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Mikrokredit - Projekt in Arusha

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Wirtschaftspraktikum in Tansania von Franz Jaenecke

Ein Wirtschaftspraktikum ist eine Herausforderung, die eine äußerst befriedigende Erfahrung im Leben werden kann, wenn man nur genügend Einsatzbereitschaft mitbringt. Die meisten Wirtschaftspraktikanten, die hier hochmotiviert ankommen, realisieren schnell, dass das Geschäftswesen in Tansania kaum zu vergleichen ist mit Wirtschaftssystemen westlicher Länder. Die vielfältigen Bedürfnisse der Menschen, eine andere Kultur sowie andere Mittel und Möglichkeiten machen ein solches Praktikum zu einer einzigartigen Erfahrung, die Flexbilität und natürlich viel Durchhaltevermögen erfordert.

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Nachdem ich mich eingelebt und die ersten Eindrücke verarbeitet hatte, stellte ich fest, wie viel Potenzial für neue Geschäftsmodelle es in einem Land wie Tansania gab, ebenso Innovationspotenzial und viele Möglichkeiten zur Optimierung von Arbeitsprozessen.

Ich sammelte zunächst etwas Felderfahrung bei einer Stiftung und lernte dann den Gründer einer Frauengruppe in Ngaramtoni kennen, einem ärmeren Außenbezirk von Arusha. Frauen, die ein kleines Geschäft ins Leben rufen oder ein bestehendes erweitern wollten, konnten dieser Gruppe beitreten und ihren eigenen Mikrokredit durch die Herstellung von Schmuck erarbeiten. Diese Idee einer unabhängigen Mikrokredit-Gemeinschaft, die sich selbst finanziert, weckte meinen Wunsch, die Geschäfte der Gruppe voranzubringen, besonders als ich von den winzigen Gewinnen erfuhr, welche der Verkauf des Schmucks an ausländische Großhändler einbrachte.

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Nach einem Brainstorming und etwas Planungsarbeit veränderte ich das Verfahren der Gewinnverteilung so, dass jedes Mitglied gleich und gerecht behandelt wurde. Dann versuchte ich den Umsatz zu vergrößern, indem ich die Gewinnspanne erweitertete und die Schmuckstücke direkt an Projects Abroad Freiwillige verkaufen ließ, die zum Glück ein großes Interesse zeigten.

Jede Frau in der Gruppe hatte ihr eigenes Konto, dessen Stand entsprechend ihrer Produktivität zunahm. Wenn ein Kontostand den gewünschten Betrag erreichte, war der Kredit finanziert. Da die Frauen ihre Kredite selbst erwirtschafteten, konnten diese ohne jegliche Zinsen angeboten werden, was sie im Vergleich zu anderen Kreditanbietern sehr attraktiv machte. Ein positiver Nebeneffekt war, dass die Kredit-Kandidatinnen ihre Bereitschaft zur Selbstfinanzierung ihres Kredits zeigen mussten, indem sie Schmuck herstellten. Dies reduzierte das Betrugsrisiko auf ein Minimum.

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Gewinne und Kredit-Rückzahlungen flossen auf ein zentrales Konto, welches anfallende Kosten deckte und für die Auszahlung von Krediten verwendet wurde. Gewinnspannen und Kredit-Raten waren so festgelegt, dass ein selbstversorgendes System entstand, und auch eine Vergrößerung der Gruppe in der Zukunft ermöglicht wurde.

Im Büro von Projects Abroad gab es eine hohe Nachfrage nach den schönen Schmuckstücken, das heißt, die Kaufkraft war enorm. Damit war auch eine gewisse Verantwortung verbunden: Damit das Projekt weiterhin vollständig gemeinnützig blieb, war eine langfristige Zusammenarbeit und regelmäßiger Kontakt erforderlich. Hier kommen wiederum zukünftige Wirtschaftspraktikanten von Projects Abroad ins Spiel, die sich etwa für die Verbesserung von Verkaufs- und Marketing-Strategien oder für die Prozess-Optimierung einsetzen können.

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Während meines Aufenthalts in Tansania konnte ich die Frauen regelmäßig besuchen, sie kennenlernen und erfahren, warum sie einen Kredit beantragen. Dabei beobachtete ich auch die Herstellung des Schmucks und versuchte mich sogar selbst – so gut ich konnte – an einigen Stücken. Am spannendsten jedoch waren ihre Geschichten und Lebensumstände, die für mich einen großen Ansporn darstellten, meine zwei Monate in Tansania so effektiv wie möglich zu nutzen.

Auch wenn die Entwicklung der einzelnen Prozesse relativ einfach war, war die eigentliche Umsetzung der Aufgaben manchmal schwierig – wie die Anschaffung einer Verkaufsvitrine, die zudem noch unter den häufigen Stromausfällen litt. Die größte Herausforderung jedoch wird es sein, das Projekt aufrecht zu erhalten und voranzutreiben, hoffentlich mit der Hilfe von zukünftigen Wirtschaftspraktikanten von Projects Abroad! Dies würde meinen zweimonatigen Bemühen einen Sinn geben und die Einkommenssituation für mehr Frauen hier in Tansania verbessern.

Franz Jaenecke

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