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“Ich bin nur so stark wie die Freiwilligen an meiner Seite”

- Ein Vormittag mit Maria Mulindi, Leiterin des Projects Abroad Menschenrechts – Projekts in Südafrika -

Für den Global Impact Report 2016 konnten wir allein im letzten Jahr beachtliche 25.000 Stunden (!!!) kostenlose Rechtsbeihilfe zählen, die unser Menschenrechts – Büro in Südafrika (PHARO) mit der Hilfe unserer engagierten Freiwilligen anbieten konnten. Aus diesem Anlass trafen wir uns mit Maria Mulindi, Projektleiterin und Anwältin im Menschenrechts – Projekts und sprachen mit ihr über ihre Motivation, warum sie ihre Stärke in den Freiwilligen findet, die das Team verstärken und warum kostenlose Rechtsbeihilfe so dringend in Kapstadt, Südafrika benötigt wird.

Liebe Maria, warum konzentrierst du dich in der Arbeit in Kapstadt besonders auf kostenlose Rechtsberatung für benachteiligte Menschen?

Maria Mulindi ist Leiterin des Menschenrechts - Projekts in Kapstadt“Als Projects Abroad 1992 gegründet wurde, war der Leitgedanke der Organisation, benachteiligten Menschen durch Freiwilligenarbeit zu helfen. Darum habe ich das nicht spezifisch als Neuerung eingeführt. Ich habe diese Idee aufgegriffen und für den Standort weiterentwickelt. Als ich anfing, für Projects Abroad zu arbeiten, habe ich mit meinem Team zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht: kennen die Menschen in dieser Region ihre Rechte? Wissen sie, wo sie Hilfe finden können? Besonders in den ärmeren Nachbarschaften werden die Menschen von Arbeitgebern, Anwälten, Versicherungsgesellschaften und Kredithaien über den Tisch gezogen, weil angenommen wird, dass diese Menschen nicht wissen, wo sie Rat und Rechtsbeihilfe im Streitfall finden. Darum haben wir als Schwerpunkt des Projekts die Gründung einer Rechtsberatungsstelle an Orten in den Townships gesetzt, wo Bedarf besteht. 

Wie viele Rechtsberatungsstellen unterhält das Projekt im Moment?

„Wir haben drei Stück: in den Townships von Mitchells Plain, Lavender Hill und Vrygrond.“

Was sind die häufigsten Fälle, die euch in den drei Gemeinden begegnen?

“Viele Fälle in Lavender Hill drehen sich um Scheidungen, Unterhaltskosten oder stehen in Verbindung mit häuslicher Gewalt. Die Fälle in Vrygrond drehen sich dagegen um Eigentumsrecht und in Mitchells Plain ist es ganz verschieden – man weiß nie, was als nächstes kommt. Aber in allen Gemeinden erkennen wir in mindestens einem von drei Fällen irgendwann ein zugrundeliegendes Drogenproblem.“

Weshalb besteht im Land ein Bedarf an Rechtsberatungsstellen wie dieser?

Rechstberatung im Menschenrechts - Projekt in Kapstadt„Wenn man im Bereich der Menschenrechte in Südafrika tätig ist, wird man sich der sozialen Ungleichheit im Land besonders bewusst. Man erkennt die Folgen des Apartheidregimes, wie die Teilung der Gesellschaftsgruppen durch den „Group Areas Act“ zustande kam und wie die Menschen noch heute aufgrund ihrer Hautfarbe voneinander getrennt leben. Obwohl das Apartheid-Regime 1994 abgeschafft wurde, existieren bestimmte Lebensbedingungen von vor der Abschaffung noch immer und viele Menschen befinden sich weiterhin in Notsituationen. In vielen Fällen fühlen sich unsere Klienten machtlos gegen Unrecht, das ihnen geschieht. Es gibt beispielsweise Wohnungsmangel. Und durch den großflächigen Drogenmissbrauch in den Townships ist dort häusliche Gewalt leider ebenfalls stark verbreitet. Solche Spätfolgen der Apartheid werden vom Staat nicht behoben.“

Was ist der schwierigste Teil deiner Arbeit?

“Manchmal habe ich das Gefühl, ich muss die Menschen anbetteln, ihren Job zu machen, zumindestens was die Instiutionen angeht, mit denen man im Namen des Klienten in Kontakt steht. Ich frage mich manchmal, warum muss ich euch erst festnageln, damit ihr die Arbeit macht, für die ihr mit dem Geld des Steuerzahlers bezahlt werdet? Das kann sehr frustrierend sein.“

Was genießt du an deiner Arbeit?

„Ich fühle mich dazu berufen, den Armen und Bedürftigen zu helfen. Dass wir in ihre Nachbarschaften kommen und ihnen Hilfe anbieten, die sie sonst nicht bekommen wprden macht meinen Job für mich lohnenswert. Ich genieße es auch, die Freiwilligen zu begleiten, sie zu schulen und weiterzubilden.“

Wie groß ist der Bedarf an Freiwilligen im Menschenrechts – Büro in Südafrika?

Rechtsbeihilfe im Freiwilligenarbeit im Menschenrechts - Projekt in Kapstadt „Sehr groß! Ich kann nur so stark sein, wie die Freiwilligen, die ich an meiner Seite habe. Wenn sie nicht ihr bestes geben wirkt sich das auch direkt auf die Hilfe aus, die wir am Ende geben können. Das Projekt hängt von den Freiwilligen ab und je mehr Freiwillige wir haben, desto besser und je mehr Zeit sie investieren können, desto besser!

Was ist dein Langzeitziel für die Beratungsstellen?

„Jedes Jahr erweitern und testen wir unsere eigenen Grenzen. In Scheidungsfällen haben wir beispielsweise am Anfang nur beim Papierkram geholfen, Formulare ausgefüllt und danach mussten die Klienten sich selbst zurechtfinden. Nun können wir die Klienten schon bis in die Gerichtsverhandlungen begleiten. Ich hoffe, wir können uns auch weiterhin steigern und in diese Richtung entwickeln.“

Steckbrief Maria:

Maria Milindi wurde in Kenia geboren und folgte 2003 mit ihrer Familie ihrem Vater, der als Dozent der Rechtswissenschaft an die Universität Fort Hare nach Südafrika berufen wurde. Marie und ihre Geschwister absolvierten die Schule und Universität in Südafrika. „Ich wollte immer Jura studieren. Schon in Kenia hatte ich bereits ein Jahr Jurastudium hinter mir und fing dann in Südafrika ein komplett neues Jurastudium an.“ Die Arbeit ihres Vaters für die Vereinten Nationen, seine Reisen und ihr Großvater, der als Magistrat im postkolonialen Kenia tätig war beeinflussten ihre Entscheidung, Jura zu studieren. Maria hat neun Geschwister. Drei von ihnen sind ebenfalls im Rechtsbereich tätig. Für Projects Abroad ist Maria seit sechs Jahren tätig. 

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