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„Bonjour Toubab - 188 Tage im Senegal“

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Sozialarbeit im Senegal von Ronja Kroker

Nach dem Abitur wusste ich nicht so recht, was ich machen sollte. Deshalb entschloss ich mich, ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen. Ich dachte, auf diese Weise könnte ich neue Erfahrungen sammeln, meinen Horizont erweitern und mir gleichzeitig noch etwas Zeit mit der endgültigen Entscheidung über meinen zukünftigen Werdegang lassen. Das soziale Projekt von Projects Abroad im Senegal interessierte mich sofort und ich bereue meine Entscheidung nicht. Denn die Menschen, das Land und die Kultur haben mich sehr beeindruckt. Ich war vorher noch nie in Afrika und hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Bei Projects Abroad konnte ich aber sicher sein, dass ich bei Fragen immer einen Ansprechpartner zur Seite haben würde und fühlte mich gut aufgehoben. Das fing bei der sehr netten Gastfamilie an und hörte bei dem umfangreichen Freizeitangebot noch lange nicht auf.

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Vor allem meine Zeit bei Daara Vision Senegal, einer Einrichtung für Straßenkinder, hat mich nachhaltig geprägt. Vier Monate lang arbeitete ich in dieser Einrichtung für so genannte Talibés mit Kindern aus ganz unterschiedlichen Altersgruppen. Mein Aufgabenfeld war dabei vielfältig. Es reichte von Spielen und Basteln mit den jüngeren Kindern bis hin zum Unterrichten der älteren in Mathematik, Lesen und Schreiben. Aber auch Sport und Freizeit standen auf dem Stundenplan. Überwindung kostete mich anfangs nur die ärztliche Behandlung der Kinder. Dadurch, dass sie auf der Straße zu Hause sind und nur in unhygienischen Ruinen Unterschlupf finden, sind sie für Krankheiten und Wunden besonders anfällig. Ich reinigte, desinfizierte und verband Schrammen.

Das Talibé-Center war zu Beginn meines Aufenthaltes noch recht neu und deshalb nur sehr spärlich ausgestattet. Es hat mich sehr beeindruckt zu sehen, wie sehr sich diese Einrichtung im Laufe der sechs Monate durch die engagierte Arbeit der Freiwilligen, durch die Unterstützung von Projects Abroad und durch Spenden entwickelt hat. Dabei geht es nicht nur um die materiellen Dinge wie Tafeln, Bänke, Hefte, Stifte, Bälle, Spiele etc., sondern vor allem um das Vertrauen, das sich im Laufe der Zeit gebildet hat. Die Kinder wussten, dass sie dort einen Anlaufplatz hatten, an dem sie etwas essen, sich duschen, ihre Kleidung waschen und ungestört in einer sauberen und sicheren Umgebung spielen konnten. Und es hat mich gefreut, dass ich einen Teil zu dieser sehr wichtigen Arbeit beitragen konnte.

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Danach habe ich noch drei Wochen in einem Kindergarten gearbeitet. Meine Arbeit bestand zum großen Teil darin, mit den Kindern zu singen und zu malen. Wir hatten nicht viele Materialien zur Verfügung, aber die Lehrer und Kindergärtner haben es immer wieder geschafft, die Kinder zu beschäftigen, zu belehren und zu begeistern. Es hat mich immer wieder beeindruckt, wie zufrieden die Menschen wirkten.

Neben der Arbeit gab es unzählige Dinge zu sehen und zu erleben. Zu den Höhepunkten zählt für mich der Ausflug in die Wüste Loumpoul. Nach einem Besuch in einem traditionellen Dorf und einem Picknick am Strand verbrachte man die Nacht in einem luxuriösen Zeltdorf mitten in der Wüste. Am nächsten Morgen genoss man das Frühstück vor einer atemberaubenden Kulisse aus endlosen Sanddünen.

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Aber auch direkt in St. Louis mangelte es nicht an Freizeitangeboten. So liefen die typischen Wochenenden für mich etwa so ab: Vormittags fuhr ich mit den anderen Freiwilligen an den Strand oder in eines der Hotels mit Pool. Vor allem die nächtliche Poolparty mit Blick auf die beleuchtete Brücke im „Flamingo“ ist mir in Erinnerung geblieben. Nachmittags wurde das Einkaufen zum wahren Erlebnis, wenn man sich in den zahllosen Gassen und Gängen der Märkte verlaufen hatte. Und abends ging es in eine der vielen Bars in der Stadt, um einem Konzert zu lauschen.

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Nach sechs Monaten hatte ich mich längst an die ständigen Gesänge der Imane, die schrottreifen Taxis ohne Sicherheitsgurte und die Ziegen überall auf den Straßen gewöhnt. Auch die Tatsache, dass Senegalesen immer mindestens eine halbe Stunde zu spät kommen, machte mir nichts mehr aus. Unter den internationalen Freiwilligen war der Ausdruck „senegalesische Zeit“ längst zum geflügelten Wort geworden. Ich konnte mich sogar ein bisschen auf Wolof unterhalten und hatte gelernt, das Nationalgericht Thié-bou-Thieune (Reis mit Fisch) zu kochen.

Durch den Aufenthalt im Senegal habe ich Erfahrungen gemacht, die ich nicht mehr missen möchte. Ich habe so viele verschiedene Menschen und eine vielfältige Kultur kennen gelernt. Und eines der Dinge, die mir am meisten fehlen, sind die ständigen „Bonjour Toubab“-Rufe („Hallo Weiße“).

Ronja Kroker

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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