Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

Zuhause ist, wo gute Freunde sind

Sozialarbeit in Kambodscha von Christian Kuntner (Österreich)

kambodscha-sozialarbeit-best

Das Leben besteht bekanntlich aus Geben und Nehmen. Um auch etwas zurückzugeben, entschied ich mich für einen Freiwilligendienst in Kambodscha. Im Endeffekt habe ich mehr für mich, mein Leben und meine Persönlichkeit mitgenommen, als ich zu Anfang geglaubt habe.

Ich startete an einem Montag in mein Abenteuer und stürzte ins Unbekannte. Das ist wohl auch der beste Weg, um so ein Projekt zu beginnen. Ich bin offen auf die Leute, die Bräuche, die Kultur in Kambodscha zugegangen und wurde zu einem Teil des großen Ganzen.

Schon bei der Fahrt vom Flughafen zum Apartment präsentierte sich mir Kambodscha von allen seinen Seiten. Vorbei an Reisfeldern, einfachen Holzhäusern, bunten Märkten, vollen Straßen und Tempeln. In diesem Moment realisierte ich erst, dass ich angekommen war.

kambodscha-sozialarbeit-best

Es fühlte sich so an, als wäre ich zuhause angekommen. Ich wurde überall herzlichst aufgenommen. Ich habe so viele neue Freunde gewonnen, Einheimische wie auch andere Freiwillige. Die Leute in Kambodscha sind viel aufgeschlossener und freundlicher als in Österreich und es ist so leicht, neue Bekanntschaften zu machen. Eines der schönen Dinge an Siem Reap war, dass man egal, wo man hinging, Musik hörte. Ob von kleinen Orchestern neben der Straße, aus den Tempeln oder einfach aus dem laut aufgedrehten Radio der Nachbarn oder Straßenverkäufern.

Mein Alltag im Waisenhaus der „Khmer Social Economic Development Organization“ war einfach aber inspirierend. Es gab nicht mehr als eine Halle, einige Holzbaraken und einen Garten. Mich faszinierten die Kinder – sie waren trotz ihrer schwierigen Vergangenheit und auch ihrer jetzigen nicht ganz so einfachen Lebenssituation und den wenigen Dingen die sie hatten, glücklich.

kambodscha-sozialarbeit-best

Ein typischer Tag im Waisenhaus bestand aus Gartenarbeit, Unterrichten, Spielen, Singen, Kochen und vielen anderen spontanen Aktivitäten. Doch es waren die kleinen, die einfachen Dinge wie mit den Kindern zu lachen die mir ewig in Erinnerung bleiben werden. Und wir hatten viel zu lachen. Ob über meine Aussprache von neuen Khmer Wörtern, die sie mir beibrachten oder über andere Situationen des Alltags. Dadurch, dass im Waisenhaus Kinder allen Altersklassen (2-17) vertreten waren, waren besonders die älteren nicht nur meine Schüler, sondern auch meine Freunde. Sie nannten mich nach einiger Zeit Bruder und genau da bemerkte ich, ein Teil ihrer „Familie“ geworden zu sein. Ich betrat das Waisenhaus jeden Tag mit einem Lächeln im Gesicht und verließ es mit täglich neuen Erfahrungen und einem noch größeren Lächeln.

Die Kinder konnten traditionelle Tänze und auch HIP-HOP. Sie versuchten mir beides zu zeigen. Mehr oder weniger erfolgreich. Ich war immer im Einsatz, hatte keine ruhige Minute – im positiven Sinne – und das war auch gut so.

Natürlich reiste ich auch viel und erlebte auf meinen Reisen durch das Land einige Abenteuer. Ob verloren gehen im Dschungel, dann in einem Dorf anzukommen und von den Einheimischen bekocht zu werden oder warten zu müssen, bis der Elefant die Schienen verlässt um mit dem Bambuszug weiterfahren zu können. Der beste Tag war, als wir für die Kinder aus dem Waisenhaus einen Ausflug mit uns organisiert haben. Wir bestellten einen „Bus“ (Truck mit einigen Holzbrettern als Bänken) und fuhren zu den Tempeln von Angkor. – Für beide Seiten ein Tag den man nicht so schnell vergessen wird.

Auf den Reisen sollte man keine Angst vor der Regenzeit haben. Manchmal bringt einen der Regen in die interessantesten Situationen. Wir waren in einem Tempel in Battambang, und es begann zu schütten wie aus Eimern. Wir warteten im Tempel bis der Regen endlich aufhört. Nach einer halben Stunde kamen Mönche zu uns, um mit uns zu plaudern. Sie baten uns an, mit ihnen zu Essen und schenkten uns, als der Regen nachließ, Regenschirme, um weitergehen zu können.

kambodscha-sozialarbeit-best

Der Abschied fiel mir extrem schwer und im Waisenhaus flossen einige Tränen bei den Kindern. Mir wurde dann angeboten, länger zu bleiben und einfach mit ihnen im Waisenhaus zu wohnen. Nur zu gerne hätte ich ja gesagt, wenn ich das Heimflugticket nicht schon im Rucksack gehabt hätte. Ein paar meiner neuen Freunde begleiteten mich dann noch zum Flughafen und auch der Abschied von ihnen fiel mir schwer.

Hat man erst einmal mit dem Reisen angefangen, will man nicht mehr aufhören. Es fühlt sich an als wären Jahre vergangen seit ich Kambodscha verlassen habe – So sehr vermisse ich es. Als ich im Flugzeug saß, wusste ich gar nicht richtig, wohin ich jetzt fliege. Es fühlte sich nicht an als würde ich an einen Ort fliegen der sich „zuhause“ nennt oder sich danach anfühlt, denn ich war jetzt in Siem Reap zuhause. Der Gedanke, die Kinder im Waisenhaus und meine neuen Freunde nie wieder zu sehen, machte mich wahnsinnig. Als ich den ersten Schritt auf österreichischem Boden machte, was das Ende meines Abenteuers, meiner Reise besiegelt. Gleichzeitig wusste ich aber in diesem Moment, dass ich eines Tages nach Kambodscha zurückkommen würde. Zuhause hatte sich nichts getan, nichts verändert, alles war gleich. Und dennoch habe ich die Dinge mit anderen Augen wahrgenommen.

Christian Kuntner

Mehr zur Sozialarbeit in Kambodscha

Mehr zur Sozialarbeit

Mehr zu Kambodscha

Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Global Gap Auslandsjahr
Nach oben ▲