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„Schön, wieder hier zu sein“

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Farming - Projekt in Jamaika von Yvonne Steiner-Locher (Schweiz)

Nur ein Jahr später bin ich wieder in Mandeville. Nachdem ich bereits letztes Jahr einen Monat im Waisenheim gearbeitet hatte, entschied ich mich diesmal für ein Landwirtschaftsprojekt. Ich freute mich, die Mitarbeiter von Projects Abroad wieder zu sehen und meine neue Gastfamilie kennen zu lernen. Ich freute mich aber auch auf das Leben in Mandeville, auf die Gelassenheit und Freundlichkeit der Jamaikaner, den Früchte- und Gemüsemarkt, die feinen Muffins oder die Tasse Kaffee im Internet Café.

Nun bin ich also wieder hier und nichts hat sich verändert. In den Strassen drängen sich die Menschen. Ein buntes Treiben. Schulkinder in ihren Uniformen, Früchtekarren mit frischen Produkten, Männer und Frauen, welche Lollipops, Taxkarten für Handys, Socken und Unterwäsche anbieten, sowie das ständige Hupen der Autos.

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Meine Arbeit bei der „Christiana Potatoes Growers Association“ ist sehr abwechslungsreich und interessant. Ich helfe im Labor keimfreie Pflanzen zu ziehen, die den Bauern eine grössere und bessere Ernte ermöglichen. In der Schweiz pflanze ich zwar regelmässig Gemüse an, aber in einem Labor habe ich noch nie gearbeitet. Wir vermehren hier Kartoffeln, indem wir die Stiele der Kartoffelpflanze in kleine Stücke schneiden und diese in einem Reagenzglas in den Nährboden stecken. Nach rund drei Wochen werden aus einem Teil der kleinen Pflänzchen wieder neue gezogen. Die andern werden im Treibhaus in die Erde gesteckt, wo sie sich allmählich an das Tageslicht gewöhnen und zu gesunden, kräftigen Pflanzen heranwachsen. Es ist eine interessante Tätigkeit und das Personal lässt mich bei allen Arbeiten mithelfen.

Bei meinem letztjährigen Aufenthalt wurde ich dem Waisenheim Windsor Lodge zugeteilt. Selbstverständlich möchte ich „meine“ Kinder dort wiedersehen. Wie geht es ihnen? Sind sie gewachsen? Mögen sie sich überhaupt an mich erinnern? Von zu Hause brachte ich Unmengen von Farbstiften, Filzstiften, Spitzern und Radiergummis mit, die meine Freunde in der Schweiz gespendet hatten. Schwer beladen nahm ich also eines Nachmittags ein Taxi und liess mich zum Waisenheim bringen. Bei meiner Ankunft standen zwei Kinder am Eingang. Als sie mich sahen, kamen sie langsam heran. Plötzlich erkannten sie mich, rannten los und umarmten mich. Dies war ein sehr bewegender Moment.

In den vergangenen Monaten kamen einzelne neue Kinder ins Heim, aber die meisten kannte ich noch von meinem letzten Aufenthalt. Wir verbrachten einen fröhlichen Nachmittag zusammen. Die Kinder zeichneten, erzählten oder stellten mir viele Fragen über mein Heimatland.

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Später besuchte ich noch die Kleinsten im Baby-Land. Ob das kleine Mädchen, das damals drei Tage nach der Geburt abgegeben wurde, überlebt hat? Es war so klein und konnte kaum Nahrung aufnehmen. Wir machten uns damals grosse Sorgen. „Geh nur zu jenem Bettchen. Du wirst sie nicht mehr erkennen“, meinte eine Heimangestellte, als ich mich nach der Kleinen erkundigte. Da wir sie, die kleine Melissa, gesund und kräftig. Es war eine grosse Freude, sie so zu sehen! Auch einige andere Kinder erkannte ich wieder, lustig und übermütig wie vor einem Jahr.

Da war noch André, der grosse Junge, der mir seine selbstgeschriebenen Geschichten zum Lesen geben wollte und der sein ganzes bisheriges Leben im Heim verbrachte. Als ich mich nach ihm erkundigte, sagte die Betreuerin voller Stolz: „Er ist nun an der Universität.“ Ich habe das Waisenheim mit einem guten Gefühl verlassen. Ich weiss nicht, ob ich die Kinder jemals wieder sehen werde. Aber ich habe die Gewissheit erhalten, dass für die Kinder gesorgt wird und dass sie eine Ausbildung erhalten. Ich werde sie immer in guter Erinnerung behalten.

Auf der Rückfahrt zur Gastfamilie denke ich: „Ja, es ist schön, wieder hier zu sein!“

Yvonne Steiner-Locher

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