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Bedingungungslos Glücklich

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Sozialarbeit in Südafrika von Saskia Schewe

Endich war es soweit. Als ich im Flieger nach Kapstadt, Südafrika saß, war ich zum einen unheimlich glücklich, und zum anderen hatte ich großen Respekt vor den zwei Monaten die ich in einem anderen Land, ja sogar auf einem ganz anderen Kontinent verbringen würde. In einem Land, in dem es atemberaubende Natur, wunderschöne Tiere und eine andere Kultur zu sehen gibt, jedoch auch Menschen am Rande des Existenzminimums. Ich glaubte, ich war mir dessen bewusst – richtig klar wurde mir das erst dort.

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Mein erster Arbeitstag war an einem Freitag. Ich kam in die Krippe und was ich sah, berührte mich. Ich sah 220 Kinder in der Eingangshalle eines großen Steinhauses. Sie tanzten. Sie lachten. Sie sangen. Vor ihnen standen 3 Lehrerinnen, die es ihnen vormachten. Rechts, links und in Mitten der Kinder standen andere Lehrerinnen und Freiwillige, die das gleiche taten.

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Und genau wie dieser erste Tag faszinierten mich auch die anderen 44 Arbeitstage, die ich im "Sunrise Educare Centre" arbeitete, jedes Mal aufs neue. Ich habe selten eine solch bedingungslose Zuneigung, ein solch blindes Vertrauen erlebt wie bei den Kindern, mit denen ich das Vergnügen hatte, sechs Stunden am Tag meine Zeit zu verbringen. Sie waren interessiert, aufgeschlossen, höflich, fröhlich. Aber manchmal waren sie auch nichts davon. Dann haben sie mit Sand geworfen, mit ihrem Essen gespielt oder sich gegenseitig an den Haaren gezogen. Aber welches Kind hat nicht mal einen schlechten Tag an dem es Blödsinn machen will und an dem es ihm egal ist was der Lehrer sagt?

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Ich wurde mit Dingen konfrontiert, die mir im normalen Leben zu Hause kaum bewusst sind. Und man arbeitet mit kleinen Menschen, die noch viel lernen müssen. Viele gehen mit einer falschen Erwartung an diese Sache heran, es ist nicht immer rosig, es gibt Tage, da hören sie alle nicht auf dich, es gibt Tage da erfährst du schlimme Dinge die ihnen widerfahren sind. Das alles gehört dazu, wenn man sich um Kinder kümmert. Und ich kann mit hundertprozentiger Überzeugung sagen, dass mich in meinem Leben noch nichts glücklicher gemacht hat, als meine Arbeit mit den Kindern und Lehrerinnen vor Ort in Südafrika. Und ich habe nie mehr über mich und die Welt um mich herum gelernt als in dieser Zeit.

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Für mich war es unglaublich schön zu sehen, wie glücklich das Tanzen die Menschen macht und wie sie von Woche zu Woche mehr Vertrauen zu mir gewonnen und sich mir mehr und mehr öffneten.

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Die Menschen, denen ich dort begegnet bin, haben sehr wenig. Im Verhältnis zu dem was wir besitzen, besitzen sie nichts. Aber sie haben sich. Und das ist, was mich geprägt hat. Dass es immer einen Weg gibt, solange der Wille stark genug ist. Ich ziehe den Hut vor meiner Lehrerin vor Ort, die ihr letztes Hemd für ihre Kinder gibt. Ich ziehe meinen Hut vor der Direktorin der Einrichtung, die ihr zu Hause auch zu dem zu Hause vieler Straßen- und Waisenkinder gemacht hat und niemandem die Türe verschließt. Ich ziehe den Hut vor all den anderen Lehrerinnen, die Tag für Tag arbeiten, ihre Kinder und oft die Kinder ihrer engsten Verwandten groß ziehen. Oft haben sie ihre Partner verloren oder gar keine Familie mehr.

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Es war die spannendste und beste Zeit in meinem Leben, die ich dort verbracht habe, denn auch außerhalb der Mauern meiner Arbeitsstelle habe ich unheimlich viele tolle Menschen kennen gelernt: meine Gastfamilie, die mich und uns immer liebevoll behandelt haben, meine Mitbewohnerinnen, die ich wirklich schätzen gelernt habe, unseren Fahrer Tyrin, der uns immer zum lachen gebracht hat, alle anderen Freiwilligen, die ich im Laufe der Zeit kennen gelernt habe, mit denen wir tolle Ausflüge, Touren, Ausgeh-Abende und Strand-Tage verbracht haben, alle Projects Abroad - Mitarbeiter die uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen und natürlich auch alle anderen Leute die ich kennen lernen durfte und die mir gezeigt haben, was Kapstadt für eine wundervolle, atemberaubende Stadt ist. Eine Stadt, die jedoch trotz ihrer Schönheit noch einige Leute wie dich und mich gebrauchen kann, um sie zu einem bessern Ort zu machen!

Ich kann jedem empfehlen, eine solche Reise mit Projects Abroad zu machen, es lohnt sich jeder Cent. Denn eins dürft ihr nicht vergessen: die Erfahrungen, die ihr dort machen könnt, sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Und diese kann euch auch niemand mehr nehmen. Ich persönlich war selten so bedingungslos glücklich wie ich es dort war.

Saskia Schewe

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