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„Daheim“ statt „bei der Gastfamilie“

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Sozialarbeit auf Jamaika von Sophie Künig aus Kufstein (Österreich)

Für mich ist soziales Engagement sehr wichtig und so habe ich beschlossen, selbst vor Ort aktiv zu werden. Ich wollte dazu einen Monat drei-monatigen Pflichtpraktikums verwenden, das von meiner Schule vorgeschrieben war. Somit begann ich, im Internet nach geeigneten und seriösen Organisationen zu suchen. Anfangs fiel es mir wirklich schwer, da ich zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt war und das vorgegebene Mindestalter überall 18 Jahre war, bis ich auf Projects Abroad gestoßen bin.

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Trotz meiner wirklich kurzfristigen Buchung (vier Wochen vor der Abreise) organisierte mir Projects Abroad problemlos meine Reise. Als ich am Flughafen in Kingston ankam, sah ich schon zwei Personen im grünen Projects Abroad-Shirt auf mich warten. Sie brachten mich und eine Schweizerin, Melanie, zu unserer Gastfamilie. In den zwei Stunden Fahrt von Kingston nach Mandeville, wo wir den nächsten Monat verbringen sollten, stellte ich fest, dass Melanie die nächsten Wochen nicht nur mit mir wohnen würde, sondern sogar am selben Arbeitsplatz sei wie ich. Als wir etwa um Mitternacht ankamen, gingen wir nach einer herzlichen Begrüßung unserer Gastmutter erst einmal müde ins Bett. Die Gastfreundschaft war, wie wir in den nächsten Tagen und Wochen herausfinden sollten, Standard auf Jamaika.

Am nächsten Tag wurden wir morgens abgeholt und uns wurde unser Arbeitsplatz, das Büro von Projects Abroad und wichtige Straßen und Gebäude gezeigt. Wir hatten das Glück, direkt in der Stadt zu arbeiten, und so kamen wir überall problemlos zu Fuß hin und hatten uns bereits nach wenigen Tagen super zurecht gefunden.

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Der darauffolgende Tag war unser erster Arbeitstag. Wir waren die ersten, welche in der Kindertagesstätte als ehrenamtliche Arbeiterinnen eingesetzt wurden. Die Kinder waren eine Gruppe von 5 bis 10 an der Zahl im Alter von etwa 2 bis 7 Jahren. Anfangs waren viele von ihnen sehr schüchtern, da wir „Whitys“ (Weiße) etwas Neues für sie waren.

Nach wenigen Tagen jedoch genossen sie es offensichtlich, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie waren total aufgeweckt und manchmal kaum zu bremsen, sodass es jeden Tag auf ein Neues ein großartiges Gefühl war, mit ihnen zu arbeiten. Wir spielten mit ihnen, trösteten sie, falls etwas schief ging, zogen sie um, fütterten sie und brachten sie zu Bett. Eine andere Erzieherin arbeitete mit uns, welche uns jeden Tag herzlich empfing, uns alles zeigte und zu einer guten Freundin wurde. An manchen Tagen war auch noch eine andere Betreuerin dabei. Die Leiterin der Einrichtung, Mrs Allen, war eine herzensgute Frau und bedankte sich unzählige Male für unsere Hilfe. Auch sie empfing uns täglich herzlich mit einem Lächeln und einer Umarmung. An unserem letzten Tag war es kein Leichtes, sich von allen zu verabschieden, und wir bekamen sogar Abschiedsgeschenke von Mrs Allen.

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In unserer Freizeit konnten wir viel vom Land und der fremden Kultur sehen. Wir lernten mit den Jamaikanern, mit denen wir tolle Freundschaften geschlossen hatten, Domino zu spielen und so die Nachmittage ohne Computer oder Fernseher gemeinsam zu verbringen. Zwei Mal in diesem Monat ging ich mit Melanie in ein Internetcafé, um mit Familie und Freunden Kontakt aufzunehmen und ihnen mitzuteilen, wie gut wir aufgehoben waren. Es war einfach, viele Freundschaften zu schließen, und bereits nach Kurzem trafen wir einheimische Freunde auf der Straße oder etwa in der Apotheke.

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Mittags trafen wir uns immer mit den anderen Freiwilligen und den befreundeten Jamaikanern, um gemeinsam unsere Sandwiches zu essen und über die Planung des Nachmittags zu reden. Jeden Donnerstag ging es ins Büro von Projects Abroad, da wir da immer unsere Treffen hatten. Wir besprachen, was uns alles passiert war die vergangene Woche, Probleme oder Erfolgserlebnisse und lernten Neues wie z.B. Zeit-Management. Wenn wir sonst Probleme hatten, konnten wir die Mädels aus dem Büro immer problemlos telefonisch erreichen, um sie um Rat zu fragen. Sie hatten stets ein offenes Ohr für uns und halfen uns aus der Patsche.

An den Wochenenden unternahmen wir gruppenweise Ausflüge. Wir sprachen uns unter der Woche ab, wer wohin fahren will und planten, sodass wir in unterschiedlich großen Gruppen die verschiedenen Küsten und die schönsten Strände besuchen konnten.

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Unsere Gastfamilie mit einer Tochter und einem Sohn war sehr aufgeschlossen und warmherzig und unterstützte uns diesen Monat. Nach etwa einer Woche redeten wir nur noch von „daheim“ statt „bei der Gastfamilie“ und von „unserer Mum“ statt der Gastmutter. Wir hatten von Anfang an das Gefühl, aufgenommen zu werden und immer mit ihnen reden zu können. Bekocht wurden wir auch jeden Abend und es war täglich eine köstliche Überraschung! Ich habe Früchte und Fische gegessen, von denen ich den Namen zwei Minuten später schon wieder vergessen hatte und auch nie zuvor gehört hatte, aber es war immer großartig. Auch das Nationalgericht durften wir kosten, und wie nicht anders zu erwarten, waren wir absolut begeistert.

Es war für mich eine unvergessliche Reise. Ich konnte mich nicht nur im sozialen Bereich engagieren, sondern auch mein Englisch um Einiges (!) verbessern, Freunde von überall auf der Welt finden, in der Karibik meinen Sommer verbringen und eine völlig fremde Kultur kennen und lieben lernen. Ich kann jeder und jedem nur dazu raten, nicht lange zu überlegen, sondern es einfach zu tun, da es unglaubliche Erfahrungen sind, welche man mit Sicherheit nicht so schnell vergisst!

Sophie Künig

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