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Sozialarbeit und Community-Projekt auf Samoa von Niklas Becker

Gastfamilie Samoa

Samoa ist eine Insel, die mit dem Flugzeug kaum unangenehmer zu erreichen ist. Nach 25 Stunden Flugzeit (36 Stunden Reisezeit) ohne Schlaf kann man nicht wirklich produktiv zuhören. Gut bei Projects-Abroad war es, dass meine Einführung erst einen Tag nach meiner Anreise war. Dadurch konnte ich mich die ersten Stunden in meiner Gastfamilie einleben und vor allem sehr viel Schlaf nachholen. Da bei meiner Gasfamilie mit mir 4 Freiwillige vor Ort waren, konnte man sich gut austauschen und kennenlernen.

Die Menschen auf Samoa sind unfassbar nett, zuvorkommend und offen. Nach meiner ersten Nacht, die durch 11 Stunden Zeitverschiebung nicht unbedingt von Schlaf beglückt wurde, kam ich das erste Mal in Kontakt mit der „Samoan Time“. Ich sollte um 9 Uhr zu meiner Einführungsrunde abgeholt werden, also erwartet man als typischer Deutscher natürlich eine gewisse Pünktlichkeit. Nach einer Stunde des Wartens fragte ich meine Gastmutter Luana, wo denn die Organisation bzw. mein Taxi bleibt. Sie meinte ganz gelassen: „Keine Sorge, wir sind in Samoa. Da wird das mit der Pünktlichkeit nicht so eng genommen“. Auch Busse kommen nicht nach einem Zeitplan, sondern man stellt sich irgendwo an die Straße in der Hoffnung, dass ein Bus vorbeifährt. Dann winkt man, der Bus hält an, man steigt ein und weiter geht’s. Was ich damit sagen möchte ist, dass der Zeitaspekt sehr gewöhnungsbedürftig ist. Doch nach spätestens zwei Wochen hat man sich daran gewöhnt.

Sozialarbeits-Projekt Samoa, Projects Abroad

Meine Zeit in dem Projekt selbst könnte nicht besser gewesen sein. Die Arbeit im Nasareta Kindergarten hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber war auch anspruchsvoll, da die Kinder dort kein Englisch reden und Samoanisch nicht unbedingt einfach ist. Es reicht jedoch, wenn man einfach lächelt und offen ist. Die Kinder werden nach 2-3 Tagen sehr offen und zeigen eine gewisse Zuneigung und die Lehrer versuchen das, was du den Kindern vermitteln möchtest, zu übersetzen. Der Tag im Kindergarten fing um 9 Uhr morgens an und endete um 12 Uhr. Danach nahm mich der Vater von Victor, einem Kind aus dem Kindergarten, mit zur Ah Mu Academy. Dort habe ich von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr mit einer anderen Freiwilligen zusammen Sport unterrichtet. In der Schule spricht jeder Schüler relativ fließend Englisch, heißt die Kommunikation ist sehr viel einfacher als im Kindergarten. Aber generell gilt für beide Projekte: Die Lehrer sind unglaublich freundlich, motiviert und offen. Die Kinder sind neugierig, wirst an deinem ersten Tagen von gefühlt jedem nach deinem Namen gefragt und am folgenden Tag dann herzlich begrüßt. Ich als Junge bekam diverse „High Fives“, während die weiblichen Freiwilligen mit Umarmungen begrüßt wurden.

Nach 14:00 Uhr bin ich meist ins Büro gelaufen, man dort Zugriff auf WLAN hat. Das muss man sich bewusst sein. Um die Kommunikation über WhatsApp etc. mit meiner Familie aufrecht zu erhalten, habe ich mir eine samoanische SIM-Karte zugelegt. Die meisten Kosten belaufen sich tatsächlich auf einen funktionierenden Internetzugang und den Fahrten mit dem Taxi. Meistens war ich dann bis 15:00 Uhr im Büro und habe mich auf den neuesten Stand gebracht was Nachrichten etc. angeht und zusätzlich den nächsten Tag vorbereitet. Motivation zu zeigen, ist bei dem Projekt nicht nur einfach, sondern kommt auch sehr gut an. Man muss sich einfach bewusst sein, dass Offenheit und Freundlichkeit in Samoa dazugehören. Es ist nicht schwer, sich den Samoanern zu öffnen, da diese die freundlichsten Menschen sind, die ich je getroffen habe.

