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"Am Liebsten hätte ich alle Kinder mit nach Hause genommen"

Ich mit einem Kind

Sozialarbeit in Äthiopien von Miriam Fecher

Ich kam nachts am Flughafen in Addis Abeba an und war ziemlich aufgeregt was mich erwarten würde, da war es schon beruhigend, dass ich von einem Mitarbeiter von Projects Abroad per Taxi vom Flughafen abgeholt wurde. Schon die Taxifahrt war eine etwas andere Erfahrung, das alte Taxi, die äthiopische Musik, die Straßenverhältnisse - und nachts ist es in Addis ziemlich frisch. Meine erste Nacht verbrachte ich dann im Büro, wo ich schlafen sollte, bis ich am nächsten Morgen zu meiner Gastfamilie gebracht werden sollte. Schon am ersten Morgen machte ich vor dem Bürogebäude Bekanntschaft mit zwei kleinen Kindern, von denen ich ganz genau begutachtet und ständig angelächelt oder ausgelacht wurde!

Im Klassenzimmer

In meiner Gastfamilie wurde ich freundlich aufgenommen und innerhalb weniger Tage fühlte ich mich schon als Teil der Familie. In "meiner" Familie lebten ungefähr neun Menschen, was für mich eine komplett neue, aber schöne Erfahrung war, da ich zu Hause eigentlich sehr lang allein lebe. Zum Mittag- und Abendessen gab es Injeera, das Grundnahrungsmittel in Äthiopien, dass dort mit den Händen gegessen wird. Am Anfang ist es schon eine Herausforderung, aber mit der Zeit habe ich es ganz gut in den Griff bekommen, so dass mir nicht mehr das Essen von den Händen fiel. Jeder in der Familie hat sich rührend um mich gekümmert. Schon an meinem ersten Abend gab es einen Stromausfall (so was passiert etwa 3-4 mal die Woche), und ich wurde sofort mit einer Kerze versorgt. Meine Dusche bestand aus einem Eimer und einem Behältnis, da so gut wie nie genug Druck auf den Wasserleitungen war. Es gab einen Wasserhahn im Hof, von dem man sich Wasser abfüllen konnte, natürlich kalt, man muss sich erst daran gewöhnen, aber dann wird es sowas wie normal. Ich fühlte mich sehr wohl in der Familie. Als ich krank war, machten sie wirklich alles, damit ich mich besser fühlte.

Es gab viel zu besichtigen

Ich entschied mich für Sozialarbeit mit Kindern. Mein Praktikumsplatz war das Kinderheim Kidane Miheret. Schon beim ersten Besuch mit jemandem von Projects Abroad hatte ich gleich ein Kind auf dem Arm und viele kleine Hände in meiner Hand. Am Vormittag verbrachte ich meine Zeit mit den Kleinkindern und Babys, die ich fütterte und einfach auf dem Arm hielt. Als besonders schöne Erfahrung empfand ich, wenn ein Kind auf meinem Arm eingeschlafen ist.

Mit den älteren Kindern spielte ich Ball oder wir schauten ein Bilderbuch an. Nachmittags war ich in der Vorschule und dort bekam ich die Gelegenheit, Basiswörter Englisch zu unterrichten. Ich habe zum ersten Mal unterrichtet. Es war schön, aber gar nicht so einfach - die nette Lehrerin übersetzte dann notwendigerweise alles ins Amharische, da die Kinder ja erst anfangen, Englisch zu lernen. Man sieht einfach, wie nötig die Kinder Liebe und Zuwendung brauchen. Sie sind sehr dankbar und man erhält viel mehr von den Kindern, wie man glaubt, geben zu können. Die Dankbarkeit der Kinder äußerte sich in Umarmungen und vielen Küssen auf die Wange. An einem Tag saß ich auf der Eingangstreppe des Heims um zu warten, schon frisierten fünf Mädchen meine Haare, und ich war von vielen Kindern umgeben. Mit einem Mädchen habe ich sogar spontan deutsch gelernt, was auch eine Herausforderung war. Sich mit jedem Kind zu beschäftigen ist ein Segen, und man weiß vielleicht gar nicht wie glücklich man ein Kind machen kann, wenn man „nur“ mit ihm Ball spielt und ihm seine Aufmerksamkeit schenkt. Ein Mädchen sagte mir an meinem letzen Tag "I love you".

So ist es selbstverständlich, dass es mir sehr schwer gefallen ist zu gehen. Am liebsten hätte ich alle Kinder mit nach Hause genommen. Ich würde mich immer wieder für die Kinder in Äthiopien entscheiden. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Äthiopier hat mich tief in meinem Herzen berührt und ich hoffe irgendwann wieder dorthin zurückzukehren. Ohne Hilfe ist man in einem fremden Land verloren, diese erfuhr ich durch die netten Projects Abroad Mitarbeiter und die Menschen , die Familie, im Heim und auf der Straße. Ich bin berufstätig und diese Reise war meine "Auszeit". Wenn ich so darüber nachdenke, war mein Urlaub mit Sozialarbeit am schönsten und so erfüllend wie kein anderer. Ich habe mich "fast etwas vergessen" und meine Gedanken voll und ganz auf die Kinder gerichtet.

Miriam Fecher

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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