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Salam Aleikum

Senegal, Sozialarbeit, Freiwillige

Sozialarbeit im Senegal von Brit Sorge

Nachdem ich gut in Dakar gelandet war und meine erste Nacht in einem Hotel verbracht hatte, sammelte ich am nächsten Tag auf einer Stadtrundfahrt gleich meine ersten Eindrücke von Dakar. Tausend Fotos könnten diese aufregenden und interessanten Bilder nicht beschreiben. Wir fuhren die sandigen Straßen entlang, durch enge Gassen, in denen die Menschen in Rohbauten leben. Im Zentrum vorbei an den Prunkbauten, Banken, Theatern, Botschaften und der Universität.

Senegal, Sozialarbeit, Markt

Am Tag darauf ging es dann weiter nach Saint Louis. Es war eine abenteuerliche Reise, im Berufsverkehr aus Dakar rauszukommen. Auch wenn die Straße nur zwei Spuren hat, stört das die senegalesischen Autofahrer nicht, auch einmal vier draus zu machen. Und solange die Hupe eines Autos noch funktionstüchtig ist, kann mit dem Wagen auch gefahren werden. Für eine Strecke von etwa 260 Kilometer benötigten wir fast fünf Stunden! Es war eine tolle Fahrt durch die Städte mit ihren Straßenhändlern, zwischen überfüllten Bussen und Eselskarren. Und nicht zu vergessen die Ziegen, welche auch mal so eine viel befahrene Straße überqueren. Wer hat denen denn auch gesagt, dass dort Autos kommen können?

Senegal, Sozialarbeit, Strassenbild

Endlich angekommen in Saint Louis bei meiner Gastfamilie wurde ich herzlich empfangen. So, als wenn man sich schon lange kennt, mit einer warmen offenen Begrüßung. Nach einem Rundgang wurde ich der Familie vorgestellt – und diese war groß! Ich hatte ein zehn Quadratmeter großes Zimmer, Bett Tisch und Schrank. Auf dem Dach war eine kleine Terrasse mit einem herrlichen Ausblick auf den Senegalfluss und die Langue de Barbarie. Die senegalesiche Küche hat mir sehr gut geschmeckt. Ich weiß zwar noch immer nicht, was es alles war, was ich aß, aber ich bin nicht enttäuscht worden.

Senegal, Sozialarbeit, Reisen

Zwei Tage später war mein erster Tag im Kindergarten. Auf einem Fußweg von etwa 30 Minuten, entlang einer befahrenden Hauptstraße mit Tausenden von Marktständen, begleitete mich ein Mitarbeiter von Projects Abroad zum Kindergarten. Dort werden Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut. Sie sind in drei Gruppen mit jeweils einem Erzieher aufgeteilt.

Senegal, Sozialarbeit, Kindergarten

Ich bekam die älteste Gruppe mit fünfzig Jungen und Mädchen im Alter zwischen fünf und sechs Jahren. Es gab eine Lehrerin. Ja, so sollte man sie bezeichnen, da die Kinder ein straff durchorganisiertes Programm haben. Sie lernen bereits spielerisch Englisch mit Liedern und Gedichten und haben jeden Tag zwanzig Minuten Arabisch. Auch sonst gleicht es eher einer Vorschule als einem Kindergarten. Gehorsamkeit ist selbstverständlich und wird auch strengstens gefordert. In einem kleinen Innenhof gibt es in den Pausen Spiele zur Abwechslung und Auflockerung.

Senegal, Sozialarbeit, Talibe

Als ich dort erschien, waren alle Kinder im Garten versammelt und sangen ein Lied. Alle waren hübsch zurecht gemacht mit geflochtenem Haar und einer Schürze als Erkennungsmerkmal des Kindergartens. Die Lehrerin stellte mich den Kindern vor und alle antworteten im Chor. Dann stellten sich die Kinder vor. Sie hatten alle sehr schöne Namen, nur merken konnte ich mir diese auf Anhieb nicht… und fünfzig schon gar nicht! Aber dazu hatte ich ja drei Monate Zeit. Schon nach wenigen Minuten war das Eis gebrochen und alle guckten neugierig, was ich dort machte, wollten mich anfassen und am liebsten in meiner Nähe sein.

Senegal, Sozialarbeit, Kinder

Um elf Uhr war Mittagszeit und die Kinder kamen mit einem Keks oder Snack oder was sie gerade dabei hatten und wollten es mit mir teilen. Es war anstrengend, so eine Anzahl von Kindern in Schacht zu halten aber es machte Spaß und war richtig Herz zerreißend. Ich habe keine Sekunde bereut. Gegen ein Uhr nachmittags wurden die Kinder abgeholt und wir freuten uns auf ein Wiedersehen am nächsten Tag.

Senegal, Sozialarbeit, Ausflug

Am Nachmittag arbeitete ich in einem Talibe Zentrum, wo ich Straßenkinder betreute, die keine Eltern haben oder von ihnen wegen Armut verstoßen wurden. Die jüngsten Talibes waren sechs und die Ältestens über zwanzig Jahre alt. Sie hatten einen Namen aber keinen Ausweis, keine Wohnung, keine Ausbildung und keine Arbeit. Die meisten waren Analphabeten. Im Talibe Zentrum konnten sie Französisch und ein wenig Algebra lernen. Außerdem konnten sie sich waschen und wurden medizinisch versorgt. Viele hatten nur zerrissene Klamotten auf dem Leib und übernachteten auf der Straße oder irgendwo anders im Müll. Obwohl ihre Perspecktiven gleich null sind, waren sie freundlich und nett. Ich bewunderte die Leute dort sehr. Vor allem wenn ich an mich selbst denke und an das, was wir alle in unserem verwöhnten und übersättigten europäischen Leben haben...

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In meiner Freizeit traf ich mich mit anderen Freiwilligen, mit denen ich heute noch in Kontakt stehe. Ich habe unvergessliche Freundschaften geschlossen. Die Menschen waren warmherzig, freundlich, hilfsbereit und immer auf ein Pläuschchen aus. Auch wenn ich kein Französisch spreche, bin ich mit meinem kleinen Wolof-Wortschatz doch bis in die Herzen der Menschen vorgedrungen. Und alles andere wurde auf Englisch geregelt.

Es war eine gute Erfahrung für mich, mal aus meinem deutschen Alltagstrott heraus zu kommen, das Leben mit anderen Augen zu betrachten und zu erfahren, was wirklich zählt in diesem Leben. Ich habe in den drei Monaten nichts vermisst, aber eine Menge bekommen. Und wer um diese Erfahrung reicher wieder kommt, für den werden sich weitere Türen offnen.

Brit Sorge

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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