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Land und Leute sind mir sehr ans Herz gewachsen

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Sozialarbeit in Tansania von Jacqueline Koller aus Wien (Österreich)

Da ich dringend eine berufliche Auszeit brauchte, entschloss ich mich, für 3 Monate nach Tansania zu gehen, um dort Freiwilligenarbeit zu leisten. Ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich damals aus dem Flugzeug stieg, und mir die heiße trockene Luft entgegen kam. Ich war zum ersten Mal ganz alleine unterwegs und es störte mich überhaupt nicht. Ich hatte ein Lächeln im Gesicht, und ein Gefühl von Vertrautheit ergriff mich von Anfang an.

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Bei einer Gastfamilie zu wohnen, ist ein tolles Erlebnis. Ich lernte so viel von den anderen und wurde aufgenommen wie ein echtes Familienmitglied. Ich musste mich einfach wie zu Hause fühlen. Im Haus lebte meine Gastmutter Zahara, die eine sehr gute Köchin ist, mit ihren zwei Angestellten und 1-3 Freiwilligen. Jeder von uns Freiwilligen hatte bei Zahara sein eigenes Zimmer. So zog ich mich auch ab und zu gern mal zurück, um mein Tagebuch zu schreiben oder einfach die gesammelten Erfahrungen zu verarbeiten. Jeden Tag nach dem Abendessen trafen wir uns alle vor dem Fernseher, um gemeinsam eine Serie anzusehen, nach der jeder spätestens nach einer Woche süchtig war.

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Zur Arbeit ging ich fast jeden Tag zu Fuß, außer es regnete mal gerade stark, denn dann war es fast unmöglich, nicht bis zu den Knien mit Schlamm vollgespritzt anzukommen. In solchen Fällen bin ich mit den Daladalas gefahren. Dabei handelt es sich um ein Nahverkehrsmittel. Es sind Kleinbusse die normal für ca. 17 Leute Platz bieten, doch manchmal wurden bis zu 25 hineingequetscht, sodass man zeitweise die seitliche Schiebetür nicht mal mehr schließen konnte. Es war immer wieder spannend und aufregend, einen Daladala zu nehmen.

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Im Waisenheim durfte ich 3 Monate mithelfen. Hier wohnten Babywaisen von Neugeborenen bis zu 3 - 4-Jährigen. Es gab 4 Gruppen, die nach dem Alter aufgeteilt waren, und je nach Tageszeit verbrachte ich meine Zeit in einer davon. Meinen Tag dort startete ich meistens um 9 Uhr morgens und blieb je nachdem bis 13:30 oder 17:00 Uhr. Die Hauptaufgabe bestand natürlich darin, mit den Kindern zu spielen und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Die älteste Gruppe machte auch jeden Tag während die kleineren schliefen einen Spaziergang zu einem nahegelegenen Spielplatz, um ihre Beinmuskulatur zu stärken.

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Besonders schön war es, als die Kinder anfingen, mich wiederzuerkennen und meine Nähe suchten. Meine schönsten Erlebnisse hatte ich, als während meines letzten Monats 2 Kinder der dritten Gruppe ihre ersten Schritte selbstständig machten – ich war so stolz wie eine Mutter es gewesen wäre – und als die Kinder der vierten und ältesten Gruppe anfingen, sich meinen Namen zu merken und immer wieder nach mir riefen. Ich hatte gegen Ende so einen engen Draht zu ihnen, dass es mir sehr schwer fiel, mich am letzten Tag von ihnen zu verabschieden.

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Die Mitarbeiter von Projects Abroad vor Ort veranstalteten 2 - 4 Mal im Monat sogenannte „Socials“ (regelmäßige Treffen für die Freiwilligen). Ich traf mich dort mit all den anderen Freiwilligen, um zusammen zu essen und Erfahrungen auszutauschen. So konnte ich viele neue Freundschaften schließen und gemeinsame Ausflüge planen. Ich verbrachte eine Woche auf der weißen Sandstrandinsel Sansibar, war zu Besuch in anderen Waisenhäusern, machte einen Ausflug in ein Massai Dorf und war auch bei einer 3-Tages-Safari mit dabei. Überall traf ich auf Leute, mit denen ich auch jetzt noch in Kontakt stehe.

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Ganz besonders angetan hat es mir neben den Babys vom Waisenhaus meine Nachbarfamilie. Sie wurde buchstäblich zu meiner zweiten Familie. Ich verbrachte viel Zeit mit den 3 Kindern (4, 6 und 10 Jahre alt), brachte ihnen Sachen bei, indem ich meinen aufblasbaren Globus mitbrachte oder Bücher zum Vorlesen. Wir schauten oft unseren Lieblingsfilm „Der König der Löwen“ oder spielten Uno. Manchmal ging ich mit ihnen gemeinsam zum Markt, und auch in die Kirche durfte ich sie zweimal begleiten. Der Abschied war sehr tränenreich, besonders Mama Konsolatha war sehr traurig, doch ich habe versprochen, wiederzukommen, und sie wissen, dass ich meine Versprechen halte.

Zum Abschied sagt man in Tansania „Karibu tena, safari njema!“, was bedeutet: „Du bist herzlich wieder willkommen, gute Reise!“.

Jacqueline Koller

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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