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„Ok sister, take care!“

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Sozialarbeit in Sri Lanka von Eileen Bauer

Oh mein Gott, es ist soweit! Mit Tränen in den Augen und meinem viel zu schweren Handgepäck stehe ich nun am Flughafen. Ganze 3 Monate möchte ich in einem Land verbringen, dessen Sprache ich nicht beherrsche, weit weg von Freunden und Familie! Ob das die richtige Entscheidung war?

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Mit einer Stunde Verspätung komme ich endlich in Sri Lanka an und werde natürlich schon sehnsüchtig erwartet. Ein Mitarbeiter von Projects Abroad nimmt mir mein offensichtlich zu schweres Handgepäck ab und bringt mich zum Bus, der mich in ein Hotel für die erste Nacht bringt. Schnell wird mir klar, so viel Zeit zum zu Hause vermissen bleibt gar nicht, denn hier gibt es so Einiges zu entdecken. Die Straßen sind voll mit Menschen, alles ist lauter und ungeordneter als in Deutschland, und einige streunende Hunde entgehen knapp dem Überrolltwerden von Autos oder Tuktuks (die einheimischen Taxis). Im Hotel angekommen, hau’ ich mich erst mal aufs Ohr und bin gespannt auf den kommenden Tag!

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Guten Morgen, Sonnenschein... und hupende Autos. Tja, Colombo ist laut und ich bin schon früh wach. Somit bleibt genug Zeit für ein gemütliches Frühstück. In die frischen Früchte hier verliebe ich mich sofort. Anschließend werde ich von Gishan, einem weiteren Mitarbeiter von Projects Abroad, abgeholt, und er zeigt mir ganz Negombo, wo ich von nun an für 3 Monate leben werde. Dann geht es in die Schule, meinen Arbeitsplatz kennenlernen. Kaum betreten wir das Schulgelände, werden wir stürmisch begrüßt. Unmengen von Kindern versammeln sich um uns und fragen „What’s your name?“ oder „How are you?“.

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Nun bin ich super aufgeregt vor dem ersten Zusammentreffen mit der Gastfamilie, aber Marie, meine Gastmutter, begrüßt mich sofort herzlich mit einer Umarmung. Auch wenn ihr Englisch nicht sehr gut ist, funktioniert die Verständigung schnell. Und siehe da, ich bin nicht einmal allein in der Familie! Jules, ein Freiwilliger aus Frankreich, schläft nun eine Woche im Zimmer neben mir, dann geht’s für ihn zurück in die Heimat. Wir verbringen viel Zeit zusammen und gehen jede freie Minute zum nur 10 Minuten entfernten Strand oder in unser Lieblingshotel, um den Pool zu nutzen. Bei unserem ersten gemeinsamen Mittagessen fragt meine Gastmutter, ob ich Besteck haben wolle und Jules entscheidet prompt für mich „No“.

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Nach einer Woche heißt es dann Abschied nehmen von Jules und ich bleibe allein zurück in der Gastfamilie. Doch hier kommt keine Langeweile auf, mein Gastbruder geht mit mir Geld wechseln, shoppen und zeigt mir die Stadt. Bald darauf gehen wir alle auf ein Fest, bei dem das ganze Dorf das Abendessen gemeinsam einnimmt und siehe da, mein vorheriges Üben, mit den Händen zu essen, hat sich bezahlt gemacht!

Dann stehen auch schon die ersten Wochenendausflüge mit Freiwilligen an, die ich bei einem Treffen kennengelernt habe. Man kommt schnell ins Gespräch und natürlich startet jedes Wochenende schon die Planung des darauf folgenden. Ruckzuck werden Nummern ausgetauscht, um nochmal genauere Infos zu Treffpunkten und Hotels verschicken zu können. Somit kann auch spontan entschieden werden, ob ein relaxtes Wochenende am Strand bevorzugt wird mit nächtlichen Strandparties, oder doch lieber ein Tempel besichtigt werden soll. Auch die Besteigung des „Adam’s Peak“ ist ein MUSS und schweißt definitiv zusammen.

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Zwischendurch melde ich mich immer mal wieder bei der Gastfamilie, um sie vor allem auch darüber aufzuklären, bis wie viel Uhr ich wohl zurückkomme. Als Antwort erhalte ich meist ein „Ok sister, take care!“ Meist komme ich Sonntagabend zurück und besonders nach meinem „Adam’s Peak“-Wochenende sorgte ich für viel Belustigung dadurch, dass ich lief wie eine Ente und bei jeder Stufe aufstöhnte. Wir lachten oft und sehr viel zusammen und ich fühlte mich schnell wie ein Teil der Familie.

Nach Jules kam bald Eilidh, eine Freiwillige aus Schottland, die mit mir in der Gastfamilie wohnte. Mit Eilidh, der besten Zimmergenossin aller Zeiten an meiner Seite, hatte ich eine tolle Zeit. Wir haben viel zusammen gelacht und erlebt. Besonders meine Missgeschicke mit der englischen Sprache und ihre ersten Versuche mit der deutschen Sprache unterhielten uns. Wir lagen nächtelang wach und erzählten über Gott und die Welt. Als ich langsam auch von ihr Abschied nehmen musste, scherzte sie, sie würde das Kissen auf meinem Bett ankleiden und mit ihm reden wie mit mir, nur würde das wohl nachts nicht im Schlaf erzählen.

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Auch in der Schule lief alles super. Besonders in Erinnerung wird mir hier sicher bleiben, wie ich vor 200 Schülern in einer Art Aula „head and shoulders, knees and toes“ in ein Mikrofon sang. Noch Wochen später kamen Kinder zu mir angerannt und sangen und bewegten sich eifrig zu diesem Lied und wollten mich animieren, mitzumachen. Oder als ich einmal für eine Lehrerin einspringen sollte, um die Klasse 8b zu unterrichten, und sie nach einer halben Stunde nachkam und mich informierte, dass sie mir die falsche Klasse gegeben hatte, aber da es so gut laufe, solle ich einfach weitermachen.

Ich habe das Kollegium und die Schüler sehr schnell in mein Herz geschlossen und war immer wieder gerührt, vor allem, als mir alle fünften Klassen Geburtstagskarten schrieben und ich auch kleine Geschenke von Lehrern bekam. Natürlich hatte ich im Gegenzug auch Kuchen mitgebracht!

Und ganz plötzlich waren 3 Monate vorbei und ich musste Abschied nehmen von einem Land, in dem ich gelacht, geweint und so viel erlebt habe, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Wieder stehe ich am Flughafen mit Tränen in den Augen. Doch ich weiß, irgendwann werde ich alle wieder sehen. Ich werde diese Zeit, die vermutlich die beste meines Lebens war, nie vergessen.

Eileen Bauer

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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