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"Welcome to Jamrock"

Ich mit einigen Kindern

Sozialarbeit auf Jamaika von Leslie Burkhalter

Traumstrände, dunkelrote Sonnenuntergänge und dazu Reggae vom feinsten - das ist der karibische Traum Jamaikas.

Mein Bauch rumorte, als ich in das Flugzeug einstieg, doch als ich endlich meinen Platz fand, wurde ich herzlich von einem alten jamaikanischen Ehepaar begrüsst. Ich hatte die Ehre, zwischen ihnen die nächsten 10 Stunden zu verbringen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass ich den ganzen Flug ohne Schlaf verbringen werde. Zwischen den Mahlzeiten erzählten sie von ihrem Leben. Ich verstand den jamaikanischen Dialekt Patois anfangs kaum, doch wir hatten Freude, uns zu verständigen - mit Händen und Füssen kann man sich zur Not auch helfen; und so fand ich meine ersten etwa 50 Jahre älteren Freunde. Um die lange Zeit auf dem Flug zurück in seine Heimat zu überbrücken, wurde auf den Gängen getanzt. Meine erste Party im Flugzeug . Einfach grandios. Hier begann meine wunderschöne Zeit auf der karibischen Insel Jamaika.

Meine ersten Tage verbrachte ich mit meiner Gastfamilie in Mandeville. Ich fühlte mich ab der ersten Begegnung mit ihnen unglaublich wohl und geborgen. Wir besuchten Freunde und Verwandte auf der ganzen Insel, das stundenlange Autofahren hat sich gelohnt. Nach dem Wochenende sah ich bereits 9 von 14 Parishes (Regionen).

Im sozialen Projekt

Mandeville liegt auf etwa 600 Meter und besitzt ein richtig angenehmes Klima. Ich als Früchteliebhaberin fand mein Paradies auf Erden am Strassenmarkt. Jeden Tag probierte ich eine neue Frucht aus, eine war besser wie die andere. Empfehlenswert sind Soursoup und Ginnaps, unbedingt probieren, wenn ihr mal in Jamaika vorbei schaut.

Auf meinen ersten Arbeitstag freute ich mich riesig, so auch die Kinder im "Our Lady of Hope" Kinderheim. Ich glaube, dass ich in meinen ganzen Leben noch nie eine solch herzliche Begrüssung, wie diese erlebt habe. Alle freuten sich, mich zu treffen, voller Glück und Zufriedenheit fiel ich abends todmüde ins Bett. Doch an meinem zweiten Arbeitstag fiel ich aus all meinen Traumwolken. Kaum war ich da, meinte die Lehrerin zu mir; ich sollte die ganze Klasse mit 20 Kinder übernehmen! Die grosse Herausforderung war, den Unterricht so zu gestalten, so dass es dem Level eines Fünfjährigen wie dem eines 16 Jährigen entspricht. Die grossen Kids förderte ich individuell in ihren Stärken und Schwächen - und die Kleinen machten mit mir zusammen Lese- und Schreibaufgaben. Aber auch allgemeine Themen, von wo etwa die Regentropfen kommen, habe wir behandelt.

Bei mehreren Jugendlichen entwickelte sich eine richtige Freundschaft. Ein 16 Jahre alter Junge, war mir sehr ans Herz gewachsen. Als die Ferien begannen, sass er jeden Morgen alleine im dunklen Klassenzimmer und übte Französisch an der Tafel, oder er sass auf der Bank im Garten und spielte Saxophon. Er fasziniert mich noch heute, und ich bin überzeugt, dass er es noch weit schaffen wird.

Traumhaft schöner Strand

An den meisten Nachmittagen trafen sich die Freiwilligen in Downtown beim Food Court und tauschten sich über ihre verschiedenen Erfahrungen aus oder planten den nächsten Kurztrip. Für mich war nach einigen gemütlichen Nachmittagen klar, in meiner ohnehin kurzen Zeit den Kinder eine Freude bereiten, sie für wenige Stunden ihr Schicksal vergessen lassen und einfach mal Kind sein dürfen wollte. Daher blieb ich meistens bis um fünf Uhr abends bei ihnen und hatte einen Riesenspaß. Meine tollsten Erinnerungen an das Kinderheim waren die Mittagspausen. Wir hörten Musik und die Kinder zeigten mir verschiedene Dancehall/ Reggae Tanzschritte. Kaum zu glauben, aber schon die kleinen Mädchen tanzen wie in den Hip-Hop Videoclips auf MTV - und das richtig gut.

An den Wochenenden packen alle Freiwilligen ihre Taschen und bereisen zusammen die Insel. Treasure Beach ist der am kürzesten entfernte Strand und lohnt sich für ein relaxtes Wochenende. In meinen sechs Wochen sah ich viele wunderschöne Orte. Mein Geheimtipp ist der Osten der Insel. Portland besitzt eine unglaubliche Vegetation und in Fairy Hill gibt es einer der schönsten öffentlichen Strände, der Winifred Beach. Das etwa tollste Wochenende verbrachten wir in Montego Bay am Sumfest Reggae Festival. 3 Tage LIVE Musik und dazu die ganze Nacht hindurch tanzen.

Ich hatte mir vor der Abreise viele Gedanken zur Kriminalität gemacht. Wie verhalte ich mich, auf was muss ich schauen, wie kann ich mich schützen. Zu dem sage ich nur so viel: Geht mit einem gesunden Menschenverstand und Misstrauen nach Jamaika. Es gibt tausende warmherzige Menschen, aber auch unter ihnen kann sich einer, der es nicht ernst meint, verbergen. Ich war nicht zu ängstlich, bereiste am Ende auch alleine die Insel und machte nur positive Erfahrungen. Ich fand viele Freunde, die ich nächstes Jahr wieder besuchen werde.

Die Schweiz kommt mir, seit ich wieder zurück bin. kaltherzig und verschlossen vor. Mein Taxifahrer, der mich nach Mandeville brachte, klärte mich über die jamaikanische Krankheit auf. Die Diagnose: man verliebt sich unglaublich in die Insel und möchte bei jeder Gelegenheit wieder zurück kehren. Ich höre ihn jetzt noch sagen "Wir werden uns auf dem Rückweg nochmals darüber unterhalten, wenn es dann soweit ist". Gut ja, da hatte er nicht so unrecht. Ich verbrachte bis anhin meine tollste, intensivste, erlebnisreichste Zeit in Jamaika und werde sicher nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Die Mentalität und die ganze Kultur faszinieren mich, die Gelassenheit und die Fröhlichkeit, jeden Tag zu geniessen und mit einem Lächeln aufzustehen. Jamaika muss man als Ganzes Erleben. Die kulinarischen Leckerbissen, die Sprache, der Glaube, das Volk, die Musik und die Naturschönheiten; erst alles zusammen macht die Insel vollkommen.

Leslie Burkhalter

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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