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Sri Lanka mal anders

Sri Lanka-Sozialarbeit-Freiwillige

Sozialarbeit in Sri Lanka von Dora Wittwer aus Henggart in der Schweiz

Es war wohl das Beste, was ich in meinem Leben bisher getan habe. Ich entschied mich für eine andere, neue Art von Ferien und tauschte für einen Monat mein Berufsleben als Bankerin in der Schweiz für einen lang gehegten Wunsch. Ich wollte etwas ganz anderes tun, etwas für Kinder in einem Land, wo dringend Hilfe gebraucht wird. So startete ich im März in einem Waisenhaus in Galle, im Süden von Sri Lanka.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Alphabet

Ich traf eine liebevolle und herzliche Familie an und verbrachte mit ihnen viele schöne und lustige Stunden. Sie unterstützten mich auch in meinen Plänen, etwas Sinnvolles und Hilfreiches für die Kinder zu tun: Ich wollte das Waisenhaus, in dem ich arbeitete, mit einer Sachspende unterstützen. Mein Gastvater – von Beruf Polizeichef – kam am Tag der Planung mit mir ins Waisenhaus und wir besprachen alle Details.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Kind

Das Klassenzimmer war heruntergekommen und so sprachen wir über eine komplette Renovierung. Wir wollten alles erneuern und streichen. Die Holzmöbel mussten abgeschliffen und neu bemalt werden. Ich wollte wieder poppige Farben für die Kinder. Im Garten war ein hübscher Buddhatempel, aber das Dach war eingebrochen. Wir wollten diese Gebetsstätte für die Kinder in einen lieblichen Zustand zu bringen. Auch im Arztzimmer gab es viel Arbeit. Die Wände waren schmutzig und es gab kein Lavabo mit fließendem Wasser. Hier wollten wir eine Wasserleitung ziehen und ein Lavabo anbringen. Die Wände und Böden sollten klinisch sauber und neu gestrichen werden. Auch der Waschraum der Kinder sollte renoviert werden.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Tische

All diese Arbeiten nahmen mehr Zeit in Anspruch als ich am Anfang dachte. Während meines einmonatigen Aufenthaltes wollte ich mich nicht nur darum kümmern, sondern auch für die Kinder da sein. Daher fragte ich, ob es möglich sei, weitere Arbeiter und Hilfskräfte zu bekommen. „Kein Problem“, sagte man mir und so schufen wir kurzfristig temporäre Arbeitsstellen, um mit der Fertigstellung voranzukommen. Die Leute waren glücklich über diese Arbeit und das entsprechende Einkommen. Als ich von meinem viertägigen Ausflug zurückkam, staunte ich nicht schlecht, wie fortgeschritten die Arbeiten waren!

Sri Lanka-Sozialarbeit-Wand

Nun konnte ich mit meinen eigenen Ideen starten und erhielt Hilfe von anderen Freiwilligen. Wir verabredeten uns zum Brainstorming und waren ein kreatives Team. Für den Waschbereich hatte ich meine eigene Idee im Kopf: Ich wollte den Kindern mein Heimatland zeigen, ein bisschen vom dem, was sie hier nicht haben, nämlich unsere Berge und Bergdörfer. Im Arztzimmer wollten wir den Kindern die wichtigsten Grundelemente des Lebens zeigen, nämlich Glück, Freude und Liebe. Wir malten Symbole an die Wand und schrieben Worte dazu – nebenbei eine kleine Englischlektion für die Kinder.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Love

Die Zeit rannte mir davon und ich realisierte, dass wir ohne zusätzliche Hilfe unser Werk bis zu meiner Abreise nicht beenden konnten. In der Zwischenzeit hatte ich einen guten Freund gefunden: Hanas, mein Tuktuk-Fahrer, der mich von zuhause zum Waisenhaus und zurück brachte und den ich in diesem Monat praktisch als meinen privaten Chauffeur täglich gebucht hatte. Er holte Schrauben und befestigte eine Wandtafel, Spiegel etc. Er half auch mit beim Bemalen der Wände und er war peinlichst genau! Er ging für mich einkaufen, wenn Terpentin oder Farbe ausging. Wenn ich nach getaner Arbeit zu ihm sagte: „Show me some nice places in your country”, fiel ihm immer etwas Spannendes ein. Er begleitete mich als mein Fremdenführer, brachte mir die Kultur und die Religionen näher und zeigte mir eine Moschee. Er war mir wirklich ein aufmerksamer und zuverlässiger Freund geworden. Unsere Diskussionen brachten uns beide weiter und er wollte auch vieles über meine Heimat wissen.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Rutsche vorher

Nachdem ich mit Hanas in diesen vier Wochen viel Zeit verbrachte, war ich sicher, er würde den Rest, den wir nicht schafften, für mich zu Ende bringen. So beauftragte ich einen Kleinbetrieb, die kaputte Rutschbahn für die Kinder neu herzustellen. Ich hinterließ den gesamten Geldbetrag und Hanas überprüfte die Aufgaben. Kaum eine Woche nach meiner Rückkehr erhielt ich von ihm die Fotos der neuen Rutschbahn, welche von den Kindern nun benutzt werden kann.

Für mich war es eine großartige Zeit. Zu sehen, wie schnell die Kinder lernen und alles realisieren, war bemerkenswert. Sie sahen ein, dass es wichtig ist, die Hände zu waschen nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Spielen. Einmal vergaß ich vor lauter Ablenkung mit einem Kleinen zum Lavabo zu gehen. Er rief mich und zeigte zum Wasserhahn. Ich war beeindruckt und musste immer wieder lachen vor Freude. Sie lernten auch schnell, ihre Zähne zu putzen. Ich werde niemals den Moment vergessen, wie sie jauchzten und quietschten vor Freude, als ich jedem Kind seine erste eigene Zahnbürste und Zahnpasta schenkte. Es waren Schreie der Freude und strahlende Augen blickten mir entgegen – Glücksgefühle, die ich nie vergessen werde!

Sri Lanka-Sozialarbeit-Rutsche nachher

Ich habe täglich versucht, so viel wie möglich Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu schenken und vor allem jedem ein kleines Stückchen Liebe zu geben sowie nützliche und hilfreiche Kleinigkeiten fürs Leben beizubringen. Am Ende habe ich festgestellt, dass ich doppelt so viel zurückbekommen hatte an Liebe, Umarmungen und Zärtlichkeit! Die Kinder haben mein Herz gefüllt.

Es war nicht einfach, „bye bye” zu sagen, obwohl ich den Kindern am letzten Tag nicht erklärte, dass ich morgen nicht mehr kommen würde. Aber ich wusste, es ist ein Abschied auf Zeit. Ich hob wie jeden Tag beide Daumen in die Höhe, schickte ihnen Handküsse zu und rief „bye bye kiddies, sleep well”. Sie schickten mir unzählige Handküsse und die süßesten Lächeln zurück und ich verließ das Waisenhaus traurig aber dennoch irgendwie erfüllt und glücklich. Ich werde zurückkommen und sie wieder in die Arme nehmen. Ich bin mir sicher, es wird erneut beflügelnd und bereichernd sein!

Dora Wittwer

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