Ausflu auf Samoa

An den Wochenenden (und da ich über den Unabhängigkeitstag von Samoa auch in dieser Woche im Land war) ist man normalerweise immer entweder mit der Gastfamilie unterwegs oder mit anderen Freiwilligen am Reisen. Vor allem „Namu’a Island“ und der „To Sua Ocean Trench“ waren meine Highlights. Insebsondere „Namu’a“ist dabei ein kleines gehütetes Geheimnis ist. Sonntags ist auf Samoa alles geschlossen. Da dann mit der Familie Zeit verbracht wird, geht man in die Kirche oder nimmt sich die Zeit und liest ein Buch. Insgesamt habe ich 4 Bücher in Samoa gelesen, einfach, weil man an diesem Tag sehr viel Zeit zum Entspannen hat.

Mein zweites Projekt, Community Work im Dorf, begann nach meinen ersten 4 Wochen Aufenthalt auf Samoa. Für mich hieß das, sich von meiner Gastfamilie und meinen beiden bisherigen Projekten zu verabschieden, viele Tränen zu vergießen und einmal mehr ins Ungewisse zu starten, vor allem, weil das Community Work Projekt sehr weit außerhalb von Apia liegt.

Die Busfahrt von Fasito’o-Tai nach Apia kostet fast nichts, man ist mit 3 Tala pro Fahrt sehr gut dabei und falls man in die Stadt möchte, das günstigste Transportmittel. Achtet aber darauf, dass die letzten Busse um 17:00 Uhr fahren, danach müsst ihr ein Taxi nehmen. Die Familie um Toleafoa war unglaublich freundlich. Sie erzählten mir, dass ich der erste Junge seit drei Jahren sei, und da alle vier Kinder der Familie Jungs sind, waren sie direkt sehr glücklich, offen und zuvorkommend.

Das Community-Projekt bestand für mich in dem Aufbau der Schulbibliothek mit Hilfe von Sene, einem weiteren Freiwilligen, welcher für längere Zeit auf Samoa bleiben wird. Da ich noch im Anfangsstadium dazu gestoßen bin, konnte ich meine Ideen optimal einbringen. Ich habe Bücher mit Symbolen versehen, damit die Kinder bei der Öffnung der Bibliothek und besonders bei der Rückgabe der Bücher das Buch auch in die Richtige Kategorie einsortieren. Mittlerweile hat Sene die Bibliothek für die Kinder geöffnet, nach gut 9 Monaten des Aussortierens, des Einordnens in Kategorien, des Entstaubens und der Beseitigung diverser Spinnennester und vieler weiterer Schritte.

Landschaft Savaii Samoa

Leider war ich nur gut eine Woche bei Toleafoa’s Familie, heißt ich konnte sie kaum richtig kennenlernen. Umso bewegender war der Abschied, da ich mit Toleafoa ein Rugby Match von Samoa gegen Georgien gucken war und er mir ein Trikot der Manu Samoa erst für das Spiel ausgeliehen und dann gesagt hat, ich könne es behalten. Und nicht nur das, die ganze Familie hat mir 2 hölzerne Attrappen von traditionellen Waffen geschenkt. Toleafoa sagte am Schluss kurz vor meiner Abreise zu mir: „Du bist jetzt ein Teil von unserer Familie. Falls du noch einmal nach Samoa kommst, komm uns besuchen.“ und Toni, der älteste Sohn der Familie, meinte: „Ich werde dich vermissen. Du bist jetzt mein Bruder.“

Mit beiden Gastfamilien stehe ich noch in Kontakt und auch mit diversen Freiwilligen schreibe ich fast täglich. Durch Projects Abroad hat sich mein Leben verändert. Ich bin offener geworden, glücklicher und vor allem bewusster der Tatsache gegenüber, dass wir in Deutschland in einer unfassbaren Überflussgesellschaft leben. Ich werde definitiv noch einmal nach Samoa reisen, sei es als Freiwilliger oder mal als Tourist. Und jedem einzelnen kann ich Samoa als Reiseziel empfehlen. Die Organisation deines Projekts ist sehr gut, Samoa ist wundervoll, ein kleines Paradies sozusagen. Ein Land, so weit weg wie nur möglich, mit den glücklichsten Menschen die ich bis jetzt treffen durfte. Definitiv empfehlenswert.

Niklas Becker

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

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