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Sozialarbeit und Unterrichten auf den Fidschi- Inseln von Carina Schwamm

Bevor es losging…

öffentliche Verkehrsmittel in Fidschi

Bis zu meinem Vorbereitungstreffen von Projects Abroad in Berlin hatte ich noch nicht so richtig realisiert, dass ich schon bald in mein dreimonatiges Abenteuer starten würde. Wir haben ein interessantes Planspiel gemacht, um uns auf die fremde Kultur vorzubereiten und konnten alle Fragen loswerden, die wir zu unserem jeweiligen Reiseland auf dem Herzen hatten. Dort lernte ich auch zwei weitere Freiwillige kennen, die einen Monat später auch auf die Fidschi- Inseln reisen würden und konnte somit erste Kontakte knüpfen.

Eine Woche später war es dann so weit. Aufgeregt und neugierig ließ ich meinen Alltag, meine Freunde und meinen Job hinter mir und machte mich auf ins Ungewisse.

Schon beim Transfer mit dem Taxi vom Flughafen in Nadi zu meiner Gastfamilie durfte ich das typische „Fidschi-Flair“ genießen. Die Haare wurden von der tropisch riechenden, feuchtheißen Luft zerzaust, da die Fenster immer sperrangelweit geöffnet waren. Aus den Lautsprechern dröhnte schallend laute Musik und man schnallte sich prinzipiell nicht an. Ich habe versucht dieses Gefühl in Deutschland auf der Autobahn nachzuempfinden, (natürlich angeschnallt!!!) in dem ich alle Fenster runterkurbelte und das Radio ganz laut aufdrehte, aber es war einfach nicht zu vergleichen.

Gastfamilie Fidschi, Projects Abroad

Bei meiner Ankunft in einer indischen Gastfamilie, die mich völlig übermüdet 2,5 Tage nach meinem Abflug in Frankfurt in Empfang nahm lernte ich zunächst Chris, einen weiteren deutschen Freiwilligen kennen. Er begrüßte mich sofort auf Englisch, was mich in diesem Moment total überforderte, mir später jedoch in Fleisch und Blut überging. Ich hatte sogar bei meiner Rückkehr große Schwierigkeiten wieder Deutsch zu sprechen.

Zu meinem ersten Abendessen gab es eine Hühnersuppe mit Knochen. Padma, meine Gastmutter konnte fantastische indische Currys kochen und ihr Essen war wirklich immer grandios! Ich wollte natürlich an meinem ersten Tag nicht unhöflich sein und dachte es sei so üblich die Knochen mitzuessen. Natürlich brach meine Gastmutter in schallendes Gelächter aus und erlöste mich von der unangenehmen Situation.

In den nächsten Tagen lernte ich die anderen Freiwilligen bei den sogenannten wöchentlichen, „Socials“ im Büro kennen- Also eine Zusammenkunft von allen Freiwilligen und dem Team vor Ort, die sich über ihre Projekte austauschen, gemeinsame Spiele spielen, kochen, ins Kino gehen oder gemeinsam soziale- bzw. Umweltprojekte organisieren. So hat man sich generell nie alleine gefühlt und auch in meiner Gastfamilie war immer etwas los. Meine Gastmutter hat Freiwillige geliebt und so waren wir teilweise zu fünft unter einem Dach. Hin und wieder kamen dann zusätzlich auch noch ehemalige Freiwillige zu Besuch und wir mussten noch näher zusammenrücken.

Dadurch lernte ich auch meine zwei engsten Bezugspersonen kennen, Zoe aus Schottland und Hillary aus den USA. Gemeinsam mit den Beiden und anderen Freiwilligen erkundeten wir an den Wochenenden die nahegelegenen Inseln. Dort waren wir meistens in großen Schlafsälen mit Hochbetten untergebracht. Super geeignet für Reisende mit kleinerem Budget oder Backpacker und auch eine gute Gelegenheit um weitere tolle Kontakte zu knüpfen.

Sozial-Projekt Fidschi, Projects Abroad

Ich war zwei Monate an einer Förderschule mit geistigen und körperlich behinderten Kindern tätig und habe einen Monat an einer regulären Grundschule unterrichtet. Beides hat mich sehr bereichert, auf die Probe gestellt und herausgefordert. Ich habe mich selbst besser kennengelernt, konnte aus diesen Erfahrungen unglaublich viel schöpfen und bin enorm daran gewachsen.

An der „Nausori-Special-School“ habe ich zum Thema Ernährung und Gesundheit ein Kunstprojekt organisiert und gemeinsam mit allen Schülern und Lehrern die Schulwände im Sinne der Ernährungspyramide bemalt.

Eine kleine Anekdote zu diesem Thema muss ich an dieser Stelle noch schnell loswerden. Besonders großen Wert hat der Schulleiter darauf gelegt, dass ich den Wahlspruch „Eat less sugar and salt!“ künstlerisch hervorhebe, um die Kinder zu animieren auf eine gesündere Ernährung zu achten. Softdrinks und Süßigkeiten wie Bongo (Chips) wurden demnach in der Mittagspause eingesammelt und anschließend brüderlich unter dem Lehrerpersonal aufgeteilt. Dazu gab es dann Zucker mit schwarzem Tee, ja ihr habt richtig gelesen! Nicht umgekehrt! …Kleiner Scherz am Rande, unser Mittagessen war natürlich noch deutlich vielfältiger.

