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Südafrika: Eine Zeit mit Menschen, die unbezahlbar sind

Unterrichten und Journalismus - Praktikum in Südafrika von Jana Uellendahl

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Nachdem ich den Bachelor of Arts in Medienkommunikation in der Tasche hatte und jeder meiner Freunde versuchte, dem Ernst des Lebens entgegen zu treten, entschied ich mich dazu, ein längeres Vorhaben in die Tat umzusetzen: Ich wollte etwas Gutes tun. Menschen helfen und – ja, etwas bewirken. Ich hatte bereits viel über Freiwilligenarbeit gelesen, letztlich riet mir eine Freundin mit Projects Abroad wegzugehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich ging nach Südafrika, und zwar für 5 Monate und exakt 2 Wochen. „Teaching“ und „Journalism“ sollten meine Projekte vor Ort sein.

Bereits eine Woche vor Abflug fing ich an etwas durchzudrehen und mich zu fragen, was ich da eigentlich vor habe. Afrika? Das ist SO weit weg! Ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich erwarten würde. Mein Abreisetag war daher gezeichnet von tränenreichen Verabschiedungen und nachdem ich nach unzähligen Stunden Flug total übermüdet fast in Johannesburg ausstieg, statt in Kapstadt, dachte ich, es könne nur noch bergab gehen. Nach insgesamt 19 Stunden Flug kam ich doch heil (in Kapstadt) an und traf Denver, der die Aufgabe hatte, mich zu meiner Gastfamilie zu bringen. Mit dieser Familie würde ich die nächsten Monate verbringen – wie würden sie wohl sein?

Auf dem Weg in mein neues Zuhause fiel mir als Erstes der wahnsinnig chaotische Verkehr auf den Straßen Südafrikas auf und ich fragte ständig, ob dies und jenes überhaupt erlaubt sei. Während Denver meine Verwunderung recht amüsant fand, befand ich mich im Endeffekt im totalen Gefühlschaos. Nach ca. 40 Minuten empfing mich meine Gastmama Brenda, die wohl heute der von mir meistgeliebte Mensch in Südafrika ist. In ihrem Haus hat sie Platz für sechs Freiwillige – aufnehmen tut sie jedoch nur Mädchen. Diese lernte ich auch direkt kennen und wir gingen an meinem ersten Abend gemeinsam etwas essen. Es war ein süßer Empfang und ich habe mich direkt wohl gefühlt, ich wurde nicht alleine gelassen.

Die erste Woche war natürlich etwas schwierig: Andere Menschen, andere Umstände – alles ist einfach anders. Jeder braucht eine gewisse Zeit, sich umzugewöhnen. Ich lebte mich schnell ein und als mein Projekt in der Grundschule so richtig anfing, fing auch ich an mich immer wohler zu fühlen. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was es war, jedoch dachte ich mir nur: Ich möchte gar nicht mehr weg. Dabei war ich doch erst zwei Wochen da?

Die anderen Freiwilligen und ich haben jeden (ich übertreibe nicht, ich meine JEDEN) Tag von morgens bis abends etwas unternommen: Ob Essensmärkte, Strand, Cocktailbars – egal. Wir waren zusammen und wollten jede Sekunde in diesem tollen Land ausnutzen.

Nach acht Wochen war mein Teaching-Projekt vorbei und ich musste schweren Herzens damit leben, nicht mehr jeden Tag von gefühlt hundert Kindern umarmt und geküsst zu werden. Ich liebte die Arbeit in der Schule von ganzem Herzen. In meinem neuen Journalismus-Projekt schrieb ich daher Artikel über die Kinder und die Arbeit dort und ganz verlassen tat ich die Schule im Endeffekt doch nicht. Folglich war ich mehr kreischendem Gelächter ausgesetzt, mehr Umarmungen und viel, viel mehr Liebe.

Insgesamt war ich sehr, sehr glücklich, und das jeden Tag. Ich konnte gar nicht begreifen, wie schnell die Wochen vergingen. Ich weiß noch, dass ich jeden Abend mit Brenda darüber geredet habe, dass ich ja im März gehen müsste, aber dass es ja noch sehr lange hin ist. Von wegen!

Was ich letztlich sagen will, ist Folgendes: Es ist unmöglich, meine Erfahrungen in diesem Land in einem Bericht niederzuschreiben. Ich müsste ein Buch schreiben. Oder eine Reihe. Anfangen tut es bei den kleinen Dingen, bei Menschen, die du auf der Straße triffst, mit denen du nur kurz plauschst und doch so viel lernst. Dann andere Freiwillige, die zu Freunden werden und am Ende zu mehr als Freunden, ja eher zu Familienmitgliedern. Du denkst dir, WIE um Himmels Willen konnte ich denn ohne diese Menschen leben? Ich habe wirklich wunderbare und besondere Menschen kennen gelernt und habe wundervolle Freunde gefunden. Ich habe so viel gelacht und so viele, viele Dinge gelernt und erfahren und das beruflich und persönlich. Ich dachte schon vor meiner Zeit in Afrika, dass ich viel schätze und auch ein ausgeglichener Mensch wäre. Dies kann ich heute eher von mir behaupten. Die Zeit dort hat mein Leben verändert. Und sie hat mich so sehr bereichert. Ich muss sagen, das größte Glück, das ich hatte, war, in einer Familie gewesen zu sein, die unbezahlbar ist. Ich habe alles mit meiner Familie geteilt und besprochen, ich konnte immer sagen, wie ich mich fühle und was mich gerade beschäftigt. Sie wussten alles von mir, ohne Ausnahme. Es war immer schlimm, wenn andere Freiwillige, die meine Freunde geworden sind, vor mir abreisen mussten, allerdings hat meine Gastmama mir immer geholfen, den Kopf oben zu behalten und fröhlich zu sein. Ich war eine lange Zeit da. Jeder Taxi-Fahrer vor Ort hielt mich bereits für eine Einheimische, weil ich einfach ALLES wusste: Jede Nachbarschaft, jeden Strand, jeden Kioskbesitzer, jeden Essensmarkt – und dass man auch bei grünen Fußgängerampeln doch nicht über die Straße gehen sollte.

Seit etwas mehr als drei Wochen bin ich wieder in Deutschland und kann von mir selbst sagen, dass ich alles richtig gemacht habe. Es war die absolut richtige Entscheidung mit Projects Abroad wegzugehen. Alles war perfekt. Ich vermisse diese lustigen, verrückten und wertvollen Menschen dort jetzt schon. Ein Teil aus meinem Herzen ist immer noch dort. Also, falls ihr überlegt, auch dorthin zu gehen und Freiwilligenarbeit zu leisten, bitte: Habt keinerlei Zweifel, es ist die Zeit eures Lebens.

Jana Uellendahl

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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