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Kuscheln, Spielen Tränen trocknen

Sozialarbeit in Äthiopien von Julia Ninic

Sozialarbeit Äthiopien

Meinen Wunsch, an einem sozialen Projekt zu arbeiten, habe ich lange in mir getragen. Es sollte auch immer Äthiopien sein. Warum? Ich habe viele afrikanische Länder bereist, bin ein großer Afrika-Fan, und habe immer etwas gesucht, um zu helfen. Geld spenden, ist das eine, und sehr sehr sehr wichtig. Aber für mich war klar, ich möchte vor Ort sein und mit Kindern arbeiten, ihnen ein Lächeln schenken!

In allen afrikanischen Ländern ist Hilfe wichtig und notwendig. Ich habe Äthiopien immer im Kopf gehabt, weil ich glaube, dass dort noch mehr Hilfe gebraucht wird. Ich habe gegoogelt nach Freiwilligenarbeit in Äthiopien. Da bin ich sehr schnell auf Projects Abroad gestossen. Auch auf weitere. Ich habe die Organisationen angeschrieben, Projects Abroad hat sich sofort gemeldet und meine Fragen beantwortet. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben – und dann hab ich mich von einem auf den anderen Tag entschieden. Das war nicht schwer, denn es war schon lange mein Wunsch und ich wusste, es ist genau das Richtige. Da mein Abflug bereits drei Wochen später sein sollte, musste ich schnell sein. Das war aufgrund der tollen Unterstützung von Project Abroad ein Kinderspiel.

Sozialarbeit Äthiopien

Dann war der Tag des Abfluges gekommen - mein Abenteuer Äthiopien - hat begonnen. Ich war sehr aufgeregt und glücklich. Am Flughafen angekommen, ging es auf den Parkplatz, um Projects Abroad zu finden, da war das Gefühl: Julia alleine in Äthiopien, aufregend. Das ging alles unkompliziert. Dann wurde ich zu meiner Familie gebracht. Am selben Tag gab es zum Mittag Injera, das typische äthiopische Fladenbrot. Erst ungewohnt mit Händen zu essen, aber das war sehr schnell eingespielt und verdammt lecker. Ich durfte in einer sehr liebevollen, netten Familie leben. Am nächsten Tag gab es eine Stadtführung. Ich habe Elend und Armut gesehen. Das kenne ich aus meinen Afrikareisen, aber dennoch war ich sehr nachdenklich – ich sah Obdachlose, behinderte Menschen, Kinder, Mütter mit ihren Babys am Strassenrand.

Ich habe dann mein Waisenhaus kennengelernt. So viele zauberhafte Kinder, sehr hektisch und alle mit leuchtenden Augen. Ich bin auch im Waisenhaus auf Zustände gestossen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Aber es ist eine andere Welt, und wir müssen akzeptieren, dass es Unterschiede gibt.

Sozialarbeit Äthiopien

Mein Tag war in der Regel wie folgt: Am Morgen bin ich in das TV Zimmer gegangen, wo die Babys und die Kinder (3-10 Jahre) waren. Sobald ich die Tür öffnete, hatte ich schon überall an meinem Körper Kids hängen und es kamen Rufe: Juuuuuuliiiiaaaa! Schooooooool?! Ein wundervoller Start! Nachdem ich alle Kids und Babys begrüßt hatte, ging es in den Klassenraum. Dort habe ich Englisch und Mathe unterrichtet für die 3-10 Jährigen, Jungs und Mädchen, gesunde und behinderte Kinder. Die verschiedenen Altersstufen waren dabei eine tolle Herausforderung. Natürlich wurde auch gemalt und gesungen. Dann gab es um 12Uhr eine Mittagspause. Danach war ich bei den Babys: kuscheln, füttern, Aufmerksamkeit schenken. Wenn es nicht geregnet hat, bin ich mit den Babys und den älteren Kindern raus gegangen. Mit den älteren habe ich Fußball und Handball gespielt.

Nach dem Waisenhaus ging es mit Minibussen zur Gastfamilie. Die Minibusfahrten haben mir viel Spass gemacht. Ich bin auch öfter mit den Einheimischen ins Gespräch gekommen, was immer sehr freundlich war und mich immer mehr eintauchen lassen hat in die Welt der Äthiopier. Dazu hat auch meine Gastfamilie sehr viel beigetragen. Die vielen Gespräche waren immer sehr interessant und haben mich viel lernen lassen. An den Wochenenden bin ich mit den anderen Freiwilligen viel gereist. Wir haben uns selbst organisiert und sind fast ausschließlich mit den öffentlichen Bussen gefahren. Das war immer ein Spaß und jedes Mal eine Erfahrung. Dafür muss man auch ein wenig Zeit mitbringen, denn um den Preis handeln wird groß geschrieben – und hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Sozialarbeit Äthiopien

Äthiopien hat wirklich eine tolle Landschaft, viele schöne Ecken, und es war auch gut, aus der Stadt rauszukommen. Ich habe die Kinder am Wochenende sehr vermisst, aber es ist auch wichtig, mal den Kopf freizubekommen und sich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen.

Für mich war mein Abenteuer eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich habe viel gelernt, auch über mich. Auch wenn ich schon davor sehr dankbar war über mein Leben, hat die einzigartige Zeit noch mehr in mir ausgelöst.

Natürlich habe ich mich nicht verändert, aber ich habe sehr viel mitnehmen dürfen aus einem Land, was materiell nichts hat. Ich habe versucht den Kindern jeden Tag ein Lächeln zu schenken. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Ich vermisse die Kinder, die werden immer einen Platz in meinem Herzen haben. Und ich bin sehr dankbar, dass ich eine so tolle Familie hatte, die mich von der ersten Sekunden liebevoll aufgenommen hat und sich immer um mein Wohl bemüht hat.

Der Abschied war sehr traurig. Ich wusste allerdings schon vor meinem Abflug nach Addis, dass es schwierig werden wird, die Kinder „da zu lassen“. Und ja, ich hätte sie gern alle mitgenommen! Die Zeit ist geflogen und ich wusste, dass ich die Kinder gern wieder sehen möchte.

Die Kinder haben nichts materielles, aber sie haben ein großartiges Herz, das sie mir geschenkt haben und ich ihnen meins. Das Lernen, Kuscheln, Spielen und auch Tränen trocknen, war eine sehr intensive Zeit, die ich nie missen möchte. Ich war jeden Tag fröhlich mit den zauberhaften Kindern. Ameseginalew, Ethiopia!

Julia Ninic

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

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