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„Teacher, you re a teacher at heart!“

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Englisch Unterrichten in Marokko von Carlotta Grass

Ich hatte mich relativ spontan Ende Mai dazu entschlossen, dass es an der Zeit sei, weg zu fahren. Im Juli sollte es allerdings schon losgehen. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal herzlich bei Projects Abroad bedanken, die dies auch ermöglichten! Meine Wahl fiel auf Marokko. Erstens hatte ich schon immer davon geträumt in dieses Land zu reisen und zweitens spreche ich fließend Französisch, da ich in Frankreich aufgewachsen bin. Ich werde im Herbst Französisch und Englisch auf Lehramt studieren: Das Teaching Program schien also wie für mich gemacht. Ich würde in Salé, der Nachbarstadt, in einer gemeinnützigen Organisation Englisch und Französisch Kurse geben.

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Mein erster Gedanke beim Betreten der Medina, der Altstadt von Rabat: Wie soll ich mich hier jemals zurechtfinden? Adil spurtete mit großen Schritten voran, während ich trotz der Dunkelheit völlig überwältigt war von dem was sich mir bot. Ankunft in der Familie. Großes Hallo, viele Menschen, viel Durcheinander aber eins war sofort klar: Ich hatte die beste Familie und die beste Zimmergenossin erwischt. Ich war völlig überwältigt, bekam fast keinen Bissen von dem köstlichen Essen hinunter. Es war auch für meine Abendessens-Verhältnisse schon sehr spät, aber ich sollte mich daran gewöhnen, dass wir ab jetzt immer zwischen 22 und 22.30h essen würden. Ich schlief sofort ein, sanft getragen von einem Gefühl der Euphorie, der Neugierde und der Zuversicht.

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Ich war am Freitagabend angekommen, also blieb mir das ganze Wochenende, um mich zu akklimatisieren und meine Familie und meine Zimmergenossin kennen-und lieben zu lernen. Wir verstanden uns alle prächtig, lachten viel und nach einem Tag kam es mir so vor als ob ich schon immer dort gewesen sei. Ich übernahm die Funktion der Dolmetscherin und trug so zu einer verstärkten Kommunikation zwischen der Familie und meiner neuen italienischen Schwester bei. Wir waren relativ schnell die „Töchter ihrer Herzen“ und sie die „Familie unserer Herzen“!

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Unterrichtet habe ich in der Nahdat Al Hay Association, die es Jugendlichen ermöglicht, kostenlose Kurse zu besuchen, um so nicht den ganzen Tag untätig herumzusitzen. Insgesamt erwarteten mich 3 Kurse verschiedener Altersstufen. In meiner „Communication Class“ konnten sich vier Teilnehmer verständlich machen, dem Rest fehlte ein einfacher englischer Basisgrundwortschatz. Irgendwie schaffte ich es dennoch Diskussion aufkommen zu lassen, Gruppenarbeit machen zu lassen und die Stunden waren auch für mich sehr bereichernd. Es waren Ferien, es war sehr sehr heiß und so dezimierten sich meine Klassengrößen nach einer Woche beträchtlich. Was kein Nachteil war, da ich so gezielt auf die Schüler eingehen konnte. Marokkanische Schüler sind harten Frontalunterricht gewöhnt, sie musste also erst lernen, dass Fragen und Mitmachen erwünscht sind. Natürlich ist es oft sehr anstrengend, wenn du sie fragst, ob sie verstanden haben und sie „ja ja“ antworten, aber du in ihre großen Augen blickst und genau weißt, dass in ihrem Gehirn ein großes Fragezeichen prangt. Ich ließ mich dadurch nicht entmutigen. Ich unterrichte für mein Leben gerne und das bekamen sie, trotz gelegentlicher Strenge, auch zu spüren. Schönstes Kompliment: „Teacher, you’re a teacher at heart!“.

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Marokko war mein bisher schönstes und größtes Abenteuer. Ich habe unglaubliche viele Erfahrungen gesammelt und bin oft über mich hinausgewachsen. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, herzliche Marokkaner und sympathische junge Leute aus der ganzen Welt. Ich konnte Marokko an drei Wochenenden bereisen (Chefchaouen-Fes/Azrou-Marrakech), was natürlich zu wenig ist, um dieses Land in all seiner faszinierenden und abwechslungsreichen landschaftlichen Vielfalt zu entdecken aber ich bekam einen ersten Einblick und Vorgeschmack auf mehr. Meine Gastfamilie und meine Schüler wurden es niemals müde, mir auf meine tausende Fragen zu antworten.

An die Unpünktlichkeit und die rasanten Taxifahrten im alltäglichen Verkehrschaos ohne jegliche Verkehrsregeln gewöhnte ich mich rasch und die Gemächlichkeit hält noch lange nach meiner Rückkehr an. Ich bin als Deutsche gekommen und nach vier Wochen kann ich von mir behaupten ein bisschen marokkanischer gegangen zu sein. Eine Erfahrung, die sich definitiv gelohnt hat!

Carlotta Grass

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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