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Die Band war für mich wie eine zweite Familie

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Sozialarbeit und Musik - Projekt im Senegal von Felix Heller aus Arbon (Schweiz)

Ganz ehrlich: Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, als ich Senegal als Zielland wählte. Klar war für mich nur, dass ich dem kalten Winter in der Schweiz entfliehen, Afrika endlich einmal mit eigenen Augen sehen und gleichzeitig in einem französischsprachigen Land meine Sprachkenntnisse vertiefen wollte. Schließlich entschied ich mich für Senegal, da das Land für die Gastfreundlichkeit der Menschen („Teranga“) und für seine Musik und Kultur bekannt ist. Es war mein erstes Mal in Afrika. Obwohl nicht immer alles ganz einfach war, habe ich es nie bereut. Ich lernte viele neue Freunde kennen, erlebte hautnah eine völlig andere, äußerst spannende Kultur und unvergessliche Momente, hatte viel Spaß und habe mich auch persönlich weiterentwickelt und besser kennengelernt.

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Die ersten zwei Wochen meines Aufenthaltes arbeitete ich in einem Kindergarten. Die Kinder waren süß, aber es war nicht ganz einfach, 40 Kinder zu beschäftigen, die kein Wort Französisch verstanden! Ich bastelte und spielte mit ihnen, was sie schnell überforderte, da dies völlig ungewohnt und neu für sie war. Die größte Attraktion für die Kleinen war meine weiße Haut, die sie immer abtasten wollten! Danach wechselte ich in ein Zentrum für Straßenkinder, wo ich den älteren Kindern das Alphabet, Lesen und Schreiben sowie Französisch beibrachte. Es war rührend, mit welchem Eifer und Fleiß die Jungs – natürlich freiwillig – zur Schule kamen und sich Tag für Tag bemühten, die schwierige Sprache Französisch zu lernen!

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Die anderen zwei Monate meines Aufenthaltes war ich im Musik-Projekt. Jeweils am Morgen lernte ich die lokale Sprache Wolof kennen und verbesserte mein Französisch. Am Nachmittag nahm ich Djembé-Unterricht bei einem Lehrer, der einer meiner besten Freunde wurde. Nach anfänglichen Schmerzen in den Händen vom vielen Trommeln, konnte ich bald unterschiedliche Klänge erzeugen und lernte verschiedene Rhythmen kennen. Besonders freut mich, dass jetzt zu Hause in meinem Zimmer ein Djembé steht, das nicht nur ein kunstvolles Souvenir ist, sondern auch ein Musikinstrument, womit man fantastisch begleiten und einen Hauch von Afrika in unsere westliche Musik bringen kann.

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Am Abend spielte ich in der Band von Mama Sadio am Keyboard und sang ab und zu. Mama Sadio ist eine sehr beliebte Sängerin in St. Louis und die Musik der Gruppe (eine Mischung aus Pop, Jazz, Soul und afrikanischen Rhythmen) klingt super! Die Band war für mich wie eine zweite Familie und die fünf Auftritte, die wir hatten, gehörten zu den Höhenpunkten meines Aufenthaltes. Das Highlight schlechthin war, als ich am Vorabend meiner Abreise am FESNAC-Festival mit der Band, welche die Region St. Louis vertrat, spielen durfte. Bei dem Festival handelt es sich um einen Wettbewerb, wo alle 12 Regionen des Senegals, vertreten durch jeweils eine Musikgruppe, gegeneinander antraten. Dieses Jahr war St. Louis die Gastgeber-Region. Eine Jury prämierte die beste Darbietung. Es war der perfekte Abschluss meines Musik-Projekts!

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Es ist schwierig, meine Eindrücke und Erlebnisse während den drei Monaten in Worte zu fassen. Ein nicht zu unterschätzendes Gebot im Senegal ist Geduld. Wenn die Senegalesen nämlich etwas im Überfluss haben, dann ist es Zeit. So kann „légui légui“ (was eigentlich „bis gleich“ bedeutet), gut einmal mehrere Stunden oder auch Tage sein. Stress, was bei uns in Europa schon fast alltäglich ist, kennt man im Senegal nicht. Nicht selten saß ich bei Einladungen drei Stunden auf einem Bett und wartete auf den Gastgeber, während im Fernsehen irgendeine unverständliche Sendung auf Wolof lief. Wenn dann der Gastgeber endlich wieder einmal auftauchte, tranken wir zusammen Tee – auch das eine Prozedur, die sich über Stunden hinweg ziehen konnte – und diskutierten über Gott und die Welt...

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Viel Zeit verbrachte ich auch mit den anderen Freiwilligen. Wir unternahmen viel zusammen, gingen abends aus und machten verschiedene Ausflüge. So entstanden einige neue Freundschaften. Auch die Leute im Büro von Projects Abroad waren eine große Unterstützung: super nett, immer gut drauf, hilfsbereit und stets mit offenen Ohren.

Wenn ich heute auf die Zeit in Senegal zurückblicke, ergreift mich sofort wieder Fernweh. Ich vermisse den Senegal! Dieses Land hat irgendetwas Anziehendes. Ich denke, es sind vor allem die Menschen und ihre einzigartige Kultur. Ich muss unbedingt irgendwann zurück!

Felix Heller

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