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"Eine Erfahrung fürs Leben - 3 Monate Kapstadt"

Das bin ich(links)

Tierpflege in Südafrika von Maja Bartholet (Zürich, Schweiz)

Als ich nach einem langen Flug in Südafrika ankam, war ich zuerst einfach nur müde. Meine Gastfamilie hat mich sehr nett empfangen und nach ein paar Tagen hatte ich mich dann auch schon eingelebt. Ich teilte ein Zimmer mit einer Amerikanerin, die gleich um die Ecke als Lehrerin in einer Primarschule arbeitete.

Süße Katzen

Ich selbst hatte mich für das Projekt Tierpflege im SPCA (Wohlfahrtsorganisation für Tiere) in Südafrika entschieden. Auch das war gleich um die Ecke. Anfangs war mir natürlich alles in Südafrika noch ein bisschen fremd und es war schon komisch, als eine der einzigen beiden Weißen in einem Quartier zu leben. Alle Leute, die ich getroffen habe, waren aber super freundlich, und ich hatte während den drei Monaten in Kapstadt viele gute Gespräche mit Einheimischen.

Die ersten zwei Wochen bei der Arbeit habe ich mir alle Bereiche ein bisschen angeschaut. Ich war bei den Katzen und habe die Käfige geputzt, sie gefüttert und mit ihnen gespielt (so süß, die ließen mich fast nicht mehr gehen!), ich habe bei kleineren Operationen zugeschaut, mit den Hunden gespielt und vieles mehr.

Dann, an einem Donnerstag, ging ich dann das erste Mal mit einer "Mobile Clinic" mit; "Mobile Clinics" fahren mit ihren Autos in die verschiedenen Townships von Kapstadt (jeder Wochentag ist einem bestimmten Township zugeteilt), und dort können dann die Einwohner mit ihren Tieren kommen und sie behandeln bzw. sich beraten lassen. Ich habe mich dann entschieden, immer mit der "mobilen Klinik" rauszugehen. Es hat mir extrem viel Spaß gemacht, da ich dadurch sehr viel von Kapstadt gesehen habe, was ich als normaler Tourist sicherlich nie zu Gesicht bekommen hätte. Für mich war es außerdem perfekt, weil ich so mit den Einheimischen und mit Tieren zu tun hatte. So habe ich jeden Tag viel gelernt und gesehen, mit was für Sorgen sich die Menschen in Kapstadt herumschlagen.

Beim Hundewaschen

Meistens sind die Menschen mit Katzen oder Hunden gekommen, die sie impfen lassen wollten. Für umgerechnet ca. 3,80 EUR impften wir die Tiere. Es war immer ein schönes Gefühl, wenn ich einen Monat später meine Unterschrift im Impfausweis wieder gefunden habe. Wenn jemand sein Tier sterilisieren lassen wollte, nahmen wir die Tiere mit ins SPCA und brachten sie zurück, wenn alles erledigt war. Leider habe ich auch viel Trauriges gesehen. Einige Menschen in Südafrika verstehen unter Tierhaltung etwas ganz anderes als wir hier in Europa. Hunde etwa wurden dann und wann wie Handtaschen zu uns hergeschleift oder in Plastiktüten gebracht. Einige Hunde waren spindeldürr, und die Besitzer wollten die Tiere uns mitgeben, weil sie keine Verwendung mehr für die Tiere hatten. Wenn Leute Tiere brachten, die sie nicht mehr wollten, nahmen wir sie mit - dann wurden sie entweder eingeschläfert oder zur Adoption frei gegeben, wobei das Erstere öfters vorkam.

Einmal, an einem Donnerstag, kam ein Mann mit einem Schäferhund und sagte uns, der Hund sei am Montag angefahren worden. Der Hundehalter hatte also 3 Tage lang einfach nichts unternommen. Das Bein des Schäferhundes war unnatürlich angeschwollen und als wir dann mit dem Schäferhund im SPCA darauf warteten, bis er eingeschläfert wurde, humpelte er auf mich zu, legte seinen Kopf in meinen Schoss und wollte nicht mehr weg. Wir haben auch einige Hunde behandelt, die ganz gelbe Haut hatten, weil keine roten Blutkörperchen mehr vorhanden waren. Diese Hunde bekamen dann Bluttransfusionen. Häufig werden die Tiere in Kapstadt auch misshandelt, und einmal hatten wir eine Katze im SPCA, die am ganzen Körper verbrannt war, weil jemand heißes Wasser über sie geschüttet hatte.

Solche Erlebnisse hatte ich einige, und es hat mich oft ganz schön fertig gemacht. Die Situation scheint so ausweglos - und trotzdem ist die Arbeit des SPCA in Kapstadt sehr wichtig. Nur so können die Menschen über richtige Tierhaltung aufgeklärt werden!

Neben der Arbeit haben wir jeden Monat mit allen Freiwilligen Ausflüge gemacht. Wir waren in Oudtshoorn, wo wir uns Straussenfarmen angesehen haben und mit Pferden in der Halbwüste Klein Karoo in den Sonnenuntergang geritten sind. An einem Wochenende sind wir nach Hermanus gefahren, wo wir mit weissen Haien tauchen gegangen sind. Natürlich war ich auch am südwestlichsten Punkt von Afrika, dem Cape of Good Hope. Kapstadt ist wirklich eine sehr vielseitige Stadt und man findet immer wieder etwas, was man anschauen gehen bzw. unternehmen kann. Südafrika ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Es war für mich absolut spannend, die einzelnen Aspekte der verschiedenen Kulturen kennenzulernen.
Obwohl ich mich ab und zu auch nach Hause gewünscht habe, war Kapstadt eine super Erfahrung für mich. Ich bin dankbar, dass ich die Chance hatte, so viel zu erleben und ich muss sagen, dass meine Erfahrungen in Südafrika einige meiner Ansichten über das Leben und über die Menschen verändert haben.

Maja Bartholet

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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