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"Mein Leben in Peru als Profesora Annika"

Peru, Freiwillig, Annika

Englisch Unterrichten in Peru von Annika Vorberg

Ziemlich spontan hatte ich im Sommer 2003 beschlossen, im Oktober für drei Monate mit Projects Abroad / Projekte weltweit nach Peru zu gehen, um dort im "Heiligen Tal der Inkas" Englisch zu unterrichten. Dementsprechend schnell musste auch alles geplant werden - was nehme ich mit, welche Impfungen brauche ich, wie komme ich dort an mein Geld. Und dann ging es auch schon los, in eine für mich neue, unbekannte Welt.

In Cusco angekommen, wurde ich von der Projects Abroad - Mitarbeiterin Yuliana empfangen. Sie zeigte mir zuerst das Büro in Urubamba, eine Art Treffpunkt, wo immer jemand ein offenes Ohr für Fragen und Probleme hatte. Dann wurde ich zu meiner Gastfamilie nach Calca gebracht. Calca ist ein kleiner Ort inmitten des heiligen Tals, ca. 1,5 Stunden mit dem Bus von Cusco. Es gibt dort ungefähr so viele Tiere wie Menschen, die überall auf der Straße herumlaufen und im Dreck wühlen.

Meine Gastfamilie war sehr offen und herzlich, und es dauerte nicht lange, und ich gehörte richtig dazu. Zuerst einmal war da Mama Gloria, die Oma, die fast den ganzen Tag in der Küche stand. Ihre beiden Töchter, Carmen und Rocío, lebten auch dort. Carmen hatte vier Kinder, Stephen, 17, Favio und Fianna, 7, und Christo, 5. Die Kleinen waren mir von Anfang an ans Herz gewachsen und sahen in mir eine neue Spielgefährtin. Außer mir wohnten noch drei andere Freiwillige in den beiden Häusern auf unserem Grundstück, ein 18-jähriger Holländer und ein Pärchen aus England. Wir kamen alle gut miteinander aus, und in der Küche herrschte immer internationales Flair.

Peru, Freiwillig, Familie Annika

Pro Woche hatte ich in der Schule 20 Stunden zu unterrichten, verteilt auf vier Tage. Die Schule begann um 8 Uhr und endete um 13:40 Uhr. Morgens versammelten sich alle Schüler auf dem Hof, um die Schulneuigkeiten zu hören. Dann sangen sie die National- und Schulhymne. Die Klassensprecher liefen mit Stöcken durch die Reihen und wer nicht still stand, bekam einen kleinen Klaps. Wer zu spät kam, musste draußen vor dem geschlossenen Tor warten und danach ein paar sportliche Übungen machen - zum Glück galt dies nicht für die Lehrer!

Wir unterrichteten zu dritt: Vicente, der peruanische Englischlehrer, dessen Englisch für einen Peruaner gut war und der gut erklären konnte, Chris, ein 18-jähriger englischer Freiwilliger und ich. Meine Bedenken über mein "normales Schulenglisch" waren unbegründet gewesen: Das Englischniveau der Schüler zwischen 12 und 20 Jahre alt, war nicht besonders gut, und so unterrichteten wir in fast allen Klassenstufen das gleiche, wie zum Beispiel Farben, Zahlen, Körperteile, einfache Sätze wie "What's your name? My name is.", das Verb to be. Da wir zu dritt waren, konnte sich jeder um einen Teil der Klasse kümmern, was den Unterricht erleichterte. In jeder Klasse waren 30 bis 40 Schüler. Manche von ihnen hatten immerhin großes Interesse daran, Englisch zu lernen, da sie darin eine große Chance für ihre Zukunft sahen: Cusco lebt mehr oder weniger vom Tourismus, und man kann mit Englisch dort gutes Geld verdienen kann. Andere jedoch sahen mehr Sinn darin, während des Unterrichts Mangos an ihre Mitschüler zu verkaufen!

Peru, Freiwillig, Teaching Annika

Dennoch hat das Unterrichten sehr viel Spaß gemacht, es war eine interessante Erfahrung, plötzlich selbst Lehrer zu sein und alles einmal aus der anderen Perspektive zu sehen; man fängt tatsächlich selbst an mit dämlichen Merksprüchen wie "Vokabellernen ist das A und O einer Sprache"! Auch haben wir von unseren Schülern sehr viel über deren Leben und Kultur gelernt, so wie sie hoffentlich auch etwas von uns in Erinnerung behalten werden. Chris und ich wurden von unseren 340 Schülern als junge Lehrer voll akzeptiert, aber sobald der Morgen vorbei war, waren sie unsere Freunde und wir ihre, wir trafen uns nachmittags mit ihnen oder gingen am Wochenende mit den Älteren in die Disco.

Wenn ich frei hatte, machte ich Ausflüge in die Umgebung, blieb bei der Familie oder fuhr nach Cusco, manchmal blieben alle Freiwilligen das ganze Wochenende dort. Einmal im Monat trafen wir alle uns mit den Mitarbeitern von Projects Abroad und unternahmen gemeinsam etwas, Wanderungen, Wochenendausflüge, Besuche im Waisenheim, .

Die Zeit ging vorbei wie im Flug und als ich nach Weihnachten von Calca aus für weitere fünf Wochen durch Bolivien, Argentinien und Chile reiste, war ich richtig traurig, da ich mich inzwischen an das völlig andere Leben dort gewöhnt hatte. Selbst Durchfall oder Wäsche per Hand waschen gehörten einfach zum Alltag und störten mich nicht mehr. Inzwischen bin ich schon über ein halbes Jahr wieder in Deutschland, denke noch sehr viel an meine Zeit in Peru und bin unglaublich froh, dass ich das alles erlebt habe!

Annika Vorberg

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