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„Verwahre alle Küsse deiner Freunde in deinem Herzen“

Sozialarbeit Fidschi Gastfamilie

Sozialarbeit auf den Fidschi – Inseln von Renate Baldauf aus Tirol

Nach 11 Jahren als Hebamme war die Zeit reif, einmal etwas komplett anderes zu sehen. So fand ich im Internet die Seite von Projects Abroad und das Projekt in Fiji schien mir perfekt. Die Zeit vor der Abreise war geprägt von großer Vorfreude. In Nadi holte mich Saula, der Mitarbeiter von Projects Abroad, vom Flughafen ab und brachte mich zu meiner Gastfamilie. Dort wurde ich herzlichst aufgenommen. Zu meiner Freude wohnte auch Manuela aus Deutschland in meinem Haus. Meine Gastmama Varea und mein Gastpapa Sachu waren sehr herzlich und gaben mir das Gefühl willkommen und zu Hause zu sein. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Sachu hat am Abend immer für uns gekocht Zum Abschied hat er mir die Gewürze, welche man für die indischen Gerichte benötigt, geschenkt und seine Rezepte verraten. Varea hat uns wie ihre eigenen Töchter behandelt, ist z.B. mit uns zum Tanzen gegangen und hat mich sogar zum Flughafen begleitet.

Sozialarbeit Fidschi Kinder

Da ich gern mit Kindern zwischen 2 und 6 Jahren arbeiten wolte, und ich im Andrew Kindergarten eingeteilt. Am Vormittag wurden dort 60 Kinder von 3 Kindergärtnerinnen betreut. Um 08:00 wurden die Kinder von den Eltern gebracht. Danach war 1 Stunde Unterricht. Dazu mussten die Kinder in Reihen am Boden sitzen. Jeweils eine der Kindergärtnerinnen unterrichtete an der Tafel. Da die Amtssprache Englisch ist, die meisten Kinder jedoch nur Fiji oder Hindustani sprachen, wurden die Mädchen und Buben somit dreisprachig unterrichtet. Jeden Tag sagten sie etwa, wie sich sich fühlten - traurig, glücklich, heiß oder kalt - , welcher Wochentag, Monat, welches Jahr ist, welches Wetter. Nach der ersten Woche durfte ich dann auch einige Male an der Tafel unterrichten. Danach wurden die Kinder in 3 Gruppen aufgeteilt und spielten, zeichneten oder bastelten. Wir haben mit ihnen Webbilder aus Papier hergestellt, Pappmachéköpfe aus Luftballons gemacht und Handabdrücke oder einfach gespielt. Die Spielsachen waren zum Teil sehr einfach, so haben die Kinder den Sand in leere Duschgel- und Getränkeflaschen geschüttet. Die Kinder konnten sich damit sehr gut beschäftigen und wir hatten oft viel Spaß. Danach wurden entweder gemeinsam Lieder gesungen, Bücher vorgelesen oder Bewegungsspiele gemacht.

Sozialarbeit Fidschi Klasse

Da ich aus Tirol stamme, hatte ich zu Hause eine „Tiroler“ Handpuppe anfertigen lassen. Ab und zu hat dann dieser „Seppl“ die Kinder unterhalten. Auch meine Blockflöte hatte ich dabei, was vor allem die Kindergärtnerinnen faszinierte. Es war für sie, mich und die Kinder ein großer Spaß, als ich ihnen ein Lied mit einem Jodler beibrachte. An meinem letzten Arbeitstag musste ich es immer wieder vorsingen, damit sie es nicht verlernen. Hatte ein Kind Geburtstag wurde ihm das Geburtstagslied gesungen. Anschließend haben alle Kinder einen Handkuss geschickt und gemeinsam gesagt: “Wir küssen dich, wir lieben dich!“ Mrs. Singh stand immer hinter dem Geburtstagskind und nahm seine Hände und fing mit ihm gemeinsam alle Küsse auf und legte die Hände auf das Herz. Dazu sagte sie immer: “Sammle alle Küsse deiner Freunde ein und verwahre sie in deinem Herz.“

Sozialarbeit Fidschi Navua River

Bereits nach wenigen Tagen schenkten mir die Kinder ihre Zuneigung. So gab es immer ein Gerangel, wer auf meinem Schoß sitzen darf: Emalini, die kleine freche Göre mit den 5 Zöpfen, die mir jeden Tag mit ausgebreiteten Armen entgegen lief oder Aaron, dem verschmitzten Lauser, der immer eine originelle Antwort hatte; oder die 3-jährige Rya-Rikshika die Heimweh nach ihrer Mama hatte, Arnaf, das Konzentrationsgenie oder Drishti, das fleißige und geschickte Mädchen. Von den Kindergärtnerinnen Mrs. Nandore, Mrs. Sharma und Mrs. Singh erfuhr ich nur Freundlichkeit und kollegiale Zusammenarbeit

Sozialarbeit Fidschi Putz

Nach der Arbeit im Kindergarten bin ich oft gemeinsam mit anderen Freiwillingen an den Strand gefahren, war in der Stadt bummeln oder habe mich im „Bulaccino’s“ bei einem Kaffe entspannt. An den Abenden haben wir uns manchmal zum Essen getroffen und die Feuertänzershow am Mittwoch war ein fixer Treffpunkt mit dem Großteil der Projects Abroad Volunteers. An den Wochenenden haben wir gemeinsam Ausflüge unternommen. Ich war auf Inseln mit weißem Sandstrand, habe beim Schnorcheln Korallen und Fische beobachtet, war im letzten „original Fiji village“, in dem nur Häuser aus Palmen sind, und war mit einem Segelschiff unterwegs. Der absolute Höhepunkt war das Raften am Navua-River. Dort sind wir 5 Stunden lang flussabwärts durch Canyons und den Regenwald gefahren. Wir haben dabei in allen möglichen und unmöglichen Sprachen bis 10 gezählt, Lieder auf Fiji, Englisch und Deutsch gesungen und sind vor Lachen fast umgekommen. Ganz zu schweigen von der unbeschreiblichen Landschaft.

Sozialarbeit Fidschi Abend

Auch die Freundschaften mit Freiwilligen aus der ganzen Welt, speziell mit Eleanor aus Australien und Manuela, meiner Mitbewohnerin in meiner Gastfamilie, sind ein sehr kostbares Geschenk. Mein letztes Wochenende haben wir zu dritt auf Malolo Island verbracht, haben am Abend am Strand gesessen, gesungen, Gitarre gespielt, viel gelacht und den Sonnenuntergang sowie die Sterne bewundert. Ich war noch nie zuvor alleine so weit und länger von zu Hause weg und vorher nicht sicher, ob mich nicht das Heimweh plagen würde. Dass ich aber beim Abschied von Fiji weinen werde und dann in Österreich Heimweh nach Fiji habe, damit habe ich nicht gerechnet. Reich beschenkt mit Dingen, die man nicht kaufen kann, bin ich wieder nach Österreich zurückgekehrt. Die Zeit in Fiji war eine der schönsten in meinem Leben, die ich nie vergessen werde!

Renate Baldauf

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