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Einfach absolut anders

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Praktikum bei einer NGO in Vietnam von Markus Schneider

Wo kann ich ein interessantes Praktikum absolvieren, das sich von üblichen Praktika abhebt, und bei dem ich etwas völlig Neues erlebe, sowohl in Bezug auf den Kulturkreis als auch das Arbeitsumfeld? Dies waren die wichtigsten und bewegendsten Fragen, die sich mir vor meiner Praktikumswahl stellten. Als ich dann per Zufall die Möglichkeit entdeckte, mit Projects Abroad ein Praktikum in Vietnam absolvieren zu können, war der Würfel schnell gefallen. Vietnam gilt als aufstrebendes Entwicklungsland, und über Ho Chi Minh und den Krieg hatte ich schon vieles gehört und gelesen. Außerdem war für mich sehr wichtig, das Praktikum bei einer gemeinnützigen NGO absolvieren zu können, deren zentrale Themen sich um sozial benachteiligte Gruppen drehen, wie HIV- und Hepatitis C-Betroffene, Drogenabhängige und Prostituierte.

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So betrat ich Ende Oktober voller Spannung in Vietnam zum ersten Mal asiatischen Boden. Am Hanoier Flughafen Noi Bai wurde ich herzlich durch einen Mitarbeiter von Projects Abroad in Empfang genommen und zu meiner Unterkunft in der Nähe der sehr geschäftigen Straße Kim Ma im Herzen Hanois begleitet. Das Erste, was mir nach der Ankunft bei der Fahrt mit dem Taxi ins Auge sprang, war der für deutsche Verhältnisse total chaotisch wirkende Verkehr. Bei der Rush-Hour schoben sich unglaubliche Massen an Mopeds durch die Straßen (und wenn die Straße voll war, dann auch über die Bürgersteige). Besonders außergewöhnlich waren jene Moped-Fahrer, die bei all den Abgasen und dem Smog noch gemütlich eine Zigarette während der Fahrt rauchten oder beim hektischsten Verkehr tatsächlich telefonierten und lediglich mit einer Hand fuhren. Aber auch die Hunde, welche im Schweinsgalopp im dichtestem Verkehr Gassi geführt wurden, gehörten zu den Dingen, bei denen man seinen Augen nicht traute.

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Als die ersten Eindrücke soweit verarbeitet waren, begann am übernächsten Tag nach der Ankunft auch schon das Praktikum. Die NGO hatte zwischen 25 und 30 Mitarbeitern und ein kleines Büro in Ho Chi Minh City. Da ein Teil der Kollegen kein Englisch sprach, war die Kommunikation natürlich auf viel Mimik und Gestik angewiesen. Das war jedoch kein Problem, denn sämtliche Kollegen waren äußerst freundlich, höflich und zuvorkommend. Meist war ohnehin nicht mehr als ein Lächeln und ein wenig Google-Translator nötig, um sich zu verständigen.

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Mein Aufgabenbereich für die Dauer meines Praktikums war bereits vor meiner Ankunft fest geplant worden. Ich wurde dem „Access to Medicines“ (A2M) Projekt zugeteilt. Das A2M-Projekt widmet sich der günstigen Beschaffung von Hepatitis C Medikamenten in Vietnam, da Vietnam trotz seines geringen Einkommenslevels eines der teuersten Länder für Hepatitis C-Medikamente ist. Da ich eng mit der Leiterin der NGO und ihrer Assistentin zusammenarbeiten durfte, fanden meine Ergebnisse auch direkt Verwendung und Rückmeldung. Durch die Mitarbeit am A2M-Projekt konnte ich verschiedene internationale Experten auf diesem Gebiet kennenlernen, wenn diese im Büro zu Gast waren oder ich an Konferenzen und Workshops teilnahm. So konnte ich viel über die Arbeit internationaler NGOs lernen.

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Anfangs war es nicht leicht, sich an die Arbeitsweise im Büro zu gewöhnen. Oft machten die Abläufe und die Aufgaben, welche an mich herangetragen wurden, einen etwas planlosen Eindruck. Manchmal erschien es mir, als ob die Kommunikation zwischen den Kollegen aneinander vorbei ging. Trotzdem wurden die gesteckten Ziele immer erreicht. Der Weg, diese Ziele zu erreichen, war oft völlig anders als ich es gewohnt war. Er war weder schlechter noch besser, er war einfach absolut anders. Die Atmosphäre im Büro war nicht nur freundschaftlich, sie war familiär und enorm herzlich. Und nach und nach kam ich für mich zu der Schlussfolgerung, dass gerade in einer solchen gemeinnützigen Organisation das deutsche Effizienz- und Fleißdenken vermutlich nicht unbedingt förderlich wäre.

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Völlig neu für mich war auch, dass der Großteil der Kollegen einen Mittagsschlaf machte. Es wurde aber keineswegs kürzer gearbeitet als bei uns. Wenn Arbeit anlag, dann blieb man eben länger, und viele Projekte mit Selbsthilfegruppen zogen sich auch schon einmal ins Wochenende hinein. Den Sonntag als Ruhetag, an dem die Straßen „tot“ sind, gibt es in Vietnam ohnehin nicht. Die allermeisten Geschäfte, egal wie groß, haben sieben Tage die Woche geöffnet, sehr viele sogar bis in die Nacht. Das Wunderbare an Hanoi ist die Tatsache, dass die Straßen den ganzen Tag mit Leben gefüllt sind und das Straßenbild von einer sehr jungen Bevölkerung bestimmt wird.

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Für uns „Westler“ war der Alltag in Vietnam oft voll von unzähligen Kuriositäten und Besonderheiten. So musste ich zum Beispiel feststellen, dass die Menschen völlig verrückt nach Weihnachten sind. Von überall tönte Weihnachtsmusik, im Supermarkt sogar schon Mitte November! Und sobald ein Weihnachtsmann oder ein künstlicher Schneemann zu sehen war, wurden unzählige Fotos mit diesem als Kulisse gemacht. Die Freude, Ausgelassenheit und Faszination, welche die Menschen dabei ausstrahlten, war unbeschreiblich.

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Oder ich beobachtete überrascht in vietnamesischen Restaurants, dass schon kleine Kinder etwas Bier zu trinken bekamen. Die Begründung: „Das ist sehr gut für die Verdauung des Kindes.“ Essen ist, neben der Landschaft und Natur, eines der ganz großen Highlights von Vietnam. Das Essen nimmt in der vietnamesischen Gesellschaft einen extrem hohen Stellenwert ein und kann dementsprechend lange dauern. So habe ich einmal bei einer Einladung fast drei Stunden mit Essen verbracht, wobei das Eine besser schmeckte als das Andere! Auch das „Streetfood“ (Essen von kleinen Straßenständen), was bei den Vietnamesen äußerst beliebt ist, ist ebenfalls ein wirklich schönes Erlebnis.

Der Aufenthalt in Hanoi ist für mich voller schöner Erinnerungen, und das Praktikum war lehrreich und hat mir einen großartigen Einblick in die Arbeit einer kleinen international arbeitenden NGO gegeben. Und es war sicher nicht das letzte Mal, dass ich Vietnam besucht habe. Jedem, der mit dem Gedanken eines Aufenthalts in Vietnam spielt, sei gesagt, dass er sich bereits jetzt auf ein außergewöhnlich schönes und faszinierendes Land freuen kann, welches einen Aufenthalt wirklich mehr als wert ist!

Markus Schneider

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