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"6 Wochen in St. Louis, im Senegal"

Senegal, Freiwillig, Bei Gastfamilie

Sozialarbeit im Senegal von Ursula Schenk

Senegal, Freiwillig, Kid

So, nun bin ich also da. Nach 8.5 Stunden Flug von Johannesburg lande ich um 02.00 Uhr in Dakar. Ich bin etwas erschöpft und frage mich immer wieder, was mich wohl hier in Senegal erwartet. Hitze, Sand, Musik, farbige Stoffe, große Familien, Fisch, alte Autos, Trockenheit, Lehmhüt- ten, bunte Märkte, etc. Ich war einigermaßen vorbereitet, dachte ich.

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So stieg ich also aus dem Flugzeug. Die Luft war heiß, und ich habe sofort wahnsinnig geschwitzt. Ich nahm meinen Rucksack vom Band und ging nach draußen. Ich schaute mich um und war erleichtert, als ich einen jungen Mann entdeckte, der einen zerknickten Zettel mit meinem Namen drauf in der Hand hielt. Er stellte sich vor mit Issa, nahm mir meinen Rucksack ab, und zusammen suchten wir ein Taxi, das uns in die Stadt bringen sollte. In einer kleinen Auberge nicht weit vom Flughafen wurde ich einquartiert, und Issa versprach mir, mich am nächsten Tag um 10.00 Uhr abzuholen. Ich schaltete den Ventilator an, legte mich auf das Bett und konnte trotz großer Müdigkeit nicht schlafen.

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Am nächsten Tag ging die spannende Reise weiter. Am Gare Routière in Dakar nahmen wir ein 7-Place-Taxi, das uns in 4 Stunden nach St. Louis bringen sollte. Ich war fasziniert vom lebendigen Treiben in Dakar. Gleichzeitig erschreckte es mich aber auch. Ich fragte mich, ob ich jemals in der Lage sein würde, hier alleine herumzureisen oder einfach von A nach B zu kommen. Issa und ich mussten in der hinteren Reihe des 7-Places Platz nehmen. Im Genick hatte ich Taschen und Rucksäcke, auf den Knien eine Wasserflasche, meinen kleinen Rucksack und einige Bananen. Nach 2 Stunden wurde ich langsam ungeduldig und wunderte mich, wie die anderen Leute, alles Senegalesen, in diesem Taxi schlafen können. Endlich mussten wir tanken, und ich konnte mich ein bisschen bewegen. Nach weiteren zwei Stunden trafen wir am Gare Routière in St. Louis ein.

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Mit dem Taxi fuhren wir dann weiter zum Büro von Projects Abroad und dann zu Madame Bawa, wo ich für die nächsten 6 Wochen wohnte. Ich war froh, endlich angekommen zu sein. Es stellte sich schnell heraus, dass es mir gut gehen sollte in der kommenden Zeit. Ich wohnte in einem schönen Haus mit großem Innenhof, einem Schatten spendenden Baum und einem Liegebett draußen. Wir hatten eine richtige Toilette und eine Dusche. Madame Bawa hat mich aufgenommen wie eine Tochter und war stets besorgt, dass ich immer genug esse und alles habe, was ich brauche.

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An meinem zweiten Tag in St. Louis begleitete mich Yacine, der andere dortige Betreuer, zur Schule, in der ich für 6 Wochen "arbeiten" sollte. Ich wurde sehr freundlich vom Directeur empfangen. Die ersten Tage verbrachte ich mit Tata Fanti und ihren Kindergärtnern. Wegen Platzmangels fand der Unterricht unter einem Baum im Innenhof der Schule statt. Wir haben gebastelt, gezeichnet und gesungen und das alles mit einfachsten Hilfsmitteln. Die Kinder freuten sich über jeden Hut oder jedes kleine Papier-Boot, lustige Frösche etc., die wir zusammen gebastelt haben. Da die Kinder praktisch nur Wolof sprechen, war es zunächst nicht ganz einfach, mich mit ihnen zu verständigen. Mit Hilfe der Lehrerinnen hat es aber ganz gut geklappt. Die restliche Zeit verbrachte ich mit Tata Absa mit den etwas älteren Schülern. Während meiner Freizeit war ich oft mit Absa und Fanti unterwegs auf den Märkten, beim Schneider, am Strand, oder bei ihnen zu Hause zum Kochen.

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St. Louis präsentiert sich als hübsche, nicht allzu große Stadt im Nordwesten des Landes, direkt am Atlantik und unterteilt durch den Senegal-Fluss. Ich habe auf sämtlichen Entdeckungsreisen zu Fuß, per Taxi, Car rapid oder auf der Calèche die ganze Stadt erkundet. Am besten gefiel mir der Marché Sor oder der große Markt beim Village des Pècheurs. Es gibt's nichts Spannenderes als das rege Markttreiben zu beobachten. Mit der Zeit habe auch ich selber Einkäufe gemacht und habe dabei lange Preisdiskussionen auf mich nehmen müssen. Die langen Strände laden zum spazieren oder entspannen ein. Auf der Ile kann man an jeder Ecke Schnitzereien, Schmuck, Tücher, etc. kaufen. Hier kann man sich auch im Flamingo oder anderen hübschen Restaurants auf ein Bierchen treffen.

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Ich verbrachte eine unvergessliche Zeit in St. Louis. Eine einmalige Erfahrung die ich immer in meinen Gedanken mittragen werde. Senegal hat mir definitiv sehr sehr viel gegeben, mir die Augen geöffnet, meinen Horizont erweitert und meine Ansichten zu bestimmten Situationen verändert. Ich habe von A-Z von diesem Erlebnis profitiert und würde sofort wieder zurück nach Senegal gehen, um meine "2. Familie" und die Freunde zu besuchen.

Ursula Schenk

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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