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Meine Auszeit in Kambodscha

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Nach zehn Jahren in der Berufswelt brauchte ich einfach mal eine Auszeit und wollte etwas vollkommen anderes machen, als ich es aus meiner Ingenieurausbildung und meinem Projektleiterleben kannte. Außerdem wollte ich an einen Ort, von dem ich möglichst wenig wusste. Und so kam ich nach Kambodscha!

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Anfang Januar landete ich in Phnom Penh, wo mich Chamroeum, ein Mitarbeiter von Projects Abroad, abholte und sogleich ins Apartmentleben mit den anderen Freiwilligen einführte. Am nächsten Tag lernte ich meine Ansprechpersonen und die Schule kennen, an der ich unterrichten sollte. Ich war bei VCAO (Vulnerable Children Assistance Organization) eingeteilt, wo ich mit drei anderen Freiwilligen und mit Taing, einem jungen Khmer-Lehrer, vier Klassen zu unterrichten hatten. Die Kinder dieser Schule leben in den umliegenden Quartieren des Stung Mean Chey, einer ehemaligen Müllhalde. Dort wohnen Familien mit bis zu zwölf Kindern auf wenigen Quadratmetern. Insgesamt fasste die Schule gut 200 Kinder im Alter von etwa 5 bis 15 Jahren.

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Da die Schule etwas außerhalb im Südwesten von Phnom Penh lag, benötigten wir vom Apartment zur Schule gut 30 Minuten mit dem Tuktuk. Es war mir zum ersten Mal angenehm, im Verkehr neben den Tausenden von Motorrädern immer wieder stecken zu bleiben. Das Treiben auf den Straßen und die verschiedensten Fahrzeuge und Motorräder faszinierten mich jedes Mal aufs Neue. Da verging der tägliche lange Fahrweg wie im Flug!

Zwei Tage später unterrichtete ich schon meine erste Klasse. Meine Unterrichtszeiten gingen von 8 bis 10 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. In jeder Stunde waren andere Kinder anwesend. Die Kinder meiner Klassen waren zwischen 10 und 15 und ihre Englischkenntnisse beschränkten sich auf die Grundlagen der Sprache. Eine verständliche Kommunikation war nicht möglich. So fing ich mit einfachen Worten an. Mit Spiel, Spaß und Freude konnte ich sogar ein Mal während zwei Stunden die Aufmerksamkeit von 71 Kinder gewinnen! Meistens bewegte sich die Anzahl der Kinder jedoch zwischen 20 und 40. Vor allem diejenigen, die aus finanziellen Gründen nicht zur Schule gehen konnten, waren sehr am Englisch Unterricht interessiert.

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Ich erstellte mir für meine vier Wochen Aufenthalt ein eigenes Konzept, worin ich Wortspiele, Mathematik, Geographie, Gesang und ein bißchen Grammatik einfließen ließ. Das Lehrmaterial und Utensilien hierfür fand ich entweder in den Apartments oder in der Buchhandlung um die Ecke. Es half mir sehr, die Stunden am Vorabend vorzubereiten, obwohl es meistens dann doch irgendwie anders kam. Aber die Vorbereitung war für mich ein guter Leitfaden und so konnte ich den Kindern immer etwas bieten, ohne bei ihnen Langweile aufkommen zu lassen. Die beliebteste Tätigkeit war das Übersetzen der englischen Wörter ins Khmer am Whiteboard: ich schrieb die Wörter auf Englisch auf und die Kinder übersetzten sie mit dem Wörterbuch. Manchmal traute ich mich auch, das Wort selbst zu übersetzen, was immer zu großem Gelächter führte. Anschließend übten wir gemeinsam die Aussprache des englischen und des Khmer Wortes. Das überschritt bestimmt jedes Mal den Lärmpegel von 100 Dezibel, verzeichnete aber klare Erfolge!

Es hört sich zwar alles einfach und locker an, aber ich war überrascht wie viel Kraft und Energie die Arbeit mit den Kindern kostet. Ehrlich gesagt hatte ich den Lehrerberuf bis dato eindeutig unterschätzt und ziehe meinen Hut vor den Damen und Herren der Lehrinstitute!

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Das Unterrichten und das Arbeiten mit den Kindern war einfach unvergesslich und großartig. Die Freude in den Gesichtern zu sehen, wenn sie etwas richtig beantwortet oder gelöst haben, hat mich fasziniert und motiviert, auch nach anstrengenden Tagen den nächsten mit vollem Elan und Freude wieder in Angriff zu nehmen. Ich habe in Kambodscha einzigartige Erfahrungen gesammelt. Die Erlebnisse an der Schule, das Leben auf den Straßen, die Unterhaltungen auf den riesigen Märkten, das Zurechtfinden im Verkehr, die Geschichten der Roten Khmer, die Tempel und Ruinen und die Menschen, zu denen ich immer noch Kontakt pflege, haben mich sehr beeindruckt.

Am Ende meines Projekts verließ ich Phnom Penh – wie man so schön sagt, mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die vier Wochen gingen, wie immer, wenn man etwas genießt, zu schnell vorbei. Es war eine tolle Zeit! Danke an die Mitarbeiter von Phnom Penh und an Seang, die mich bei den Bananeneinkäufen sehr unterstützt hat.

Pawel Kolatorski

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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