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"Ein Junge in pinkfarbener Mädchenkleidung"

Blick über die Dächer

Sozialarbeit in Südafrika von Renate Leistner

Ich war überglücklich, als ich von Projects Abroad erfuhr! Sozialarbeit in einem Entwicklungsland zu verrichten, war schon seit langem mein großer Traum, mit meinen 16 Jahren konnte ich davor aber leider nichts für Minderjährige finden. Ich war schon oft in Südafrika, da dort ich viele Verwandte habe. Es war eine Super Gelegenheit für mich, zu erleben, wie die Mehrheit der Bevölkerung Südafrikas lebt. Wenn man an solch einem Projekt teilnimmt, erlebt man Afrika, wie es leibt und lebt, und versteht so Vieles besser, als wenn man als Tourist reist. Man fühlt sich sozusagen "mittendrin statt nur dabei"!

Hier gestalte ich ein Poster

Ich habe fast 5 Wochen in einer Crèche in dem Township Vrygrond/Capricorn gearbeitet. An meinem ersten Tag war ich sehr aufgeregt, wie die Lehrer und vor allem die Kinder reagieren würden. Aber kaum war ich zur Tür herein, wurde ich von allen dort als Teil der Crèche aufgenommen. Die Lehrer sind außergewöhnlich herzliche, humorvolle und mit Liebe erfüllte Leute, sie sind so dankbar für die kleinste Hilfe, die man ihnen gibt. Die Kinder sind 2-6 Jahre alt und einfach großartig! Sobald man in ihre Nähe kommt, wird man von einer Traube lachender Kinder umgeben, die auf den Arm genommen werden wollen, geliebt werden wollen. Das kann zwar anstrengend werden, aber es tut einfach unglaublich gut, sich so gebraucht zu fühlen. Sie wollen die Aufmerksamkeit und Liebe, die ihnen zuhause oft nicht genügend gegeben werden kann, da ihre Eltern oft einen krassen Alltag haben, bei dem es vor allem darum geht, zu überleben. Am Anfang dachte ich, dass die Kinder gar nicht so arm aussehen, aber leider sind sie wirklich arm. Fast alle wohnen in selbstgebauten, brüchigen Hütten aus Wellblech und Holz, viele ihrer Kleidungsstücke sind alt und durchlöchert. Zum Glück werden aber auch immer wieder Kleider gespendet. Einen kleinen Jungen habe ich zuerst für ein Mädchen gehalten, weil er nur pinkfarbene Mädchenkleidung trug, wahrscheinlich von älteren Schwestern.

Die Crèche ist eine riesige Chance für die Kinder. Dort lernen sie so viel, was ihnen Vorteile in der Schule verschaffen wird, vor allem aber stehen sie dort im Mittelpunkt und werden beachtet.

Die Kinder bleiben auf dem Teppich

Meine Arbeit sah ungefähr so aus: Am Morgen wird das Frühstück, bestehend aus Brei, an die Kinder verteilt und danach das Geschirr abgewaschen. Da dem Crèche jeden Tag zwei riesige Töpfe Brei gespendet werden, bleibt immer viel übrig. Dieser Rest wird an andere Bewohner des Townships verteilt, welche in einer langen Schlange draußen darauf warten. Die meisten sind sehr freundlich und dankbar, reden mit einem und machen Witze. Man lernt viele Menschen des Townships kennen. Es gibt auch mehrere lokale Freiwillige und ich habe viele neue Freunde gefunden, darunter natürlich auch viele andere Freiwillige von der ganzen Welt!

Die Kinder werden nach dem Frühstück in drei Altergruppen geteilt, in diesen Klassen wird dann unterrichtet. Je nach Alter wird gemalt; vorgelesen; gesungen; Monate, Zahlen, Wochentage u.s.w. bei gebracht; und vor allem ganz viel gespielt. Die Freiwilligen können sich meistens entscheiden, bei welcher Klasse sie hauptsächlich dabei sein wollen. Dann helfen sie mit, wo sie können. Man lernt es, einzuschätzen, womit man Lehrer wann unterstützen kann. Das ist aber keinesfalls alles, was man als Freiwilliger macht. Natürlich stehen die Kinder im Mittelpunkt, aber man gestaltet immer wieder Poster, repariert Spielzeug, streicht Wände und noch vieles mehr. Während meines Aufenthalts haben wir zum Beispiel den undichten Fußboden eines Klassenzimmers renoviert. Die Lehrer sind immer dankbar, wenn man Ideen und Kreativität mitbringt, und sind offen für (fast) alles. Man kann auch größere Projekte in die Wege leiten, da es immer etwas zu verbessern gibt. Der Kindergarten hat, gemessen an den lokalen Umständen, einen sehr hohen Standard, aber das hat er Projects Abroad zu verdanken. Ich war während meines Aufenthalts zeitweise in einer anderen Crèche, und war wirklich geschockt. Da wurde mir erzählt, dass "meine" Crèche genauso aussah, bevor die Freiwilligen kamen! Projects Abroad versucht, sich für immer mehr solcher Kindergärten einzusetzen - und dafür werden Freiwillige gesucht.

Es gibt endlos viele Gründe, warum ich an diesem Projekt teilgenommen habe. Zunächst wollte ich natürlich helfen, außerdem Südafrika näher kennen lernen, und gerne mit Kindern arbeiten. Mir wurde während meines Aufenthalts noch einmal bewusst, was für ein Glück ich habe, genug Essen, Kleidung etc zu haben. Ich lebe seitdem viel bewusster und bin dankbar für "Selbstverständlichkeiten". Ich halte es auch für wichtig, dass die Menschen dort wissen, dass sie nicht allen egal sind, denn viele halten die Weißen für gleichgültig und faul, sie denken, dass wir uns immer nur bedienen lassen. Ich wurde mehrmals gefragt: "Du bist doch weiß, warum arbeitest du?" Die Atmosphäre in einem Township ist etwas ganz Besonderes. Ich habe so viel über das Land, Menschen, Kindererziehung und das Leben überhaupt gelernt!

Renate Leistner

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