimik, Gestik und Empathie erreichen kann und wie wenig Sprache man eigentlich braucht. Wenn ich alles richtig verstanden habe, waren meine Patienten auch alle sehr zufrieden.

Johannes hält einen Vortrag über Physiotherapie

Neben meinen normalen Aufgaben im Krankenhaus erarbeitete ich außerdem verschiedene Dinge für die Therapeuten vor Ort. Ich erstellte eine Präsentation mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zur deutschen Physiotherapie, zeigte ihnen eine HWS Behandlung aus der manuellen Therapie und half einer Ärztin aus der Cardio bei der Realisierung eines 6 minute walking tests.

Freiwillige beim Sonnenuntergang in der Mongolei

Nach der Arbeit oder an den freien Tagen war es nie langweilig. Durch das Project Abroad Netzwerk lernte ich schnell Leute in meinem Alter kennen, mit denen ich ständig etwas unternehmen konnte. Sei es ein entspannter Bar Abend, die Museums Touren, Wanderungen oder Workshops im Projects Abroad Office, ich war immer bei allem mit dabei und es machte mir großen Spaß. Besonders gut verstand ich mich mit einem Franzosen und einem Engländer in meinem Alter, denn sie waren genau so lang vor Ort wie ich. Mit ihnen erkundete ich nicht nur die Umgebung der Stadt. Einmal waren wir auch zusammen Zelten in der freien Natur und ließen der Sonne im Land of the blue sky ihren freien Lauf, beobachteten faszinierende Farben und die unendliche Weite. Die freien Tage des berühmten Festes Nadam nutzte ich für einen mehrtägigen Trip in die Wüste Gobi, wo die Schönheit des Landes erst bewusst wird. Ich habe noch nie so viel Unendlichkeit und unberührte Natur gesehen. Auch die Erfahrungen, die ich dort beim Leben mit den Nomadenfamilien machen durfte sind mir unvergessen geblieben.

Freiwillige beim Sonnenuntergang in der Mongolei

Bei all diesen wunderschönen Erfahrungen bleiben noch ein paar Worte zur Stadt. Sie ist geprägt durch den unglaublichsten Gegensatz von arm und reich, den ich je gesehen habe. Dort die Mercedes G-Klasse neben einem Wolkenkratzer, hier ein Ger (ein Jurten Zelt), beheizt mit Kohle, ungefiltert, davor Straßenhunde die mit den Kindern im Müll nach Essen suchen. Wer in der Stadt nach Romantik oder Schönheit sucht, ist wohl nicht richtig. Wer allerdings eine große und sehr alte Kultur kennen lernen will, sich von Gegensätzen nicht abschrecken lässt, und diese warmen, herzlichen und dankbaren Menschen kennenlernen möchte, sollte hier her kommen.

Natürlich haben wir zusammen mit Projects Abroad immer wieder etwas gegen diese Gegensätze getan. Alle Freiwilligen trafen sich einmal wöchentlich und wir führten ein gemeinsames Projekt durch, z.B. einen Spielenachmittag in einem Waisenhaus, oder einen kostenlosen Medizincheck für Obdachlose. Auch das erwirkte in mir das Gefühl von innerer Zufriedenheit.

Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte und tolle Menschen meine Begleiter waren. Nach 8 Wochen bin ich glücklich, ganz schön erschöpft und froh, dass es mal einen Tag zu Hause gibt, an dem es kein Fleisch gibt.

Johannes Kraus

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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