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Englisch unterrichten auf Wolof

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Unterrichten und Französisch-Sprachkurs im Senegal von Christian Stucke

Nach meinem Masterstudium wollte ich etwas für mich aber auch für andere tun. Da mein Englisch sehr gut ist, habe ich beschlossen, mein Wissen im Rahmen des Projektes „Unterrichten“ weiterzugeben. Aber da war zunächst noch die Frage: wohin? Ich wollte eine neue Kultur kennenlernen und meine Sprachkenntnisse in Französisch verbessern, die nach 12 Jahren Abstinenz sehr eingerostet waren. Ich entschied mich für St. Louis, das im Norden an der Küste im Senegal in Westafrika liegt. Diese Entscheidung habe ich keine Sekunde bereut.

Ich wohnte in einer sehr tollen Gastfamilie, die mich herzlichst aufnahm. Am Anfang war es schwierig, da mein Französisch sehr schlecht war, und die Hälfte der Familie ausschließlich Wolof sprach – die Sprache unter den Einheimischen. Aber: Das machte überhaupt nichts! Mithilfe eines Französisch-Sprachkurses bei Projects Abroad konnte ich mein Sprachdefizit schnell ausgleichen und zusätzlich Wolof lernen. Und das war eine tolle Erfahrung.

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Die Familienstrukturen sind sehr anders dort. Ich wohnte mit bis zu 20 Personen und damit drei Generationen unter einem Dach. Gegessen wurde immer zusammen. Das Essen war nicht sonderlich neu für unseren europäischen Gaumen. Es gab viel Fisch, Reis, Nudeln, Salat und Baguette. Nur wurde gemeinsam aus einer bzw. zwei großen Schüsseln gegessen, was anfangs gewöhnungsbedürftig für mich war.

Ich habe in St. Louis Englisch an drei verschiedenen Institutionen unterrichtet. Zum Einen unterrichtete ich in einem Kinderheim Englisch für Anfänger, wo es viel um Aussprachetraining und einfache Vokabeln zur ersten Verständigung ging. Die Jungs und Mädels waren unglaublich motiviert und wollten tatsächlich auch lernen. Das machte einfach Spaß!

Zum Anderen gab ich zweimal pro Woche abends einen Kurs für Berufstätige, die vor allem sprachlich ihre Englischkenntnisse verbessern wollten. Dort übernahm ich zunächst den fortgeschrittenen Kurs. Dort ging es weniger um Grammatik, als um Diskussionen, damit die Schüler ihre Ausdrucksfähigkeit verbessern konnten. Nach vier Wochen habe ich den Anfängerkurs übernommen, wobei hier die Schwierigkeit bestand, dass manche Schüler tatsächlich nur Wolof sprachen. Aber in Zusammenarbeit mit den anderen Schülern erfolgte die Übersetzung in Wolof. Besonders witzig war es, wenn bei ihnen das Lächeln ins Gesicht zurückkehrte, wenn sie meine Botschaft verstanden hatten. Ich war also sehr frei in der Gestaltung meiner Unterrichtseinheiten, sodass ich viel ausprobieren und dazulernen konnte.

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Weiterhin unterrichtete ich Business Englisch an einer Universität. Das war eine ebenso geniale Erfahrung, da ich Vergleiche zwischen Deutschland und Afrika in der Wissensvermittlung ziehen konnte. Ich habe dort die Professoren unterstützt und eigene Präsentationen passend zum Thema gegeben. Die anschließenden Diskussionen waren sehr aufregend und für beide Seiten sehr interessant, da ich aus einer „anderen“ Welt berichten konnte.

Eine besonders tolle Erfahrung war das Leben in der Gastfamilie. Es hat mir tiefe Einblicke in die Kultur ermöglicht und in der Entwicklung meiner Sprachkenntnisse sehr geholfen. Hier habe ich Anschluss gefunden und war rundum versorgt. Toll war zu sehen, dass tatsächlich noch Generationen unter einem Dach leben und wie sich diese ergänzen.

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Wichtig war für mich ebenfalls, dass ich auch Ansprechpartner vor Ort hatte, die mir bezüglich Kulturfragen weiterhelfen konnten. Es ist nicht immer einfach, sofort und in allen Situationen richtig zu reagieren. Ich musste erst lernen, mit der Kultur umzugehen. Dabei war das Netzwerk, das mir Projects Abroad zur Verfügung stellte, extrem nützlich und wichtig. Denn hier hatte ich die Möglichkeit Fragen zu stellen, die mir kompetent beantwortet wurden.

Ebenfalls war die Integration in die Gruppe der anderen Freiwilligen sehr gut und einfach. Dadurch fühlte ich mich schnell wie zu Hause. Es gab regelmäßige Treffen und Ausfahrten, sodass es immer eine Abwechslung zwischen Arbeiten, Erholung und gemeinsamen Unternehmungen gab. Und das war einfach super!

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Wir unternahmen zum Beispiel einen Ausflug zu einer berühmten Moschee. Sie war riesig, und ich habe erstmals die Hitze Afrikas kennenlernen dürfen, da die Stadt im Landesinneren lag. Die Fliesen, die zum Eingang der Moschee führten, waren derart heiß, dass es ein regelrechter Kampf war, dorthin zu kommen… denn wir mussten unsere Schuhe ausziehen. Fotos durften wir nur getrennt – Jungs und Mädels – machen, was für uns eine neue kulturelle Erfahrung war.

Das Mittagsgebet am Freitag war für mich immer beeindruckend. Alle Männer aus meiner Familie kamen nach Hause, um sich stilvoll in ihre Bubus (traditionellen Kleider) zu kleiden und das Freitagsgebet zu besuchen. Während der Zeremonie herrschte zeitweise eine unglaubliche Stille, nur der Wind wehte und die Vögel zwitscherten. Es war ein unwirklicher Moment, da sonst auf den Straßen und im Haus immer viel los war.

Ich kann nur jedem empfehlen sich auf eine solche Reise zu begeben. Es war für mich ein großartiges Abenteuer, ich durfte viele Erfahrungen machen und tolle Menschen kennenlernen.

Christian Stucke

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