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"Die Patienten und ich gewöhnten uns recht schnell aneinander"

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Physiotherapie in Sri Lanka von Anna-Lena Rathjens, Physiotherapeutin

"Erfahrung lässt sich nicht an einem einzigen Ort sammeln." - Mit diesem Gedanken machte ich mich auf nach Sri Lanka, um dort ein einmonatiges Praktikum als Physiotherapeutin zu absolvieren. Bevor ich nach meinem Studium eine richtige Arbeitsstelle antreten wollte, nutzte ich die Gelegenheit einen Einblick in eine mir völlig fremde Kultur und in eine andere Arbeitsweise von Physiotherapeuten zu wagen. Bei meiner Recherche im Internet über freiwillige Praktika stieß ich auf Projects Abroad und wählte aus den verschiedenen Angeboten Sri Lanka als mein Zielland aus. Mich faszinierte das Land mit seinen verschiedenen Vegetationszonen und einer anderen Lebensweise im Vergleich zu Deutschland.

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Im Oktober 2010 landete ich in Colombo. Das erste Wochenende verbrachte ich mit einigen anderen Freiwilligen in der Hauptstadt zum Sightseeing und Ankommen in einem fremden Land. Der Ablauf vom Flughafen bis zu unserer Gastunterkunft war sehr gut organisiert. Am Montag wurden wir abgeholt und zu unseren unterschiedlichen Einsatzorten gefahren. Ich lebte während meines Aufenthalts mit drei anderen Volunteers in einem Gästehaus in Nagoda. Nagoda liegt an der Westküste, nahe Kalutara. Dort arbeiteten wir im General Hospital Nagoda, welches in verschiedenen Abteilungen um die 200 Betten beinhaltet. Das Krankenhausleben ist mit dem westlichen Standard nicht zu vergleichen.

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Doch die Menschen sind zufrieden und dankbar mit der medizinischen Behandlung und respektieren die Ärzte und Therapeuten. In meistens offenen Räumen liegen 20 – 30 Patienten, getrennt nach Männern und Frauen. Außerdem muss jedem Patienten ein Beistand zur Seite stehen, der pflegerische und therapeutische Aufgaben mit übernimmt. Ein Vorteil war, dass alle Krankenakten auf Englisch geführt werden. Auch sieht man kuriose Sachen, z.B. einen Gartenstuhl auf Rollen, der als Rollstuhl dient. Zu Anfang etwas befremdlich waren die vielen Brand- und Amputationsopfer, die man im Klinikalltag zu Gesicht bekam. Die meisten Amputationsopfer bekommen keine Prothesen, da im Krankenhaus nur das Notwendigste gemacht wird. Doch es war erstaunlich zu sehen, mit wie viel Gelassenheit und Zuversicht die Betroffenen ihr Schicksal meisterten.

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Die Physiotherapieabteilung besteht aus zwei Räumen. In dem einen stehen zwei Behandlungsbänke, die mit Vorhängen abgetrennt sind, außerdem ein Tisch mit verschiedenen Spielsachen und Materialien zum Training der Feinmotorik. Neben jeder Behandlungsbank steht ein Elektrotherapiegerät, welches bei fast jedem Patienten zum Einsatz kommt. Im Nebenraum stehen zwei Infrarotlampen und ein Gerät zur Kurzwellentherapie. In der Physiotherapieabteilung arbeiten 5 Physiotherapeuten (zwei Männer und drei Frauen), außerdem zwei Empfangsdamen. Die Patienten kommen ohne Terminvergaben in die Abteilung und werden dann nacheinander behandelt. Abgesehen von anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten gewöhnten wir uns recht schnell aneinander. Wir wurden von den einheimischen Physiotherapeuten freundlich aufgenommen und sie zeigten uns gerne ihre Arbeitsweisen. Sie arbeiten in der Physiotherapieabteilung, auf der Intensivstation und in den verschiedenen Abteilungen im Krankenhaus. Die erste Woche diente als Einarbeitung, aber dann hatte ich meine eigenen Patienten und sie wollten von mir wissen, wie ich dieses oder jenes Krankheitsbild in meinem Heimatland behandeln würde. So machten wir einige kleine Vorführeinheiten und sie versuchten die einzelnen Übungen nachzumachen und dann aufzumalen und aufzuschreiben.

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Die Wochenenden verbrachte ich mit anderen Freiwilligen auf Touren durch Sri Lanka, denn wir wollten möglichst viel verschiedenen Sachen sehen. So verbrachten wir unsere Zeit im Regenwald, in einer Teeplantage und Teefabrik, besichtigten den Zahntempel in Kandy oder relaxten an einem Strand mit azurblauem Meer und Palmen. Auch Sigiriya mit seinem Lion Rock ist ein Erlebnis wert. Von der Spitze des Felsens hat man einen kilometerweiten Blick auf überwiegend grüne Flächen, einfach atemberaubend. Leider hat das Land, im Gegensatz zu seiner vielfältigen wunderschönen Vegetation, auch einige Schattenseiten; so sind einige Teile des Landes durch den Tsunami schwer zerstört worden und liegen immer noch in Ruinen. Auch sieht man viele ärmlich zusammengehämmerte Hütten. Doch wir wurden meistens mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft empfangen. Besonders schön waren die Geschenke, die wir von den Physiotherapeutinnen bekommen haben, sie schenkten uns Saris und zeigten uns auch wie man sie wickelt und trägt.

Ich hatte eine wunderbare Zeit in Sri Lanka, lernte viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennen und machte Erfahrungen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Der Einblick in eine fremde Kultur ist immer ein Wagnis, aber die Eindrücke, die man dort sammelt, sind unvergleichlich und verändern die Sicht auf manche Dinge des Lebens.

Anna-Lena Rathjens

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