Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

Ernährungs-Projekt auf den Fidschi-Inseln von Julie Griebau

Freiwillige in Fidschi

Selbst ein Jahr nach meiner Rückkehr denke ich an diese wunderbare, lehrreiche und unvergessliche Zeit zurück. Die Fidschi-Inseln werden für immer in meiner Erinnerung bleiben – obwohl ich sehr hoffe, dass ich bald noch einmal dort hinreisen kann.

Gastfamilie Fidschi, Projects Abroad

Nach meinem Abitur stand für mich noch absolut nicht fest, wie es weitergehen sollte. Mich direkt ins Studium zu stürzen kam daher nicht in Frage. Ich überlegte daher etwas Zeit im Ausland zu verbringen und steuerte direkt Australien und Neuseeland an. Beim näherer Betrachtung deren geographischer Lage und Entfernung zu Deutschland, entdeckte ich etwas zwischen den zwei Ländern: die Fidschi-Inseln. Die Entscheidung stand fest!

 Ernährungs-Projekt Fidschi, Projects Abroad

Ein passendes Projekt über Projects Abroad war auch schnell gefunden und es wurde das Ernährungs-Projekt.

Warum? Weil es für mich vieles vereint, da man das Projekt sowohl in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen als auch unter privateren Umständen in Dörfern oder auf der Straße praktiziert. Worum geht es in dem Projekt? Die Zahl der von Diabetes oder Herzerkrankungen betroffenen Inselbewohner im Südpazifik ist besonders hoch. Die angeblich ungesunde Lebensweise der Fidschianer geprägt durch Mangel an Bewegung und falscher Ernährung war für mich erst unverständlich. Wie kann so etwas passieren, an einem Ort, an dem Obst, Gemüse und Fisch extrem günstig und immer verfügbar sind? Das tatsächliche Problem war die Größe der Portionen, die Anzahl der Mahlzeiten pro Tag und die Konsumierung von Zucker, Fett und Reis! Durch die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit, gepaart mit reichhaltigem Essen, fällt Bewegung natürlich schwer. Für mich als Europäerin sind das grundlegende Ernährungsfehler, doch als ich den Fidschianern während des Projekts simple Tipps gab wie „Geben Sie nur einen Esslöffel Zucker in den Tee anstatt fünf“ oder „Ein Teelöffel Öl in der Pfanne reicht, um ein komplettes Mittagessen zuzubereiten“, hörten sie dies oft zum ersten Mal. Es geht dort nicht um die Ignoranz oder Faulheit, es geht um die Unwissenheit! Und dies gilt es zu ändern.

Ernährungs-Projekt Schulei, Projects Abroad

Ich wohnte bei einer Gastfamilie, die mich herzlich empfang. Ich hatte mein eigenes Zimmer und das perfekte Gleichgewicht zwischen Privatsphäre und Gesellschaft. Ich lebte zusammen mit einer 5-köpfigen Familie. Mit meinem Gastvater stehe ich bis heute in engem Kontakt. Im Projekt fühlte ich mich ab dem ersten Tag pudelwohl, lernte Freiwillige aus anderen Ländern kennen, mit denen der Kontakt nicht abbrach und verbesserte dadurch zusätzlich mein Englisch. Die anfängliche Angst, ich würde nicht schnell Anschluss finden, verflog nach der ersten Stunde mit meinen Projektkollegen. Durch wöchentliche Ausflüge mit allen Freiwilligen von Projects Abroad auf den Fidschi-Inseln, lernte ich auch Leute aus anderen Projekten kennen!

Wochenende Markt, Fidschi-Inseln

Hauptbestandteil meines Projekts waren die „Health Screenings“: kostenlose Untersuchungen der Inselbewohner (Messen von Blutdruck, Blutzucker, Größe/Gewicht/Hüftumfang) mit anschließender individueller Ernährungsberatung unter Berücksichtigung der Ergebnisse. 90% der untersuchten Personen gingen mit ihren Ergebnissen und Tipps nach Hause, 10% mussten wir ins nahgelegene Krankenhaus schicken, da ein Verdacht auf Diabetes bestand, von dem der Patient nichts wusste. 100% jedoch waren dankbar für das, was wir taten. Zusätzlich boten wir Kochkurse an, in denen wir traditionelle fidschianische Gerichte optimiert vorstellten.

Mindestens genauso wichtig war der Aspekt der Bewegung: Schon während den Untersuchungen fiel mir auf, dass die Menschen nur saßen. Und wenn sie zur nächsten „Untersuchungsstation“ mussten, ging es nur schleichend voran. Durch den Mangel an Bewegung, konnte vor allem die ältere Generation teilweise nicht mehr stehen, da sich Muskel zurückgebildet hatten, die nicht gebraucht wurden. Das war für mich persönlich ein Schlüsselmoment in meinem Projekt.

Kurz darauf rief ich mit einer Freundin aus meinem Projekt das Programm „Fit4Life“ ins Leben. Wir gingen mit diesem Programm in drei verschiedene Schulen, boten Fitness-, Yoga- und Aerobic- Kurse für die Lehrer und Zumba- Partys für die Schüler an. Denn je früher man mit dem Sport anfängt, desto besser!

Zumba in der Schule

Genau das ist es, was ich an diesem Projekt so schätze: Keine Idee ist schlecht und nichts ist unmöglich. Jeder kann sich einbringen und Neues schaffen. Jeder darf das machen, was ihm persönlich besser liegt und worin derjenige gut ist. Somit hatten wir Spezialisten im Bereich Untersuchung, Ernährung und Sport. Dadurch entstanden immer mehr kleine Projekte, wie Do-It-Yourself-Sportgeräte, „Hängende Gärten“ (Anbauen von Kräutern in Plastikflaschen) oder ein spezielles Programm für Frauen, welche in der Regel die Verantwortung für das Essen und Trinken der Familie tragen. Das Ernährungs-Projekt ist individuelles Projekt, indem man ein Teil eines großen Ganzen ist. Es war eine Zeit, die mich verändert und mir die mir die Augen geöffnet hat. Ich bin unheimlich dankbar für diese Erfahrung und kann jedem empfehlen an einem Projekt auf den Fidschi – Inseln teilzunehmen. Diese Zeit hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.

Julie Griebau

Mehr zu den Fidschi-Inseln

Mehr zum Ernährungs-Projekt auf Fidschi

Mehr zu Ernährungs-Projekten

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Global Gap Auslandsjahr
Nach oben ▲