Üblich bei den Einheimischen war es, dass mit den Händen gegessen und geteilt wurde. Jeder durfte also mal bei Jedem probieren. Ihr werdet definitiv nicht verhungern und die ungewöhnlichsten Dinge, wie Dahl, Maniok-Wurzel, Dahlo, Kava, verschiedene Currys, Zuckerrohr, Roti und frischen Fisch probieren dürfen. Es lohnt sich! Habt also keine Scheu!

Unterrichts-Projekt Fidschi, Projects Abroad

Ich hatte eine unglaubliche Zeit und habe zu allen Lehrern ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut, das teilweise weit über den schulischen Kontakt hinausging. Bemerkenswert war für mich besonders, dass ich trotz der unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Kinder unglaublich schnell einen sehr guten Zugang zu ihnen entwickeln konnte und jeden Morgen von allen freudig begrüßt und umarmt wurde. Ja die positive Lebensenergie der Kinder hat mich tief beeindruckt und berührt! Und auch die Kinder haben mir ein bisschen Gehörlosensprache beigebracht.

Auch an der „Saint Joseph the Worker“ Grundschule hat es mir gut gefallen. Der Unterricht war hier eine deutlich größere Herausforderung, da ich meist für bis zu 40 Schüler verantwortlich war und jeden Tag in eine andere Klasse geschickt wurde. Ich habe mit der Zeit gelernt mir Gehör und Respekt zu verschaffen. Plötzlich gelang es mir, einer Horde lebensfroher, quirliger, übermotivierter Kinder auf Englisch Bruchrechnung beizubringen. Ja an diesem Tag war ich sehr erleichtert und ein bisschen stolz auf mich.

Es gibt einige Dinge, die wir uns von wie die Fidschi-Inseln abschauen können, wie zum Beispiel das regelmäßige gemeinsame Zähneputzen in der Mittagspause. Natürlich nicht so, wie man sich das nach deutschem Standard so vorstellt. Alle Schüler und Lehrer stehen mit ihren Wasserflaschen auf einer Wiese und spucken gemeinsam in einen Graben. Eine sehr sympathische und unglaublich lustige Angelegenheit, die für die Einheimischen als Selbstverständlichkeit angesehen wird.

Wochenendtrip, Fidschi-Inseln

Für die Reisefreudigen unter euch, die an den Wochenenden oder in ihren Ferien etwas Besonderes erleben möchten, habe ich natürlich auch noch ein paar hilfreiche Insider- Tipps zusammengestellt.

Wo wirklich jeder einmal gewesen sein sollte, ist Leleuvia- Island, das Paradies im Pazifik mit türkiesblauem Wasser, Palmen und weißen Stränden. Von dort aus kann man einen Schnorchel Trip machen, Bodyboard fahren, Fischen gehen oder sich Kajaks ausleihen und die kleine Insel umrunden.

Auf Nananuira habe ich innerhalb von drei Tagen meinen PADI- Tauchschein gemacht. Das war ein sehr stressiges Wochenende, aber es hat sich definitiv gelohnt! Die Unterwasserwelt der Fidschi-Inseln ist wirklich atemberaubend.

Auch zu Empfehlen und vielleicht zu vergleichen mit einem Mix aus Kirmes und Karneval ist das Bula-Festival in Nadi. Natürlich lohnt es sich auch die Hauptstadt Suva genauer unter die Lupe zu nehmen. Dort befindet sich die sogenannte JSP (University of South Pacific). Oder ihr macht einen Ausflug in den Suva- Nationalpark. Hier könnt ihr Papageien beobachten und euch wie Tarzan mit einer Liane in den See schwingen.

Freizeitaktivitäten Nadi

Vom Port Denreau in Nadi legen die meisten Schiffe zu den Inseln ab. Von dort aus habe ich in meinen zweiwöchigen Ferien Mana-Island und Blue Lagoon erkundet.

Zum krönenden Abschluss habe ich an meinem letzten Wochenende noch ganz spontan, gemeinsam mit meiner Freundin Zoe, einen Fallschirmsprung über Nadi gemacht. Ich hatte nicht wirklich das Budget dafür eingeplant und so kam es, dass ich mich unglaublich glücklich und zufrieden, mit 2,50 Fiji Dollar in der Tasche wieder auf den Rückweg nach Deutschland machte.

Rückblickend kann ich nur betonen, dass ich eine unglaubliche Zeit hatte, von der ich auch Jahre später noch profitieren werde. Über soziale Medien stehe ich auch immer noch in regem Kontakt zu meiner Gastfamilie und meinen Freunden aus dem Ausland. Jederzeit würde ich genau die gleiche Reise noch einmal antreten. Und wenn ich ein bisschen Geld angespart habe, wer weiß wo es dann hingeht? Mein Reisefieber ist definitiv geweckt! Ich habe es mir ganz fest vorgenommen, egal was kommt! Spätestens meine Flitterwochen werde ich wieder auf den Inseln verbringen und alle tollen Menschen, die ich dort kennenlernen durfte, besuchen gehen.

Carina Schwamm

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